Tag 225 (2.0) und 226 – Sylter Splitter

Gepostet am Aktualisiert am

Teil 9 meines REHA-Tagebuchs

Freitag, Petrus und ich

Freitag wäre eigentlich toll gewesen, aber Petrus und ich waren echt mies drauf. Das Wetter war dermaßen schlecht, es war kalt, nass und ziemlich windig.

Außerdem hat mir mein Doc hier neue Tabletten verpasst, damit ich von den „drogen“ runterkomme. Ich nehme noch Tramal und da ist Morphin drin. Ist schon etwas schade, denn das waren endlich mal Tabletten, die ich vertragen hatte. Leider ist es mit dem neuen Medikament nicht so, mir war den ganzen Tag übel, ich war kurzatmig, mein Herz raste (aber nicht, weil der Doc so gut aussieht) und meine Asthma fand es ebenfalls doof. Machen konnte ich erstmal nichts, da es ein 24 Stunden-Medikament ist. Also versuchte ich das alles zu ignorieren. Aber hinzu kam der Ärger über mich, gestern hatte mein Chaef angerufen und um einen Telefon-Termin gebeten, der nun am frühen Nachmittag stattfinden sollte. Im Nachhinnein ärgerte ich mich, dass ich ihm nicht gesagt habe, dass ein Aspekt einer erfolgreichen REHA der Abstand vom Alltag ist und ich dieses Gespräch lieber führen würde, wenn ich wieder in Berlin bin. Wie sich später heraussrtellte hätte ich damit völlig recht gehabt. Es ging im Grunde nur darum, mich mehr oder minder unterschwellig zu drängen, möglichst bald wieder im dienst zu sein.

Aber zurück zum Vormittag, mei n erster Termin hieß Wirbelsäulengymnastik, die einer meiner Lieblings-Therapeuten machte, ein junger hübscher Mann, der noch dazu was von seinem Fach versteht und ziemlich witzig ist. Trotzdem musste ich anschließend leider diese Therapie absetzen lassen, weil man mit fast 40 cm Metallstab im Rücken einfach viele der Übungen nicht machen kann. Ich hatte Glück, mein Doc war auch da und verstand das sofort. Jetzt soll ich wohl stattdessen Pilates machen, also schau ich mir das dann auch noch an.

Es folgte die Einzelinhalation, die wenig spektakulär ist, bis vielleicht auf den ebenfalls ausgesprochen hübschen jungen mann, der uns die Mundstücke verpasst. Danach kam direkt die herrliche Sandliege, davon habe ich schon erzählt. Nach dem Essen, es gab porchiertes Fischfilet, ich dachte schon mit Grauen daran, aber es war echt lecker. Den Abschluss des Therapietages bildete die Progressive Muskelentspannung, die mir sehr gefällt, sie entspannt mich tatsächlich sehr.

Nun hatte ich frei, jedenfalls als ich den oben genannten Telefontermin  mit meinem Chef erledigt hatte. Was nun? Eigentlich hätte ich mich am liebsten ins Bett gehauen, geschlafen und gelesen. Mein Bein tat mir weh und ich war das erst Mal hier, mies drauf. Ich rappelte mich aber auf und fuhr nach Wennigstedt mit dem Ziel zurückzulaufen (2 km ca.). Ich komme nicht dagegen an, dieser Ort sagt mir so gar nichts. Er ist irgendwie so borniert, schlimmer als Kampen, finde ich.  Aber ich war auch nicht wirklich fair, welcher Ort ist bei sehr trüben Wetter und Regen schon schön? Ich habe dann noch Kaffegetrunken und bin angesichts der Tatsache, dass es inzwischen goß, wieder zurückgefahren.

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Am Abend lernten wir dann zwei neue Tischgefährten kennen, außßer M. und mir sind nämlich alle weg. Die Jungs machen aber einen netten Eindruck. Abendliches Geratsche und „hochklassiges“ Fernsehen und schon wieder war ein Tag rum.. Am Ende stelle ich fest, ich hatte meine Tabletten gegen die Nervenschmerzen im Bein heute gar nicht genommen … also selbst schuld.

Samstag ist heute frei Tag

Heute habe ich keine Therapien, auch das ist mal schön und so bin ich frei. Mit meiner Lieblings-Tischgefährtin M., mit der ich mich gut verstehe, machte ich mich zu einem Ausflug auf, auch wenn es anscheinend wieder regnet  und regnet und… bääääh … Wieso lügt diese blöde Wetter-App eigentlich immer, sie behauptet, hier ist strahlender Sonnenschein … und was ist? Schietwetter!

Erstmal müssen wir nach Westerland und dort eigentlich umsteigen, aber wir haben Glück, unser Bus wird da zur Linie 2 nach Hörnum und genau da wollen wir auch hin. Unterwegs überlegen wir kurz, ob wir nicht am legendären Sansibar aussteigen und auf Promi-Schau gehen. Aber der Blick gen Himmel, hält uns von einem Marsch durch die Dünen ab. Also bleiben wir bis Hönum- Mitte sitzen, viel gibt es da in Mitte, um ehrlich zu sein, nicht. Aber wir haben ja Beine und damit laufen wir zum Hafen, der schon sehr nett und maritim ist, aber in dieser Jahreszeit und bei immer stärker werdendem Regen recht tot ist.

 Aber mich zieht es zum Leuchtturm (auf die stehe ich), M. trottet, lieb wie sie ist, mit. Mit ihm kann ich mich anfreunden, groß, rot/weiß in einem kleinen Wäldchen, so soll es sein. Er ermutigt uns weiter zu laufen in Richtung Südkap

So sieht es also aus am südlichsten Zippfel der Insel, der Starnd ist wirklich schön, wie die ganze Küstenlinie. Doch nun fängt es an zu schütten und daher ist es ein Glück, dass das Südkap auch eine Surfschule und ein kleines Lokal mit Heizstrahlern (!!!) ist. Dort können wir uns zumindest aufwärmen und (zunächst) erfolglos versuchen uns über Whatsapp zu verbinden. Endlich – nach einer sehr leckeren Portion Sahnehering mit Bratkartoffeln – wird der Himmel heller und wir können weiter. Was soll ich sagen, wir treten aus der Tür und die Sonne bricht durch. Wenn Engel reisen und so 😉 Jetzt zieht mein Freund der Leuchtturm noch viel schöner aus.

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Trotzdem steigen wir am Hafen wieder in den Bus um unsere Reise in Rantum wieder zu unterbrechen, in meinen Augen einer der schönsten Orte der Insel. Mir gefällt die Dünenlandschaft mit den darauf trohnenden, reetgedeckten alten und jungen Häusern so gut. Noch viel schöner ist allerdings der Strand und die ihn umschließende traumhaft schön Küste mit Dünenbergen- und Tälern, die vorgelagerten Sändbänke und der eunendlich weite Himmel. Wir genossen das ganze auf einer Bank über dem Strand mit dem Gesicht in der Sonne, ein goldener Tag.

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Das ist ähhh wäre meins 
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Ist das ein Traum?

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Kapiert … daher kommen die pinken Pullis

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Der Altar der ganz modernen Kirche, ganz schlicht, aber sehr schön

Beschlossen haben wir unseren Tag im Cafe Wien bei einem köstlichen Stück Torte. Den für den Abend geplanten Kinobesuch haben wir wegen akuter Reizübeflutung verschoben.

Liebste Grüße

Ela

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