Die perfekte Welle erwischt?

Ursprünglich habe ich diesen Beitag im Mitmach-Blog zum Thema der 37. KW 2017 „Jetzt oder nie“ veröffentlicht.

Es gibt Gezeiten auch für unser Tun.
Nimmt man die Flut wahr, führet sie zum Glück,
versäumt man sie, so muß die ganze Reise
des Lebens sich durch Not und Klippen winden.

(William Shakespeare: Julius Cäsar IV, 3. (Brutus))

Ich musste ganz schön lange über das Thema der Woche (37/17) „Jetzt oder nie“ nachdenken, ehe mir eine passende Situation aus meiner persönlichen Geschichte einfiel.

Vielleicht weil sie schon so lange her ist, habe ich sie verdrängt oder war sie in Wirklichkeit einfach nicht besonders wichtig? Als mir das obige Zitat von Shakespeare einfiel war auch dieser Schwank aus meinem Leben wieder gegenwärtig.

Mein großer Traum  mach dem Abi war es Touristik zu studieren, Reisen war so lange ich denken kann meine große Leidenschaft und ich wollte gerne auch beruflich damit zu tun haben. Der Studiengang war damals Anfang  der 80iger gerade erst aus der Taufe gehoben worden ubd es gab ihn nur an zwei Standorten in Deutschland. Vorbedingung der Immatrikulation war eine Berufsausbildung als Reiseverkehrskskauffrau oder eine mehrjährige Tätigkeit im Bereich Tourismus. Ich wusste, ich würde das Studium selbst finanzieren müssen, daher musste ich vor und möglichst auch während der Studienzeit Geld verdienen. Also beschloss ich erstmal Stewardess zu werden, da gab es seinerzeit gutes Geld. Also bewarb ich mich und fand mich schneller als gedacht beim ditten und letzten Interview bei British Airways. Dort erfuhr ich dann, ich hätte nach London ziehen müssen, eigentlich ein Grund zum Jubeln, aber da war ja noch mein Freund, die Hochzeitsglocken klingelten schon im Hintergrund . Wir waren schon ein paar Jahre zusammen und ich war fest davon überzeugt, es ist für immer.

Zwei Tage später kam der Anruf, ich hatte die Stelle und würde genug verdienen um später mein Studium zu finanzieren. Und was tat ich dumme, verliebte Nuss? Ich sagte: „Nein!“ Wegen meinem Freund. Es kam, wie es kommen musste, mein  Freund war weg und ich studierte „auf Beamtin“.

Ich hatte und habe ein gutes Berufsleben, habe ein Stück unserer Geschichte live und in Farbe aus nächster Nähe miterleben dürfen. Aber es gab und gibt auch immer wieder Frust. Trotzdem gibt es eigentlich nichts zu mecken aber stelle ich mir doch die Frage, was wäre gewesen, wenn ich die Flut genommen hätte? Wie wäre mein Leben wohl verlaufen?

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