Tag 364: Ich höre, was haben sie mir zu erzählen?

Tag 363: Durchs Wasser laufen und die Folgen

Ich hatte heute Aqua Jogging, daa erste Mal überhaupt. Um ehrlich zu sein, habe ich die Sache unterschätzt. Aber sowas von. 

Ich dachte ja man läuft durchs Wasser, wie sonst über Wege. Dem ist aber nicht  so, man berührt den Boden gar nicht, sondern strampelt durchs Wasser, bekommt einen Styropor-Gürtel um und heute noch so komische Flossen-Handschuhe an. Dann muss man sich mit Laufbewegungen durchs Wasser bewegen und das möglichst schnell. Es ist tierisch anstrengend und eine elegante Figur habe ich sicher nicht gemacht, ich war nicht nur langsamer als alle, auch als die, die  mindestens 20 Jahre älter oder 20 cm kleiner als ich waren. Ein bisschen peinlich war das schon, dann saß der Gürtel auch noch falsch und drükte auf mein Atemzentrum, so dass es, nee, ich fast gluck gluck gemacht hätte.

Zwei Stunden später war ich quasi bewegungsunfähig, mir war mein Lieblingsnerv rausgesprungen. Da sagt man immer Sport sei gesund …

Liebste Grüße 

Ela

Tag 362: Das Ende der Welt, es ist eine Frau

Stellt euch vor der neue James Bond wäre eine Jane Bond, wie wäre das? So ging es gestern der Fangemeinde der britischen Kultserie Doctor Who, gab die BBC doch gestern bekannt, dass der 13. Doctor von einer Frau verkörpert werden soll. Viele fanden die Entscheidung gut oder nahmen sie doch mit einem Achselzucken zur Kenntnis, aber auch ein kollektiver Aufschrei der Empörung ging durch die Reihen der Fans, gerade so als würde man den Amerikanern ihren Truthahn zu Thanksgiving durch einen Schweinebraten ersetzen wollen.

Der Doctor, ein Mann, besser gesagt, der letzt Timelord, der in seiner Tardis unterwegs ist, um die Welt(en) zu retten, dargestellt von einer Frau, Hilfe, die Welt geht unter. Oh mein Gott, wie soll nur ein dummes kleines Frauchen dieser hehren Aufgabe gewachsen sein, mal abgesehen davon, dass sie nun wohl eher eine Timelady sein würde. Ein User in einer einschlägigen Facebookgruppe meinte, es könne nur daran liegen, dass die BBC völlig verzweifelt sei, wenn sie so drastische Änderungen vornimmt und er sei irgendwas zwischen todtraurig und unendlich wütend, weil man jeglichen Respekt vor den Fans, die die Serie bereits seit ihrer Kindheit schauen, vermissen lasse. Fast noch schlimmer sind die Reaktionen vieler weiblicher Fans, von den beispielsweise eine befürchtete, die Tardis würde nun Rosa werden und in ihr würde sich Tussi-Kram befinden oder es gäbe gar Liebesgeschichten … ihhhhhh. Mädels, euch verstehe ich ein bisschen, früher habe ich mich auch in meine Serienhelden verknallt und wäre deswegen nicht unbedingt lesbisch geworden. Aber beruhigt euch Mädels, sogar in Deutschland dürft ihr die Doktorin nun bald heiraten.

Bei den Männern macht sich nun wohl eher die Angst breit, eine der letzten Domänen für echte Kerle zu verlieren, wo kommen wir denn dahin, es gibt schon weibliche Ärzte, Astronauten, Fußballschiedsrichter, Bundeskanzler, Piloten und nun auch noch Doctor Who, der letzte seiner Zunft.  Nee, dass kann doch nicht sein, wenn ihr jetzt nicht aufpasst, wollen die Mädels demnächst auch noch im Stehen pinkeln.

