Mein sehr persönlicher Rückblick auf das Jahr 2017 1.0

Hälfte 1 fing bescheiden an, hatte gute Seiten, blieb im Grunde aber …

Jedes Jahr überlege ich mir am Ende, was es mir und wohin es mich gebracht hat. In diesem Moment würde ich es am liebsten kurzmachen, es auf den großen Misthaufen werfen und nie mehr daran denken. Da ich aber schon ein großes Mädchen bin, werde ich es mir doch etwas näher anschauen und sehen, ob es nicht auch Dinge gab, die mich stärker, weiser, einfach glücklich oder dankbarer gemacht haben.

Angefangen es – sorry – besch***, am 2. Januar lag ich auf dem OP-Tisch, nach kurzer Besserung fingen schon in der REHA auf Sylt die Schmerzen wieder an. Trotzdem muss ich sagen, die vier Wochen im Winter eine großartige Erfahrung. Besonders meine Seele wuchs (Wachsen Seelen?) Ich hatte wundervolle Therapeuten, einen tollen Arzt, der tatsächlich mit mir arbeitete, das Meer schenkte mir Momente reinen Glücks und durch die Ergotheraphie fand ich zurück zum Malen und den Farben. Ein Abenteuer, ein Experiment und Urlaub für die teilweise geschundene Seele.

Nach der Reha versuchte ich weiter auf die Füße zu kommen, probierte es mit Ignorieren und „Selbsthypnose“. Jeder – außer mir damals – wird ahnen, diese Gedanken waren ziemlich albern. Aber immerhin in dieser Zeit durfte ich mit meinen liebsten Menschen sechs wundervolle Tage in London und Wales verbringen, stattete dem Doctor (Who) einen Besuch ab und lernte die sehr unterschätzte Stadt Cardiff kennen. Zugegegeben, mancher Schritt war eine einzige Qual, aber sie war es wert!

Schon bald musste hatte ich mich einer weiteren Erkenntnis stellen, eine weitere OP war unumgänglich. Ich hörte mir meine Optionen an, sprach mit verschiedenen Ärzten und mir wurde endgültig klar, ich leide unter dem Flatbacksyndrom, dass die meisten Skoliose-Patienten erwischt, die in den 60igern, 70igern und frühen 80igern nach „Harrington“ operiert worden sind. Am Ende entschied ich mich für die am wenigsten invasive OP. War die Entscheidung richtig? Werde ich das je wissen? Aber ich fühlte mich einfach nicht bereit für weitere Bewegungseinschränkunge, wollte nocht nicht alt sein.

Meine Tochter wurde in dieser Zeit so wirklich erwachsen, war mit mir in diversen Praxen, übersetze Fachchinesisch und wälzte für mich Fachbücher, statt die letzten Tage des Unilebens aus vollen Zügen zu genießen. Ich weiß, wirklich nicht, wie ich das alles ohne sie überstanden und die Schmerzattacken ertragen hätte.

Ende Mai überstand ich die zweite OP mit leichtem Herztüdelü und der Hoffnung auf die Weisheit meines Bauches. Einen Tag später war ich tatsächlich schmerzfrei! Bis, ja bis, eine übereifrige Physiotherapeuthin im Krankenhaus ans Werk ging. Sie verlangte viel zu früh, viel zu viel und mir fehlte – wie so oft – der Mut einfach „Nein“ zu sagen.

Bis zur Beginn der Anschlussheilbehandlung verging ein guter Monat, in dem ich echt um Fortschritte kämpfte. Mein Rettungsanker war wirklich unsere Terrasse, die ein Stückchen Paradies in der Großstadt ist, dort verbrachte ich viele Stunden schreibend, lesend oder malend, sah den Pflanzen beim Wachsen zu und beobachtete die Vögel an der bewachsenen alten Hauswand gergenüber bei der Brutpflege zu und bekam ab und an Besuch von „unseren“ Eichhörnchen.

Eigentlich eine gute und solange ich nicht versuchte, allzuweit zu laufen fast schmerzfreie Zeit, in der irgendwann sogar der Baum (Joga) so irgendwie wieder ging. Ich entdeckte anhand meiner „Kunstwerke“ meine bunte und ziemlich kitschige Seele und hatte erstmals in diesem Jahr das Gefühl es geht wirklich aufwärts.

Aber dann erkrankte meine 83-jährige Mutter und Mitbewohnerin, die gesundheitlich sowieieso sehr angeschlagen ist, ziemlich schwer. Jetzt musste sie mit einer üblen Infektion am Bein ins Krankenhaus. Zum Glück überstand sie alles ganz gut, aber uns dreien wurde klar, wir müssen einen Pflegegrad für sie beantragen. Denn es kann ja auch jederzeit eine Situation eintreten , die Hilfe von Außen notwendig werden lässt. Ich glaube, ich war an dieser Stelle das erste Mal bei „Ich kann nicht mehr“ noch dazu machten imner mehr meiner Haare den Abflug und dieses dünne, leicht verfilzte Gestrüpp auf meinem Kopf frustrierte mich, alt und häßlich fand ich mich. Also machte ich Tabularasa und lies mir einen echt kurzen Kurzhaarschnitt verpassen, der mich nicht wirklich verschönerte.

In all diesen Mist platzte dann noch die Nachricht, dass der Mann, der mir einst das Herz gebrochen hatte und an dem das dumme Ding noch immer ein bisschen hing, sich eine (junge) Braut im Osten zugelegt und geheiratet hatte.

Das war es nun aber mit den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 und morgen … ähhhhm nachher geht es weiter …

Liebste Grüße

Ela

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4 Kommentare zu „Mein sehr persönlicher Rückblick auf das Jahr 2017 1.0

  1. Liebe Ela, Dein Jahr 2017 war alles andere als leicht, aber trotzdem lese ich zwischen Deinen Zeilen viel Zuversicht, innere Stärke und Lebensbejahung. Es ist super, wie Du Dich allem stellst und die notwendigen Schritte durchziehst. Für 2018 wünsche ich Dir das Allerbeste, Kraft, Vertrauen und viel Gesundheit!
    Und ich freue mich schon auf viele weitere wunderschöne Fotos – vom Meer, der Küste und Deiner Terrasse!
    Andrea

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Andrea, ganz herzlichen Dank 🙂 Natürlich gab es auch Momente, in denen einfach nichts mehr ging, aber ja, ich denke mir immer, vielen geht es viel schlechter …Außerdem will ich den Mist nun hinter mir lassen …

      Ich wünsche dir auch ein wunderbares 2018❣

      Manuela

      Gefällt 1 Person

  2. Da war vieles schwer und die Verzweiflung wird öfter mal an die Tür geklopft haben, aber du hast dich da durchgekämpft und die guten Dinge genossen und da kannst du doch stolz auf dich sein !

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