Tag 177 – Träume werden eben doch wahr …

So liebe Männers, ehe ihr gleich denkt: „Die spinnt“ oder „Rad ab“, geht bitte in euch und stellt euch vor, ihr bekommt euer eigenes Entertainment-Center, einen Werkstattkeller oder eine Modelleisenbahn.

Nein, ich darf nicht bei Louboutin im Laden schlafen, habe keine Affäre mit George Clooney, Guido Maria schneidert mir auch kein Kleid für die Oscar-Verleihung auf den Leib und nein, ich bekomme nicht mal ein Schrankzimmer.

Aber ich gönne mir einen Schminktisch, ein langgehegter Traum „Weil ich ein Mädchen bin“ lalala und auch in mir irgendwo eine Prinzessin schlummert. 

So ein Teil, wo all die Tübchen, Tiegel und Fläschen ihren Platz finden und aus mir die optisch best mögliche Ela werden kann. 

Ich weiß, es geht auch ohne, aber schon als kleines Mädchen habe ich mit sehnsuchtsvollen Augen vor dem Frisiertisch meiner Oma gestanden und war glücklich, wenn ich nur mal am Bommel vom Parfümflakon drücken durfte.

 Und nun habe ich auch einen, der Tisch, nicht der Flakon, ist mein 🙂

Liebste Grüße 

Ela

Tag 174-176 – Foto der Woche 4 „Back to the 80ties“

Im #Foto der Woche zeige ich ein Foto, das ich entweder als besonders gut gelungen empfinde oder das in dieser Woche seine seine eigene Geschichte zu erzählen hat #FotoderWoche.

Heuer also zurück in die frühen 80iger. Ich habe nämlich beim Umzug eine lang vergessene Kiste mit alten Fotos gefunden.

Mich damals fand ich besonders interessant, weil es viel vom damaligen Styling (bunt und laut) zeigt, aber es auch nachvollziehbar macht, warum ich meine Locken seinerzeit als echtes und großes Problem empfand. Was für ein Wust Haar auf dem Kopf 😉 

Die Curly Girl-Methode kannte man noch nicht und ich habe mir andere Haare mehr gewünscht als einen Traumprinzen. Dieser buschige Mob war ja auch echt nicht so toll und ich war häufig der Verzwriflung nah. Mein Traum damals: lange glatte Haare, die im Wind wehen …

Aber alles wird gut, heute sind meine Haare und ich best Friends (also ähm meistens), die Entdeckung der Curly Girl-Methode war ganz schön wichtig für mich.

Tag  173 – „Projekt 52 Wochen 3“ Entspannung im Chaos

Ich nehme an Zeilenendes Projekt 52 Wochen teil und möchte ein ganzes Jahr lang jede Woche ein Selfie von mir posten.

Bei allem Fleiß und dem großen Eifer endlich fertig zu werden, braucht es auch mal ein paar ruhige Minuten. Allerdings erscheint mir Weihnachten noch ziemlich surreal, so ähnlich wie das Ziel bei den ersten Kilometern eines Marathons.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen 3. Advent gehabt zu haben.

Liebste Grüße 

Ela

 

Tag 172 -Sing Hallelujah, Papa

Diesen Beitrag habe ich ursprünglich im Mitmach-Blog veröffentlicht.

 Wenn ich dieses Lied höre, muss ich an meinen Vater, der vor 20 Jahren starb, denken, an ihn und unsere Geschichte.

Ich hatte ihn als Kind nur sehr selten getroffen, da sich meine Eltern schon vor meiner Geburt getrennt hatten. Tatsächlich war ich auch nicht wirklich traurig darüber, mein Vater  war sehr groß, sehr breit, ziemlich laut und und ein Choleriker vor dem Herrn. Er liebte Witze auf Kosten anderer, wie ich selbst leidvoll erfuhr. 

