Tag 248 – Versprochen ist versprochen … mein Bild

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Das ist so eine Sache mit Versprechen und eigentlich würde ich mich jetzt drücken. Aber wie bereits gesagt, man muss sie halten und darum zeige ich heute auch mein Bild. Kein Sorge, ich halte es nicht für Kunst. Früher habe ich mal viel gemalt und die Bilder waren ähhhhmmm nett, hübsch, freundlich…

Tja, und nun habe ich in der REHA erstmals nach vielen Jahren wieder einen Pinsel in die Hand genommen und hatte geplant wieder genau so ein nettes Bild zu produzieren. Aber

es war eigensinnig und meine Hände gehorchten meinem Kopf nicht, der eine leicht fluffige Winterlandschaft  am Strand wollte. So geht es mir auch immer wenn ich singe, in meinem Kopf ist eine wunderschöne Melodie, aber raus kommt … nein, ich schweige.

Als es fertig war, hatte ich eine Art Deja Vu, es war, wie nach der Geburt der zauberhaftesten aller Töchter. Damals lag ich mit einer Frau zusammen, die einen „echten“ und geplanten Kaiserschnitt hatte, entsprechend rosig und wohlgeformt war die kleine E. Wir hingegen hatten 13 Stunden Geburt hinter uns, die dann in einen Not-Kaiserschnitt mündete. Dementsprechend zerknautscht sah meine Maus aus mit Kartoffelnäschen und vielen kleinen Pickelchen. Die Besucher, meine wie ihre, kamen ins Zimmer, blieben vor E.s Bettchen stehen mit Bemerkungen: „Wie süß“, „eine kleine Schönheit“. Kamen sie an J. Bett sagten sie: „Sie hat so wache Augen“ oder „Man sieht schon, sie wird klug“, besonders nett war „Was für eine Wuchtbrumme“ (54 cm, 3800 g).

So ähnlich ging es mir mit meinem Bild, es stand im Ergoraum neben dem von M. (meine liebste Tischgefährtin), alle schwärmten von ihrem (wirklich) sehr gelungen Bild, fanden es „toll“ oder „schön“, meines hingegen war „interessant“ oder „wild“.

Und sie haben recht, aber wie gesagt, ich kann ja nichts dafür, meine Hände oder meine Seele sind schuld, nicht ich!

Zufällig traf ich dann noch in List eine (echte) Künstlerin mit der ich darüber sprach, sie meinte: „So geht Kunst, da war etwas in Ihnen, das musste raus“.

Und tatsächlich, ich habe es aufgehängt, nicht weil ich es besonders gut oder schön finde, aber irgendwie ist es etwas von mir und wenn ich es betrachte, berührt es mein Herz. Genau damit hat es doch seinen Zweck erfüllt.  Heute habe ich Farbe gekauft und der Spaß kann weitergehen.

Und hier ist es nun

20170228_091240.jpg

Liebste Grüße

Ela

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5 Kommentare zu „Tag 248 – Versprochen ist versprochen … mein Bild

    Myriade sagte:
    1. März 2017 um 10:22

    Wenn es dein Herz berührt, was willst du mehr …. Wild finde ich es nicht, sondern sehr lebendig

    Gefällt 1 Person

    Zeilenende sagte:
    1. März 2017 um 12:37

    Kunst soll nicht schön sein, Kunst soll Kunst sein. Eine Projektionsfläche für Künstler wie Betrachter … Also von daher erfüllt es das, was es sollte. Ich sehe in dem Bild sehr viel Gefühl, ich sehe die Wildheit ebenso wie Ruhe, Fröhlichkeit, großen Drang, etwas zu schaffen.

    Und eine sympathische Abneigung gegen allzu geradliniges Betrachten der Welt. Ich finde, du kannst das Bild mit Stolz herzeigen. 🙂

    Gefällt 2 Personen

    Deine Christine! sagte:
    1. März 2017 um 20:07

    Die Reha-Bilder sind ein ganz besonderer Schatz und müssen auf jeden Fall aufgehoben werden, im besten Fall aufgehängt werden. Wunderbar! LG

    Gefällt 1 Person

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