Ich gebe ja zu, den Capaldi (der jetzige Doctor) mag ich nicht und Tenant habe ich bestreikt, Matt Smith, den und seine Prise Humor mochte ich, auch Sylvester McCoy fand ich klasse und ich hatte mich eigentlich jetzt auf Kris Marshall gefreut, wobei der ja auch gar nicht ging, der hat – oh Schreck – rote Haare und noch dazu Humor. Aber als ich dann lass Jodie Whittaker wird der 13. Doctor, dachte ich: Endlich! Als ich vor ein paar Jahren Fan wurde, war meine erste Frage an meine Tochter, die mir als Fan weit voraus ist  und mir erzählte, dass der Doctor immer wieder eine neue Gestalt annimmt: Ist er denn manchmal auch eine Frau?  Ich  mag nämlich weibliche Protagonisten, mit denen kann ich mich so schön identifizieren und die Welt würde ich natürlich auch gerne mal retten.

Keep calm, the doctor comes … Und schaut euch mal das Beitragsbild an, ich finde ich gäbe einen Top-Doctor ab, oder?

Liebste Grüße

Ela

Tag 358-361: Chillen mit Piraten

Der Titel musste einfach sein, auch wenn in Wirklichkeit erst das Chillen und dann die Piraten kamen. aber lass mich am Anfang beginnen:

Warum mache ich mich so rar

Ich werde nicht schwindeln, Zeit habe ich hier nun wirklich genug und so aufregend, dass das echte Leben das virtuelle vergessen lässt, ist es hier auch nicht. Die Gründe sind andere. Zum einen hasse ich es, wenn Serien (ich sehe meinen Blog jetzt mal als Serie) zu Ende gehen, ich habe schon ganz oft, letzte Staffeln nur nicht angeschaut, weil es eben letzte sind und mir fehlen hier nur noch vier Folgen. Ich weiß, alles Blödsinn, aber …

Der andere Grund, wenn die Luft auf Sylt auf mich wie Champagner wirkte, mich wacher, lebhafter und energiegeladen machte, so wirkt das Ostseeklima eher wie Valium auf mich. Ich bin immer müde, schlafe nachts locker acht Stunden und oft am Tag noch mal zwei oder drei. Nun könnte man glauben, die Medis sind schuld, aber die habe ich ja in Berlin auch genommen. Aber mein Blutdruck geht hier trotz Sport und Pipapoh in den Keller, beim letzten Messen 100/60.

Ich verspreche, egal was da komme, ob schlafend oder wachend, die (vorerst) letzten vier Tage werde ich auf jeden Fall schreiben!

Ein neuer Hut am Strand

Gestern war endlich mal so richtig tolles Strandwetter und das sogar den ganzen Tag, also beschloss ich ihn auch an demselben zu verbringen, zudem der eigentlich geplante Ausflug nach Kolobrzeg (Kolberg) eh gecancelt wurde, weil nur ich mich angemeldet hatte. So zog ich dann gestern früh los und kaufte mir einen Sonnenhut. Was sein muss, muss sein!

Chillen am Strand

Gibt es eigentlich etwas Entspannenderes als am Strand zu sein? Ich glaube nicht, ich beschloss, wenn schon, denn schon und mietete mir einen Strandkorb. Auch mal schön, ein Strandkorb für mich allein, Platz und keine Ellbogen, die nicht zu mir gehören. Noch dazu hatte mir Amazon gerade einen neuen Band einer sehr kitschigen und ebenso spannenden Buchreihe (Schwestern des Horizonts) auf mein Kindle gesendet und so  durfte ich mich auch noch 150 Jahre zurückversetzen und nach Australien auswandern. Aber am Strand kann man darüber hinaus ja auch so herrlich schauen, fremden Gesprächen lauschen (ich weiß, das tut man nicht, macht aber Spaß), süße kleine (und manchmal nervige) Kinder beobachten, Muscheln sammeln. Und ich habe mich getraut, ich war im Meer schwimmen, auch wenn es kalt (17°) war. Aber nachdem die zwei Grazien (siehe Foto unten) sich auf den Weg gemacht hatten und wirklich reingingen, dachte ich mir „Ela, das schaffst du auch!“, nun gut, lange war es nicht, aber doch ein bisschen schwimmen und einmal „Toter Mann“machen. Anschließend habe ich dann genüßlich ein Weilchen auf dem Bauch im warmem Sand geträumt und mich trocknen lassen, ja ich gehöre zu denen, die selten gleich den Badeanzug wechseln). Dann habe ich noch Bockwurst (Boah, wie lange war das her?) und Schoko-Rote Grütze-Kuchen am Strandkiosk gegessen, um dann mein Buch zu beenden.