Trotzdem hat er mich wohl auf seine Art geliebt, ich hingegen weiß es bis heute nicht, vor allem hatte ich Angst vor dem mir so fremden Mann.  Genau das war er für mich, da wir zwischen meinem achten und achzehnten Lebensjahr keinen Kontakt hatten, meine Eltern hatten sich zerstritten. Eine Vaterfigur brauchte ich auch nicht, ich hatte mit meinem Opa und meinem kinderlosen Onkel gleich zwei davon und noch dazu richtig tolle.

Ich habe oft gedacht, bei null Kontakt hätte ich es lassen sollen. Ich liebte ihn sicherlich auch so irgendwie, aber mögen? Nein! Bewundert habe ich ihn dafür, dass er sich immer traute ganz und total er selbst zu sein. Aber mit der Zeit und vor allem  mit der Geburt seiner Enkeltochter, die er abgöttisch liebte, wurde unser Verhältnis dann entspannter.

Die Kleine wickelte ihn vom ersten Moment um den Finger und dieser poltrige Kerl behandelte sie wie ein rohes  Ei. Auch meine Tochter fand ihren Opa Willi und seinen kleinen Privatzoo toll, seine Tiere waren sein ein und alles. Am liebsten ging sie ganz früh morgens mit ihm zu den Hühnetn, Eier einsammeln. Ich sehe es noch vor mir, den Bär von einem Mann und das kleine Pusselchen mit Gummistiefeln beide in trauter Eintracht.

Leider war den Zweien nur eine kurze gemeinsame Zeit vergönnt, mit nur 62 Jahren starb mein Vater an den Folgen eines Schlaganfalls und wohl an seiner Art zu leben.

Auf einmal musste ich, als nächste Angehötige, seine Beerdigung organisieren und alle quatschten auf mich ein, mach dies, mach jenes:“Das gehört sich so!“. Mitte der 90iger war man noch viel konservativer als heute. Aber mein Vater hat Zeit seines Lebens darauf gepfiffen, was andere von ihm denken. Daran habe ich mich orientiert und eine Beisetzung organisiert, die zu ihm gepasst und die er gemocht hätte. Bunte Kleidung war erwünscht, der Pfarrer fiel aus, sein bester Freund „Lord Uli“ sang für ihn Poor Boy und zum Abschluss den absoluten Lieblingssong meines Dads Sing Hallelujah. Einen Leichenschmaus gab es nicht, aber abends trafen sich „seine“ Menschen in der Lieblingsbar und erzählten von ihren Erlebnissen mit meinem Vater und dazu wurden all seine liebsten Lieder gespielt, so auch wieder Sing Hallelujah, wir feierten sein zu kurzes, aber spannendes Leben. Ob ich richtig hörte, als ich plötzlich ein kleines zufriedendenes Lachen hörte, das von sehr weit her zu kommen schien?

Bis heute kann ich das Wort Hallelujah nicht hören ohne an Papa zu denken und irgendwie war es schon cool, dass gerade ich die Tochter von diesem sehr speziellen, unangepasstem Mann sein durfte.

Tag 167-171 – Foto der Woche 3 „Es umzugt sehr“

Für jemanden, der nie mehr besitzen wollte, als in zwei Koffer passt, ganz schön heftig, oder? Und glaubt mir, es gibt mehr davon. Trotzdem lieben wir die neue Wohnung jetzt schon und irgendwann wird alles fertig (hoffentlich).

Liebste Grüße

Ela

Tag 166 – Time out

Unser Umzug ist nun in der heißen Phase , ich bin sowas von fertig und überall  stehen Kartons, aber irgendwie scheinen es trotzdem immer mehr Sachen aufzutauchen, die rein wollen.

Wie schon beim letzten Mal habe ich beschlossen: NIE WIEDER!

Aber jetzt nehme ich mir hier erstmal eine Auszeit, ich melde miich wieder, wenn das schlimmste überstanden ist.

Liebste Grüße 

Ela

Tag 165 – Foto der Woche 2 (Puerto de la Cruz)

Heute zeige ich euch ein Foto eines meiner Herzenzorte Puerto de la Cruz.

