abc.Etüden 19.20.2020 – Geschichten aus der alten Villa Teil IV

#abc.etüden

Soviel Ärger hatte ich noch mit KEINEM Beitrag, egal was immer ich versuchte, löschte, machte und tat, immer wieder erschien Christianes vorletzte Schreibeinladung und der Link zu Myriade. Alles vergeblich, bitte entschuldigt, ich nehme an Ursache für das große Chaos war die neue Funktion „Blöcke zur Wiedervetwendung speichern“. Nie wieder! AUF m End3 musste ich alles neu machen …

Was bisher geschah ….

Teil I

Teil II

Teil III

Lale und die alte Villa, Teil IV

Nein, das konnte doch nicht wahr sein, ehe Lale einen klaren Gedanken fassen konnte, fand sie sich auf den Knien wieder und konnte nicht mehr aufhören zu lachen, ihr Bauch schmerzte schon, immer wieder gackerte sie los, jedes Mal, wenn sie wieder hinüber ins Bett schaute. „Oh Spuki, ich glaubs ja nicht“. Zurück kam ein irritiertes und leicht beleidigte: „Miau“, bevor Spuki ihr das Hinterteil zuwandte und sich wieder den drei reizenden Katzenbabys zuwandte, die anscheinend gemütlich im alten Bett wohnten und nun mauzten- weil sie wieder an ihre Milchquelle wollten. Als Unterlage diente ein großes Strandtuch, auf dem ein Katamaran abgebildet war. „Hatte ich echt Schiss vor drei so zauberhaften kleinen Wesen? Du, liebe Spuki, hättest mir ruhig einen kleinen Tipp geben können“, sagte Lale noch immer lachend. „So geht das doch nicht, wenn wir ab jetzt eine WG sein wollen, kannst du doch deine Kindchen nicht totschweigen“. Sichtlich stolz und fast schon großspurig sprang Spuki vom Bett, ging durch die Tür und drehte sich nochmal zu Lale um und sagte wieder „Miau“. „Ja doch, ich verstehe schon“, meinte Lale schmunzelnd, auf den Schreck brauchst du ein Leckerli“. Heiter und beschwingt lief Lale nun die Treppe hinunter. Noch nicht ganz unten angekommen, hört sie den Türklopfer, der dumpf durchs Haus hallte. Schnell läuft sie zur Tür, wie blöd, dass es hier keinen Türspion gibt, wer sollte sie um die Zeit noch besuchen wollen? Sie kannte doch noch niemanden. Menno war diese Tür schwer, sie musste sich regelrecht dranhängen, aber endlich öffnete sie sich doch, wenn auch unter lautem Knarren. Lale sah buchstäblich schwarz, denn da war niemand, nur die Kühle und Schwärze des späten Abends. Sie schaute zu allen Seiten, da war wirklich kein Mensch, vermutlich wollte sich irgend ein Jugendlicher einen Scherz erlauben. Gerade als sie sich anschickte, die Tür zu schließen, fiel ihr Blick nach unten. Verwundert sagte sie zu Spuki, die wohl nachsehen wollte, wo ihre Milch blieb: „Was ist denn das und wo kommt das her?“ Da lagen eine langstielige rote Rose und ein Blatt Papier, beschwert mit einem Stein. Lale hob das Blatt auf, beim Lesen wurde ihr ganz anders, wie sagt man so schön – da geht jemand über mein Grab – ihre Hände fingen an zu zittern, Tränen traten in ihre Augen. Denn da stand:

Fortsetzung folgt

Regeln

Drei vorgegebene Wörter sollen in eine Geschichte mit maximal 300 Wörtern integriert werden.

Die Begriffe der Woche:

Katameran, großspurig, totschweigen

Wortgeber der Woche:

Olpo Olpenator

Schreibeinladung:

Christiane

❤-lichst

Ela

8. Mai 2020 – 75. Jahrestag der Befreiung❗

…Befreiung von NS-Regime, von der Unmenschlichkeit, vom personalisierten Bösen oder wie meine Freundin S. ganz richtig sagt vom Abschaum.

Leider kann man all dies nicht mit Stumpf und Stil ausrotten, aber man kann es kleinhalten und man muss an die Greultaten des sogenannten Dritten Reichs erinnern, sie dürfen NIE vergessen würden. Würde mich jemand fragen, würde ich das Buch Der gelbe Stern von Gerhard Schoenberger zur Pflichtlektüre jeder Schule machen. Ich selbst hatte das Glück eine Lehrerin gehabt zu haben, die in direkter Nachbarschaft zum KZ Theresienstatt aufgewachsen ist. Das kollektive Nichtwissenwollen ihrer Familie und Nachbarn, sie selbst war bei Kriegsende ein 13-jähriges Kind, hat Frau G. wohl nie losgelassen. Deshalb hat sie uns dieses Thema wohl so nahgebracht, uns Bücher lesen und Filme sehen lassen. Wir mussten Referate halten und dabei bin ich auf die wahre Geschichte einer Mutter gestoßen, die zwischen ihren beiden kleinen Töchtern wählen musste, welche leben durfte und welche direkt in die Gaskammer musste. Ist eine größere Perversität, ein ausgeprägter Sadismus denkbar❓Natürlich starben am alle drei, nur musste eines der kleinen Mädchen ganz alleine in den Tod gehen.