Hilfe Piraten

Schon seit drei Tagen lief ein sogenanntes Piraten-Spektakel in Heringsdorf, eigentlich wollte ich ja nicht hin, weil ich zu alt bin, es mir zu blöd erschien, aber nach zuviel Sonne war ich fällig und praktischerweise war es gegenüber der Klinik, also machte ich mich nach dem Abendessen auf den Weg und traf dort noch Mitpatienten. 7,50 € Eintritt kostete der Spaß, es war ein bisschen wie Mittelaltermarkt, aber doch auch ziemlich nett. So gab es auf einer kleinen Bühne lustige Possen und später auf der großen ein Konzert mit einer ziemlich bekannten Instrumental-Band Paparello, um ehrlich zu sein, war das nicht wirklich meins, ich brauche einfach ein bisschen Gesang, aber nett war es trotzdem, der Lead-Geiger hat sich sowas von echaufiert.  Ich war ja heute Abend nicht allein unterwegs und so blieb ich, auch weil ich gerne noch die Feuershow mit Feuerschlucker und Co. sehen wollte. Insgesamt war es ein vergnüglicher Abend und am Ende wurden wir noch von allen Darstellern mit Kerzen hinaus geleitet.


Insgesamt war es ein total schöner Tag, dafür regnet es heute und die Luft ist zum Schneiden, daher bin ich heute meiner derzeitigen Lieblingsbeschäftigung nachgegangen und habe? Richtig geschlafen! Morgen geht es dann weiter mit dem Kurbetrieb ….

Liebste Grüße

Ela

Tag 357: Wie kühlt man Shoppingfieber? 

Darin bin ich seit gestern Spezialistin, ich hatte nämlich, nachdem ich schon früh mit meinen Anwendungen durch war, beschlossen, auf den Polenmarkt (Sorry für den Begriff, finde ihn auch doof, habe aber nirgends einen anderen Namen gefunden) nach Swinemünde (Świnoujście) zu fahren. Das Wetter sah doof aus und ich hatte Lust auf Einkaufen und Schnäppchen. Gedacht, getan, die sogenannte Europalinie brachte mich bis zur Grenze in Ahlbeck.  Europa, weil sie mal direkt bis zum Zentrum Swinemünde fuhr, warum si e es nun nicht mehr tut? Wer weiß. Ein bisschen habe ich gezögert, von wegen Knie und so, aber die Lust hat gesiegt 😉

Eine gute halbe Stunde düddelte der Bus von Milchkanne zu Milchkanne, aber dann waren er und ich an der Grenze. Von dort ist man ziemlich schnell am ersten (dem kleinen) Markt. Bis zu einem gewissen Punkt machte das Gucken und Kaufen auch echt Spaß,  zumal ich hübsche Dinge fand. Dann fing das Knie an zu schmerzen und es tröpfelte, aber ich hatte ja meine Regenjacke an, also egal. Mal wieder suchte ich nach einer Tasche und lies mich über den großen Markt treiben, gefunden habe ich keine, es gab fast nur Fälschungen und die mag ich nicht. Ich brauche keine Marken, aber ich mag Qualität.

Irgendwann, als ich auch etwas für meine Liebsten gefunden hatte, ging gar nichts mehr, aber ich fand ein kleines Buden-Restaurant, wo es leckere Schnitzel gab. Der Schock folgte, als ich das Lokal verließ, inzwischen goß es in Strömen. Erst da merrkte ich, wie weit ich mich von der Grenze entfernt hatte und ich lernte, dass meine Regenjacke keineswegs wasserdicht ist und meilenweit kein Taxi aufzutreiben war. Was blieb anderes als zurück zum Bus zu laufen? Zwischendrin dachte ich, ich packe es nicht, mein Knie brannte wie Feuer und ch tropfte aus allen Poren. Jetzt weiß ich, wie es ist, wenn wirklich alles nass ist. Aus meinen Haaren lief das Wasser, in meinen Schuhen stand es und ich war froh über die wasserfeste Wimperntusche.

