Tag 55 -Meine Drogen sind …

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Wie ich schon das eine oder andere Mal erwähnt habe, stehe ich auf Fernsehserien, aber nicht nur auf die, ich bin nämlich auch eine Leseratte vor dem Herren und liebe – es ist leicht zu erraten – Buchreihen. Das sind meine Ersatzdrogen im Alltagstrott, wenn ich nicht unterwegs sein kann und auch sonst nicht viel los ist. Ich finde es selbst etwas merkwürdig, aber auf Reisen stelle ich den Fernseher nicht mal an und auch auch mein Kindle brauche ich eigentlich höchstens noch für die Anreise. Mehr noch, ich habe auch kein Problem mein Handy direkt nach der Ankunft für den Rest des Urlaubs maximal als Fotoapparat zu benutzen.

Warum also im Alltag Serien und Reihen und beides reichlich? Ich denke, in ihnen führe ich ein Stellvertreterleben, kann trotz des manchmal drögen Alltags jede menge Abenteuer erleben, denn man identifiziert sich ja mit den Protagonisten. Manchmal ist es richtig schwierig aus dieser Scheinwelt aufzutauchen, ich weiß gar nicht wie viele Haltestellen ich schon wegen eines spannenden Buches überfahren habe oder was ich deshalb noch alles verpasste.

Am allerliebsten lesen ich historischen Stoff und es wäre auch toll, wenn es mehr Serien wie Downton Abbey gäbe. Allerdings sehe ich auch gerne moderne Serien, wie „The Mentalist“ (Jane hat so wunderbar traurige Augen und ich könnte auch gerne Menschen lesen), „Castle“ (warmherzig, verspielt und manchmal total verplant), „Scorpions“ (Genie beeindruckt mich), „The Good Wife“ (tolle Frau, super Geschichten), „Suits“ (Nervenkitzel ohne Mord, umwerfende Darsteller und dann diese Klamotten), „Bones“ (Ein unschlagbares Team) und immer wieder meine „Gilmore Girls“ (siehe diesen Post). Neu dazu gekommen sind „Death in Paradise“ (Das sehen Menschen aus wie Menschen und dann diese Karibik-Kulisse) und „Candice Renoir“ (tolle Hauptdarstellerin, die auch noch einen Alltag mit vier Kids wuppt).  Die Reihen um Hercule Poirot und Miss Marple von Agatha Christie sind bei den Büchern meine Allzeit-Favoriten, aber mein Herz ist groß , erwähnen kann ich hier nur wenige, sonst würde es den Rahmen sprengen. Gerade habe ich von Michaela Jary, die ersten beiden Bände ihrer Hamburg Trilogie  „Das Haus am Alsterufer“ und „Sterne am Alsterufer“ gelesen, beide haben mir ausnehmend gut gefallen, weil es nicht nur um Liebe und große Gefühle, sondern auch um Geschichte geht, die ich streckenweise auch noch nicht kannte. Derzeit warte ich dringlich auf den dritten Band der „Nightingale Schwestern“, eine Romanreihe um Schwestern und -schülerinnen des Nightingale Hospitals in London in den 20iger und 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Reihe von Donna Douglas ist spannend wie ein Krimi und man mag die Bücher gar nicht mehr aus den Händen legen. Aber auch die Reihen von P.D. James liebe ich sehr und bin traurig, dass diese tolle Schrifstellerin im vorletzten Jahr im Alter von gesegneten 94 Jahren starb und auch die Bücher von Anne Perry um Inspektor Pitt und William Monk hatten mich lange in ihren Bann gezogen, wobei mir die letzten Bände nicht mehr wirklich gefallen.

Angefangen hat diese Leidenschaft schon früh, nur wegen Nesthäkchen habe ich mich irgendwann doch entschlossen lesen zu lernen. Ich bestreikte Anfangs nämlich die Schule, weil ich sie als Angriff auf meine persönliche Freiheit betrachtete. Leider bekam meine Mutter das mit, weil meine (doofe) Lehrerin petzte. Tja, und dann streikte meine Mutter und hörte mitten im zweiten Band auf, mir abends von Annemarie Braun, dem Nesthäkchen, vorzulesen. Aber ich wollte doch so sein wie Lotte, so Annemaries Kosename und unbedingt erleben wie es mit ihr weitergeht, darum entschloss ich mich zu Beginn der zweiten Klasse doch noch Lesen zu lernen, was mir dann auch innerhalb von nur drei Wochen gelang. Ich weiß nicht, wie oft ich Else Urys Nesthäkchen insgesamt gelesen habe, aber sie wurde zu einer engen Freundin.  Auch mein Herz verlor ich das erste Mal an eine Romanfigur, an Winnetou. Ich bin mir nicht sicher, ob ich je wieder so um einen Mann geweint habe, wie um ihn im dritten Band. Die Karl May-Bände hatte ich von meinem geliebten Opa, der sie sich irgendwann in der 20iger Jahren gekauft hatte. Ich habe sie alle immer wieder gelesen, bis ich erwachsen war und mich anderen Interessen zugewendet habe.

Ich könnte endlos so weitermachen, aber so langsam muss ich mich mal wieder dem Alltag widmen. Was seht und lest ihr denn gerne?

Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Flüchte ich aus dem grauen Alltag?

 

Zitat des Tages:

Lesen heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken (Arthur Schopenhauer, 1788 – 1860, deutscher Philosoph)

 

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