Tag 331: Ein Tischler, der ein Schreiner war, eine Maß und Ela

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Diesen Beitrag habe ich zuerst auf dem Mitmach-Blog veröffentlicht.

Es war einmal eine Ela, die (es) aus dem fernen Niedersachsen nach Bayern zog, im Gepäck hatte sie ihre liebsten Menschen, unter anderem auch eine kleine (Eis-) Prinzessin.

Ein Regal muss her

Nun begab es sich so, dass die einzige Wohnung, die zu haben war, viel größer als die in der Heimat war und die Ela viel zu wenige Möbel ihr eigen nannte. Besonders kniffelig war die Frage, was sollte in das Bad, dass den latten Charme der 70iger verströmte.. Ein Regal, war die Antwort, aber nicht irgend eines, nein, denn das Bad hatte eigenwillige Maße. Schnell ward die Idee geboren, wenn man nun schon auf dem Land wohne, könne man sich ja auch ein Regal massgenau bauen lassen.

Also fragte die Ela rum, wo es einen guten Tischler gibt, wobei sie schon mit der Frage auf Unverständnis stößt, bis sie´s endlich kapiert hat, in Bayern gibt es keine Tischler, sondern Schreiner. Nachdem das geklärt ist, marschiert sie, als Verstärkung ihre vierjährige Prinzessin an der Hand, die für die Kindergarten schon bayrisch gepaukt hat, weil, die Kinder fanden: Des Madel red so komisch und kapierts net wos Flak di hi bedeute tut (Das Mädchen redet so komisch und versteht nicht, was setz dich heißt), los zur genannten Adresse.

Es ist früher Nachmittag und keiner ist zu sehen, bis sie im Schuppen auf, einen fülligen, und kernigen Burschen, mit sehr viel Bart treffen, der sie mit den Worten begrüßt: Grüß di, wasch magscht hobe? Alles was dann noch kommt, weiß die Ela bis heute nicht. Das Prinzesschen war auch nicht hilfreich, es hatte noch nie soviel Bart auf einmal gesehen und sicherheitshalber musste das Däumcchen ran. Auch der Mo unserer Ela hatte nicht den Durchblick, denn er war ein Franke „Pfui!!!“. Langsam und vielleicht zu laut erklärt sie Bärtigen, denn selbst ist die Frau, was sie will und schöpfft beim: Isch scho recht, wieder Hoffnung, dass der Typ zum Ausmessen bei ihr und ihren Lieben auftauchen wird.

Guter Rat

Leider passiert aber nichts, kein Schreiner, kein Tischler, nichts. genau das gleiche wiederholte sich, bis die Ela eine neue Freundin um Rat bittet, nach 20 Jahren im Bayernland glaubt diese nämlich, schon fast eine Bayowarin zu sein, was die Einheimischen selbstverständlich ausgesprochen lustig finden und bisschen anmaßend, nachher bildet sich das Woiberl no ein, es könne in den Trachtenverein. Das geht ja mal gar nicht. Aber Rat weiß sie auch ohne Trachtenverein und erklärt der Ela, sie müsse unbedingt vor 11 Uhr morgens zu Seppi dem Schreiner, denn dannach hat er (mindestens) die erste Maß intus und dann kann er kein Hochdeutsch mehr verstehen.

Am nächsten Morgen geht Ela schon um 9.00 Uhr wieder los und tatsächlich kratzt sich der Seppi am Bart, nimmt sich seinen Zollstock und folgt der Ela und misst aus. Diesmal sagt er auch: Dös krigen ma hi, muscht di ni sorge, Madli. 

Ein Mann ein Wort, nach zwei Wochen bekommt die Ela ein wunderbares, stabiles Regal, dass genau in die Nische passt und die kleine Prinzessin, wird, weil sie so sche blond isch und weils a pfundigs Dirndle isch in den Trachtenverein eingeladen.

Dös wird scho

Und wenn sie nicht gestorben sind, so sehnt sich die kleine Prinzessin, die gar nicht mehr klein ist, heute noch nach dem Bayernlande und das Regal lebt sein Leben, inzwischen leuchtend blau und noch immer bei der Ela.

Liebste Grüße

Ela

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