Klar fuhr mir derr Bus vor der Nase weg und so durfte ich weitere 30 Minuuten im strömenden Regen  verbringen. Ich hatte schon Angst, dass gebadete Katzen vielleicht nicht mitfahren dürfen.Aber ich durfte. Was war es schön, als ich endlich unter der heißen Dusche sstand.

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Das Projekt 52 Wochen

Ein Jahr jede Woche ein Selfie und ein paar Worte/Gedanken dazu , das ist das Projekt von Zeilenende. Ich finde es spannend, was (m)ein Gesicht so übers Jahr erzählt. Nicht nur ich mache außer Zeilenende (er hat sein Projekt bereits beendet) mit, sondern auch:

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Liebste Grüße

Ela

Tag 356: Der Himmel zürnt

So wie auf diesem ganz aktuellen Foto habe ich mir das immer vorgestellt. Bedrohlich und trotzdem wunderschön, hier kommt mein Foto der Woche:

Liebste Grüße 

Ela

Tag 355: REHA-Update

Ich habe ja manchmal das Gefühl, so langsam etwas zu nerven mit meinen gesundheitlichen Malessen. Aber da ich die erneute REHA ja auch angekündigt habe, werde ich doch berichten.

Das ich auf Usedom, in Heringsdorf bin, wisst ihr ja schon, dass es komplett anders ist, als Sylt im Januar und damit in der absoluten Nebensaison, kann man sich denken.  Aber auch davon abgesehen sind die Unterschiede groß.

Herauskristallisiert hat sich, dass das Essen eindeutig viel besser ist, bis jetzt hat es mir (leider) immer geschmeckt. Leider, weil ich schon zugenommen habe. Anwendungen habe ich recht wenige, was schade ist, denn fast alle, die ich hatte, waren echt gut. Hier herrscht anscheinend großer Personalmangel, ich habe kaum mal mehr als 2-3 Anwendungen und manchmal auch nur eine. Anscheinend fallen diese Woche die Rückenschule und die Wirbelsäulengymnastik komplett aus, was mir wirklich leid tut. Beides war echt gut, ehrlich gesagt, fühlt es sich hier eher an, wie eine Art Wellnessurlaub, was ja auch nicht schlecht ist. Aber ich bin halt hier um wieder fit zu werden.

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Da werde ich wohl Eigeninitiative entwickeln müssen, zusätzlich zum freien Schwimmen, zur MTT (Medizinische Trainings Therapie) und in die Sauna gehen müssen, denn mit ein bisschen KG und ein paar Massagen wird es nicht getan sein.

Hatte ich eigentlich von meinen Bändern erzählt? Ich weiß es nicht mehr, aber jedenfalls sind fast alle Bänder im rechten Bein überdehnt oder gezerrt (die Statik hat sich durch die OP verändert), das tut leider beim Laufen echt weh. Den Arzt, dem eh jeglicher Durchblick zu fehlen schien, wollte diese Beschwerden nicht so recht zur Kenntnis nehmen. Er riet mir zu einer Salbe (die mit der unsäglichen Werbung, wo die Oma nur geliebt wird, wenn sie durch die Salbe fit ist) und erklärte mir, man könne das tapen, aber nicht in der Klinik und er wollte mir eine Kniebandage bestellen. Bekommen habe ich HEUTE die Salbe, man tapt hier und Bandage habe ich keine bekommen.

20170710_213047Ela ist ja nicht doof, darum habe ich mein Fast-Fräulein-Doktor und You Tube befragt, beide rieten mir zum Tapen, ich dachte mir: Selbst ist die Frau  und tapte. Inzwischen ist es etwas besser geworden, nun habe ich morgen den zweiten Arzttermin und bin sehr gespannt, was er sagt. Aber mein Physiotherapeut ist wirklich gut, es muss ein Bild für die Götter gewesen sein, als er mitten in der Halle vor mir auf den Knien lag (Nein, beim Antrag sind wir noch nicht ;)) und mir eine Massage für das Band vom Knie bis zum Knöchel zeigte. Nur hat er leider diese Woche Urlaub.

 

Die Mit-Patienten bei mir am Tisch habe ich kaum kennengelernt, sie gehen immer früh und ich eher spät zum Essen. Mit einem sehr von sich überzeugten, älteren Soldaten habe ich mich ab und an unterhalten. Etwas skurril und sehr sparsam. Morgen müssten zwei neue am Tisch sitzen, ich bin schon gespannt.

