Tag 28 -Notfall!

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Alles schien so schön friedlich und auch dieser Tag versprach angenehmste Routine. Ich hatte es endlich mal geschafft früh um 5 .00 Uhr aus dem Bett zu kommen,. so dass meine Aussichten um 16.00 Uhr nach Hause zu gehen gut waren. So stand ich dann am Morgen nach dem Duschen noch nackig und halbwegs gut gelaunt beim Zähneputzen, da …

Es klingelte, wer klingelt denn um die Zeit? Der  große Schreck blieb aus, waren meine Lieben doch an Bord, also konnte das ja nur so ein verpeilter Scherzkeks sein. Aber dann, es klingelt wieder, gleich zweimal und so dolle. Ich schnappe mir mein Badetuch und bewege mich in Richtung Türspion. Jetzt kriege ich aber doch einen Schreck, da stöhnt jemand ganz laut und immer wieder höre ich: „Hilfe! Hilfe!“ Am Spion angekommen, sehe ich, vor der Tür steht unsere eine Nachbarin (die total nett ist), im Nachthemd und barfuß. Ich denke: „Mord, Überfall!  Schnell suche ich meinen Schlüssel und öffne die Tür, Frau B. fällt mir in die Arme: „Es tut so weh, mein Herz, mein Herz, bitte Arzt“ (Sie ist Russin). Wieder stöhnt sie, ich kann sie nicht mehr halten und schreie lauthals nach meiner Tochter (Ich kann laut schreien!) und bin froh, dass sie schon fast Medizinfrau ist. Zum Glück ist sie ganz schnell da und übernimmt Frau B., versucht herauszufinden, was passiert ist. Beruhigt sie, wir versuchen sie in unsere oder in ihre Wohnung zu bringen, das gelingt uns aber nicht, da ist keinerlei Spannung im Körper. So sitzt sie nun im Treppenhaus und ich habe Angst, sie stirbt. Ist man so laut, wenn man stirbt?

Schnell rufe ich den Notruf an, zuerst aus Versehen die 110, aber dann, ich versuche zu erklären …  Die Dame am anderen Ende verspricht, dass ganz schnell, Hilfe kommt.  Die Minuten laufen unglaublich langsam,. wir versuchen die Frau wach zu halten, ihr Fragen zu stellen. Tochter bleibt ganz ruhig, ich nicht.  Inzwischen habe auch ich meinen Bademantel an, ich hatte völlig vergessen, dass ich ja nichts anhabe, und gehe nach draußen um die Helfer einzuweisen (glücklicherweise mit Morgenrock).

Krankenwagen und Notarzt sind endlich nach 10  sehr langen Minuten da. Schnell beschließen sie, Frau B. kommt direkt in den RTW. Ich gehe in ihre Wohnung, hole einen Bademantel, Hausschuhe, ihren Schlüssel und eine Handtasche, die da steht. Ein merkwürdiges Gefühl, ich war noch nie in ihrer Wohnung und ich komme mir vor, als würde ich ihre Privatsphäre verletzen. Jetzt geht es ganz schnell, schon braust der Krankenwagen los. Merkwürdig vorgestern haben wir erst nett geplaudert, sie wirkte ganz gesund. Ich Sorge mich und habe keine Ahnung, wie ich ihre Familie erreichen kann. Aber das macht bestimmt das Krankenhaus.

Ein bisschen erschüttert bin ich, die Nachbarin hat wirklich, wirklich laut gestöhnt und ich schreie auch gut und niemand in diesem Haus hat auch nur seine Nase zur Tür rausgesteckt.

Mit früh in den Dienst ist nun natürlich auch nichts, ich habe Butter in den Knien. Zum Glück ist der Dienst ruhig.

Abends, kaum habe ich es mir gemütlich gemacht, klingelt es wieder. Vor der Tür steht ein ganz junger Mann und fragt mit erschrockenen Augen: „Wissen  Sie wo meine Oma ist?“ Schnell stellt sich raus, er ist der Enkel meiner Nachbarin und seine Eltern sind auch da. Dass Frau B. im Krankenhaus ist, wissen Sie schon von Frau Neugier, die sich aber wohlweislich morgens nicht  hatte sehen lassen. Manchmal würde ich mich lieber täuschen …

Aber egal, wir finden mit gemeinsamer Kraft die Oma des jungen Mannes und die Familie macht sich sofort auf den Weg. 1,5 Stunden vergehen bis es wieder schellt,  diesmal steht der Sohn von Frau B.vor der Tür mit einem riesigen Pralinenkasten, der sich bedanken will. Er erzählt, dass es zum Glück kein Infarkt war und man im Krankenhaus noch sucht.

Wir sind sehr erleichtert und auch wenn es wirklich nicht nötig gewesen wäre, uns mit Pralinen zu danken, haben wir uns natürlich gefreut und festgestellt, dass russische Pralinen sehr lecker sind.

Bis morgen
eure

Ela

 

Moment des Tages:

Als der Notarzt endlich da war

 

Song des Tages:

Ein ehrenwertes Haus

 

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4 Kommentare zu „Tag 28 -Notfall!

    Smamap sagte:
    7. Juli 2016 um 15:57

    Es ist doch schön ….. und das meine ich so ….. wenn man sich auf Nachbarn noch verlassen kann.

    Gefällt mir

    Anna-Lena sagte:
    10. Juli 2016 um 11:59

    Wenn das Herz muckert, zählt jede Minute. Und du hast so beherzt reagiert – TOLL!

    Gefällt 1 Person

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