Der Ort liegt in Norden von Teneriffa. Das erste Mal war ich vor 44 Jahren dort, dann ziemlich oft, dort war ich das erste Mal so richtig verknallt, habe meinen ersten Heiratsantrag bekommen und wollte zum ersten Mal reich werden. Lange Zeit war es mein großer Traum irgendwann einmal dort zu leben. Was war und ist das besondere? Die Menschen sind sehr freundlich, die Vegetation ist im Norden der Insel äußerst üppig und das Leben ist sehr spanisch. Aber das ganz besondere ist, dass jeglicher Stress sofort von einem abfällt. Nicht umsonst nennt man Teneriffa auch die Insel der Glückseeligen.

Foto: Privat

Dann aber kam das Leben dazwischen und ich war 43 Jahre nicht da, bis zum letzten Jahr, nun wenigstens reich sn Erfahrungen..

So war dann auch der Besuch im letzten Jahr mehr ein Nachhausekommen und die süßeste aller Töchter meine: „So muss es im Himmel sein“.

Ganz bald wollen wir wieder hin und da wäre ich auch gerne eine fette Echse in der Sonne.

Liebste Grüße
Ela

Tag 164 -Vom OP-Tisch ins Parkett

Ihr wisst ja, mein Rücken ärgert mich ummer wieder, was ich nicht nett finde!

Jedenfalls hatte ich dieser Tage einen kleinen Eingriff an ihm, meinem heißgeliebten Rücken, eine sogenannte PRT (Periradikuäre Therapie), nicht wirklich schlimm, eher unangenehm und müdemachend. Trotzdem die Ärztin hatte nich schon vorgewarnt, dass evtl. mein Bein  anschließend für einige Stunden beeinträchtigt sein könnte. Genauso kam es, ich verließ die Praxis am Arm des besten Töchterlein und mit Unterarmstütze. Alles gut, hätte ich es nicht komplett verpeilt, dass wir genau für diesen Abend Karten für Sister Akt im Theater des Westens hatten. Blöd, oder? Zumal ich dieses … äääähm unglückliche Zusammentreffen erst bemerkte, als ich die Behandlung nicht mehr absagen konnte.

So war die Devise dann auch: Zähne zusammenbeißen und durch. Also ignorierte ich, dass mein Bein in eine andere Richtung als ich wollte und in meinem Hirn ein Wattebausch schwebte.

Erstmal ging auch alles gut, jedenfalls bis zu dieser blöden Treppe. Zum Töchterchen sprach ich an ihrem Fuße (dem der Treppe) großmütig: „Hilf du mal Oma“ und mache mich ans Erklimmen, fünf Stufen schaffte ich auch echt gut, aber dann machte sich das Bein wieder selbstständig und ich purzelte mitten zwischen sehr, sehr vielen festlich gekleideten Theaterbesuchern quasi in Zeitlupe die Treppe wieder runter. Aufmerksamkeit bekam ich wie nie, getan hab ich mir nix, sofern nicht auch Schamesröte zählt.Man war das peinlich.

Das Musical hat mich dann wenig beeindruckt, es kommt bei weiten nicht an den großartigen Film ran, zumal auch die Originalmusik fehlt. Besonders die mänlichen Darsteller waren schwach und die Hauptdarstellerin  konnte zwar singen, aber nicht wirklich schauspielern. Außerdem nervten viel zu viele dumme Kalauer. Toll allerdings Daniela Ziegler als Mutter Oberin. Der zweite Akt war besser als der erste, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen, was aber zugegebenermaßen auch mit am Kribbeln im Fuß und an meiner großen Müdigkeit gelegen haben könnte.

Zum Glück lebte mein Bein nach der Vorstellung wieder und ich meisterte die Treppe ohne weitere Zwischenfälle.

Dafür entpuppte sich der Taxifaher dann noch als übler Rassist, der Ossis (Irgendwie ist das doch auch rassistisch, odr wie nennt man das?) und Türken hasst. Sowas kann ich ja gar nicht leiden und habe ihn, als krönenden Abschluss des Abends, – vermutlich erfolglos – noch gepflegt zusammengefaltet. Ach habe ich erwähnt, dass ich keine Ahnung habe, welche Nationalität der Mann hat?

