Tag 41 + 42 – Nostalgie in Bad Harzburg und nach Hause

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Warum Nostalgie? Das fragt ihr euch bestimmt. Ich bin gebürtige Niedersächsin (nicht so weit vom Harz weg), daher gingen die Tagesausflüge meiner Kindheit entweder nach Hannover oder in den Harz. Bad Harzburg war da die erste Wahl und als einziges Kind in der Familie war ich oft dort, nahmen mich sowohl meine Großeltern als auch Tante und Onkel gerne mit. Am meisten liebte ich jedoch die Ausflüge mit meiner Mutter, weil wir uns dann immer einen „richtig schönen Tag“ machten, wo wir ein für die damalige Zeit großzügiges Tagesbudget zur Verfügung hatten. Unsere Touren waren sozusagen ritualisiert, hatten einen fast festen Ablauf  und machten mir immer riesigen Spaß.

Jetzt war ja meine Tochter dabei und so wollten wir solch einen „schönen Tag“ zumindest in Teilen mit ihr nachstellen. Am Morgen ging es mit dem Linienbus vom Bahnhof Wernigerode  bis zum Bahnhof nach Bad Harzburg (die Fahrt im gesamten Landkreis Harz ist in der Gästekarte inkludiert), sie dauerte 50 Minuten und war schon ziemlich schön.

BH-Straßen

 

Mein letzter Besuch in Harzburg war mehr als 20 Jahre her, aber viel hatte sich in der Bahnhofsgegend nicht verändert. Wie damals bummelten wir die die Herzog-Wilhelm-Straße in Richtung Burgbergbahn entlang. Unseren ersten Halt machten wir wie damals im Kaffeehaus Roth (ehemals Cafe Decker), natürlich hat sich vieles verändert. Leider ist der Kuchen lange nicht mehr so gut, Zuckerkuchen aus Rührteig, wo gibt es denn sowas? Aber das Haus ist noch dasselbe und auch die Blumenfigur davor gibt es auch noch. Fasziniert hat mich der Jungbrunnen, sicherheitshalber habe ich mir ein wenig Wasser daraus aufs Gesicht getupft, schaden kann es nichts und man weiß ja nie 😉

 

 

Dann haben wir den guten alten Braunschweiger Hof bestaunt, aus dem ein sehr schniekes Hotel geworden ist. Das wäre auch mal ein Ziel für ein Wellness-Wochenende. Fast alle Geschäfte haben sich verändert. Ich erinnerte mich, dass mir meine Mutter vor dem Hotel Victoriabei jedem Besuch erzählt hatte, dass sie sich als junges Mädchen immer vorgenommen hatte, eines Tages auch mit einem Silberkännchen beim Frühstück zu sitzen, wie die Leute im Hotel. Das und noch viel mehr hat sie ja auch geschafft.

 

BH-Eka

 

Unser Weg führte uns in den Park und vor so manches Haus, unsere Mittagspause machten wir im Cafe Flora (Große Empfehlung!!!), das Essen war rundherrum super. Vor allem gab es jede Menge vegetarische und vegane Gerichte, so dass auch das Töchterlein mal nicht nur satt wurde. Meine Mutter und ich hatten eine total leckere Suppe und det Kind ein Chilli sin Carne, als Nachtisch habe wir uns einen himmlischen Kaiserschmarren Cafe Flora geteilt.

 

Danach ging es dann weiter in Richtung Seilbahn, als Kind war der Platz davor mein liebster Ort, da gab es Softeis und Würstchen und viele  kitschige Andenken und fast jedes Mal durfte ich mir einen neunen  Sticker für meinen Spazierstock kaufen .

 

 

Leider ist der Platz lange nicht mehr so schön, jetzt ist der Pavillon in der Mitte die Cafeteria des neues Baumwipfelpfades und die Geschäfte rundherum sind leer. Meine Mutter war an diesem Tag sehr tapfer und hat 2,5 km geschafft, aber nun streikte sie und blieb im Kurpark. Die liebste Tochter und ich überlegten kurz diesen bestimmt spannenden Pfad zu gehen, aber das hätte zu lange gedauert und so liefen wir ein Stück darunter in Richtung der Sennhütte, die heute aber leider kein Restaurant mehr ist. Trotzdem erinnere ich mich noch gerne an das Hirschgulasch. Dort haben wir früher meistens zu Mittag gegessen und sind dann am Nachmittag weiter zur den Rabeklippe und zum Erdbeerkuchen. Diese Mal sind wir nach einem kurzen Fußbad im Bächlein wieder umgekehrt, haben noch etwas getrunken und uns dann auf den Heimweg gemacht.

 

 

Der Abreisetag war unspektakulär und bis auf eine kleine Gleisverlegung klappte auch alles.  Als wir zurück in Berlin waren, stellten wir einvernehmlich fest, Berlin stinkt!

Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Natürlich kommt einen an so einem Tag in den Kopf, dass man schon verdammt viel Schönes erleben durfte und ein kleines bisschen wehmütig wird man auch, weil man damals noch alles vor sich hatte.

 

Zitat des Tages:

Niemand ist so reich, sich seine Vergangenheit zurückzukaufen. (Oscar Wilde)

Foto des Tages

 

BH-Blumen

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