Natürlich gefällt es mir trotzdem, ich mache das beste draus und unternehme viel, zwinge mich zu längeren Spaziergängen und habe mir noch einge Ausflüge vorgenommen. Usedom und Heringsdorf sind ja wirklich schön, auch wenn Petrus ausgesprochen launisch ist.

So, das war es erstmal wieder …

Liebste Grüße

Ela

Tag 354: Kennst du Miedzyzdroje?

Nein? Na, dann vielleicht Misdroy, eines der ältesten, ehemals preußischen Seebäder? Ich war heute dort und muss sagen, es war ein wunderschöner Tag. Ich hatte ja ein bisschen Sorge, so ganz allein, ein Sonntagsausflug nach Polen. Diese Sorge hätte ich mir  komplett sparen können, ich habe einmal mehr festgestellt, ich mag meine Gesellschaft. Ich habe mich nicht allein gefühlt, sondern nur selbstbestimmt.


Auf den Weg gemacht habe ich mich per Boot, um genau zu sein mit der Adler-Vineta, heute Früh um 9:20 Uhr von der Seebrücke. Erst sah es so aus, als käme gleich ordentlich was vom Himmel, aber dann entschloss sich die Sonne einfach mal den ganzen Tag ihr Bestes zu geben und so war schon die Bootsfahrt  ein Genuss.



Misdroy (der Einfachheit nenne ich den Ort im Text so), hat ebenfalls eine ganz tolle und lange Seebrücke, von der als wir gerade anlegten ein echtes Piratenschiff mit sehr lustigen Touristen losfuhr. Mir fiel direkt auf, dass die Polen etwas mit Engländern gemein haben, die Kälteunempfindlichkeit. Als ich ankam war es noch recht frisch, so 15-16 Grad, das hinderte die Polen aber nicht in Badebekleidung das Piratenschiff zu entern. Ich hingegen löste mich erst nach und nach von Strickjacke und Parka. Auf der Seebrücke geht direkt die Post ab, Musik, Cocktailbars, Eisdielen, Saftbars und … und … jede Menge fröhliche Menschen.

Ich glaube, in Polen isst man noch viel lieber als bei uns, ich weiß nicht, ob ich je solch eine Sammlung von Lokalen unterschiedlichster Coleur auf einen Haufen gesehen habe wie in Misdroy. Sogar einen Döner gab es, der aber nicht Istanbul hieß, sondern Berlin, warum wohl? Der letzte Abschnitt (oder der erste) der Seebrücke stammt noch aus dem 19. Jahrhundert, wirklich schön, darin und darum befinden sich in erster Linie … ja, richtig … Restaurants, Imbisse, Cafes und Eisdielen. Aber es gibt auch ein paar Geschäfte und Kioske. Sofort fiel dem kundigen Auge auf, dass die Klamotten zum Teil richtig schön sind.

Als ich rauskam war ich erstmal fast erschlagen von all den vielen Menschen, die über die Promenade spazierten, shoppten, lachten und sich amüsierten. Viele Polinnen sind nicht nur sehr attrakraktiv, sondern auch chic. Wie machen die das nur bei dem vielen Essen? Die Promenade ist eigentlich mehr ein Park, in dem es ein breit gefächertes Vergnügungsangebot gibt, von Spielhallen über Luftballons bis zu Autoscouter gibt es quasi alles. Wunderschön fand ich einige der alten Villen im Zuckerbäckerstil, leider war nicht herauszufinden, was sie für eine Geschichte haben und der richtig Park ist einfach herrlich. 


Ich beschloss erstmal einen kleinen Rundgang zu machen, überall im Ort gibt es die Mischung, elegante Hotels, Apartementhäuser, Bretterbuden und schöne alte Villen. Wobei Bretterbude noch nichts über das Aussehen aussagt, denn teilweise sind sie wirklich sehr liebevoll herausgeputzt und der grüne Daumen scheint hier in den Genen zu liegen.