Liebste Grüße

Ela

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Tag 163  („#Projekt 52 Wochen 2“) -Ungeschminkt

Das Projekt 52 Wochen (jede Woche ein Selfie) wurde von Zeilenende ins Leben gerufen und ich habe mich eingeschlichen , weil ich es toll finde 🙂

Ein ungeschminktes Selfie war doch bei Promies in diesem Jahr in. Und was die können, … Ich fand die Aktion ja ziemlich putzig, einfach weil „Ungeschminkt“ doch ganz normal ist.

Foto: Copyright 36TageimLeben, 2016

Und das, obwohl ich mit 12 angefangen mich zu schminken und bis heute daran festhalte. Ich zeige der Welt eben ich gerne mein bestmögliches Ich und irgendwie lege ich mit dem Make up meine Rüstung an, damit wird aus Ela Elchen, Frau Ela. Aber mich schminken, um in den Supermarkt zu gehen, den Müll rauszubringen, Klarschiff zu machen oder den Couchpotato zu geben, das kommt nicht in die Tüte, wer mich so nicht mag, soll halt wegschauen.

Selbst hier habe ich eher ein Problem damit, mich öffentlich zu machen. Ob nun geschminkt oder ungeschminkt, ist dabei relativ schnuppe. Aber man (frau) muss ja auch mal was wagen und darum nicht nur ungeschminkt, sondern auch noch mit Brille.

Liebste Grüße

Ela

Tag 162 -Jenseits von … Gut und Böse?

Diesen Beitrag habe ich ursprünglich im Mitmachblog veröffentlicht.

Dieser Tage werde  ich 56, also ganz schön alt. Oder doch noch jung? Gestern habe ich im Fernsehen eine Frau gesehen, die ist 116!!!  So gesehen, bin ich doch ein ganz junger Hüpfer. Außerdem pflegte meine Oma immer zu sagen: Frau ist so alt, wie frau sich anfühlt. Das (An-)Fühlen ist so schlecht nicht, also …

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Trotzdem, es ist schon so eine Geschichte mit dem Älterwerden. Meistens denke ich zwar nicht wirklich darüber nach und lebe lieber, aber, wer rennt auch schon mit einem Schild um den Hals rum: „Ich bin 55 und werde langsam alt“? Nur wenn ich dann abends um elf in den Seilen hänge oder beim Blick in den Spiegel wieder  ein neues Fältchen entdecke, werde ich etwas unsicher.

Überhaupt wird das Alter immer dehnbarer, wie Kaugummi, so irgendwie. Morgens, nach einer guten Nacht, fühle ich mich frisch, fit und wie 20. Wenige Stunden später nach einer Fahrt in der überfüllten Tram, dem Anblick meines Schreibtischs, dem es ähnlich geht wie der Tram und einem ununterbrochen klingelndem Telefon bin ich mindestens so alt wie ich bin. Wenn mich dann am Nachmittag noch die Zankdohlen erwischen und meine Zunge fast ausfranst, nähere ich mich schnell dem Rentenalter. Wieder daheim auf dem Sofa, schlafe ich todsicher bei der Talkshow ein und wandere dann mit kurz vor 100 ins Bett.

Aber bin ich deshalb jenseits von Gut und Böse? Also die Sinne funktionieren noch ganz gut (okay, die Augen nicht so, aber den Falschen habe ich noch nie geküsst und Sehenswertes sehe ich!). Eigentlich verändert sich viel weniger, als man so denkt. Gefühle zumindest haben wohl das Elixier der ewigen Jugend schon gefunden. Sie bleiben faltenfrei und ewig jung. Zur Sicherheit habe ich mein Mütterlein (82) gefragt, sie hat strahlend „Stimmt genau!“ gesagt.

Manchmal bin ich auch ganz schön gut und böse kann ich auch werden, aber Hallo!

Summa Summarum, der Beweis ist angetreten, ich bin jedenfalls keineswegs jenseits von …Gut und Böse.