Nachdem ich ein bisschen Geld getauscht hatte, beschloss ich, dem Rat der besten Tochter zu folgen und ins Hotel Aurora essen zu gehen. Das Restaurant heißt Miramare und der Tipp war Gold wert. Ich habe für kleines Geld einfach phantastisch in sehr angenehemen und elegantem Ambiente geschmaust. Für ein köstliches Entrecoat mit hausgemachten Süßkartoffel-Pommes und Salat habe ich gerade mal 66 Zloty (16,50 €) bezahlt, dafür dürfte man in einem vergleichbaren deutschen Restaurant bestimmt mindestens 29-35 € zahlen.


Nach einem ebenfalls sehr leckeren Cappuchino setzte ich meine Ortstour fort und kaufte mir noch eine tolle Bluse, den obligatorischen Magneten für unseren Kühlschrank und setzte mich ein bischen in den Park, mein Bein tat inzwischen richtig doll weh und auch die Füße moserten.



Bevor es nach 6,5 Stunden wieder aufs Schiff ging, machte ich noch einen Einkehrschwung in eines der Cafes auf der Seebrücke und aß eine Baisertorte zum Niederknien, nicht wie bei uns, unten Teig, dann Obst, dann Baiser sondern erst Baiser, dann eine lecker Sahne mit Greschmack, in meinem Fall noch Blaubeer und oben dann nochmals sehr fluffiges Baiser.
Die Rückfahrt war auch wieder schön, es hat gerade richtig geschaukelt und die Ela machte ein Nickerchen 😉



Liebste Grüße

Ela

Tipp: Restauant Miramare im Hotel Aurora

Tag 351-353: Mein Jackpot

Heute vor genau 25 Jahren war der vielleicht wichtigste Tag meines Lebens, ein kleines, sehr empörtes Bündelchen Mensch trat in mein Leben und stellte alles, was bis dahin wichtig war in Frage und nichts sollte je wieder so sein wie vorher.

Bis ein paar Monate vor diesem Tag war ich eine junge, sehr ehrgeizige Frau auf der Karriere-Leiter, ich wollte nach oben. Genau das war auch mein Hauptgrund in den Aufbau Ost zu gehen. Mein Weg war straight, 60 Wochenstunden die Regel. Das was ganz und gar nicht auf meinem Plan stand, war die Liebe. Nur das war dem Schicksal offenbar egal.

Tja, und von sowas komt sowas und so erschien vor genau einem viertel Jahrhundert mein persönliches kleines Wunder, mein Töchterchen in meinem Leben. Vom ersten Tag war sie eine kleine Persönlichkeit und tat selten, dass was man sich so vorstellte. So schlief sie schon im Krankenhaus durch, damals gab es noch Rooming in nur am Tag, alle, wirklich alle Babys wurden 1-2 x pro Nacht zu ihren Mamas gebracht, nur meines nicht. Ich weiß noch, dass ich nachts, trotz frischer Kaiserschnittnarbe, ins Babyzimmer wankte um zu schauen, ob sie noch da ist und atmet. Sie war da und so kleine Seufzerchen bewiesen, sie lebte, nur fand sie (bis heute) Schlafen echt cool.

Auf einmal war die Karriere genauso zweitrangig wie  Fernreisen. Wie das Leben so spielt. Oh, ich arbeitete weiter, aber es gab andere Prioritäten. Ich war zurück gegangen, meine Arbeitszeit war mir wichtig, ich reduzierte auf 35 Stunden, weil ich merkte, ich bin keine dieser Super Mums, die alles ganz easy wuppen. 

Für mich, habe ich mich richtig entschieden. Bereut habe ich es nie, dieses kleine Wunder, dass vom Wonneproppen, zum kleinen Prinzesschen und bis heute zu einer taffen und selbstbewussten jungen Frau heranwuchs, wäre noch viel mehr wert gewesen.

Lustigerweise bin ich auch beruflich glücklicher geworden, habe meinen Weg gefunden. 

Sorry für ein bisschen Kitsch!

Liebste Grüße 

Ela

Tag 350: Gute Nacht liebe Sonne!

Heute sollen Bilder sprechen, ich bin noch ganz hin und weg. Schau dir diesen Himmel an. Einmal so einen Himmel mit dem Pinsel aufs Papier bringen … mrin neuster Traum …