Eine der Geschichten, die ich nie vergessen habe und die mich ganz sicher verändert hat. Seit damals, hat mich das Thema nie mehr losgelassen und so waren wir gestern zu dritt (mit Abstand und Maske Stopersteine putzen.

Ich mag die Idee der Stolpersteine, weil sie kalten Fakten, Namen und Geschichten geben. Man steht vor einem Haus und denkt, hier haben ganz normale Menschen wie du und ich gelebt, gelacht geliebt, gelitten, gestritten und geweint. Das einzige, das sie unterschied war ihr Glaube, den die meisten eher nachlässig – wie wir – gelebt haben. Willkürlich wurden sie zuerst mit einem gelben Stern und einem in den Pass gestempelten J für Jude gedemütigt und gebrandmarkt, ihre Kunst wurde brutalste zerstört, bevor sie auf bestialische Weise vernichtet wurden.

Machen wir uns nichts vor, hätte Hitler nicht Juden gehasst, sondern Christen oder aber blonde, blauäugige Menschen, wären die meisten von uns niemals geboren worden.

Heute war beispielsweise ein Stolperstein dabei, den wir geputzt haben für Leo Löwy dabei, sozusagen ein doppelter Löwe und ein solcher muss er in der Tat gewesen sein, denn er hat es geschafft, seine Familie und sich in Sicherheit nach Shanghai zu bringen. Soviel Kampfgeist oder das notwendige Glück, vielleicht auch Geld hatte Familie Schmollenberger nicht, sie alle wurden deportiert und starben in der Gaskammer.

„Kommt es euch wohl zu, Menschen zu verbrennen, weil sie von einer Rasse abstammen, die ehemals ein kleines steiniges Land in der Nähe der Syrischen Wüste bewohnte? Was schert es euch, ob ein Mann eine Vorhaut hat oder nicht, oder ob er seine Osterandacht bei Vollmond im April hält oder am Sonntag darauf?Voltaire

❤-lichst

Ela

Die kleinen Wunder …

Manchmal ist das Leben merkwürdig, ich hatte im September letzten Jahres beschlossen, mich mehr zu engagieren um damit auch Danke zu sagen für mein großes Glück im Unglück. Ja, es ist schon ein kleines Wunder, dass ich nach meiner riesigen OP 2019, wieder so auf die Füße gekommen bin, kaum noch Schmerzen habe, wieder normal arbeiten und meine Mutter pflegen kann und eigentlich auch – verglichen mit den meisten anderen – nur wenig eingeschränkt bin. Das habe ich natürlich in erster Linie meinem wundervollem Arzt, aber auch ganz viel meiner Tochter, die mich vom ersten Tag zuhause an, getriezt hat. Ja, es war hart und ich wollte manchmal so gerne sagen: „Das geht nicht mehr, ich kann nicht“. Das hat sie nicht zugelassen und dafür bin ich hier heute sehr dankbar, denn es geht mir gut.

Nun aber zum Engagement, ich wollte gerne etwas für Kollegen tun, die wie ich lange Krankzeiten hatten, mit Einschränkungen leben müssen oder auch – wie ich – pflegen. Gerade zu diesem Zeitpunkt rief mich ein Kollege an und fragte mich, ob er mich auf die Liste unserer Gewerkschaft für die Personalratswahlen setzen darf, vielleicht auch etwas weiter oben, als letztes Mal. Freudig stimmt ich zu, beteiligte mich am Wahlkampf und landete schließlich auf Platz 6 unserer Liste. Nach der Wahl stellte sich raus, damit war ich zweiter Ersatz, gar nicht schlecht. Ich war zufrieden.

Am Tag der konstituierenden Sitzung hatte ich Urlaub, denn da musste/durfte ich ja nicht hin, eigentlich. Denn irgendwann erreichte mich auf allen Kanälen ein Ruf zu eben dieser Sitzung. Also machte ich mich auf und war pünktlich dort. Zwei der Kollegen vor mir auf der Liste, nahmen ihr Mandat nicht an und dass heißt, ich bin nun tatsächlich Personalrätin und ich freue mich auf die damit verbundene Arbeit und auf die neuen Impulse in meinem Leben. Denn alles Neue ist ja einer Herausforderung und die brauchen wir Menschen, ganz egal wie alt wir sind.

(Kleine) Wunder geschehen eben …

❤-lichst

Ela

Homeoffice für alle❓ Nicht für mich❗

Genau zwei Wochen durfte ich an zwei Tagen in der Woche im Homeoffice arbeiten, was gut klappte.

Schon vorher hatte ich Mobiles Arbeiten (2 Tage pro Woche) beantragt, mein Arbeitsplatz gibt das her, weil ich zu 40 % für unsere Software zuständig bin.

Mein Grund ist die Pflege meiner Mutter (PG 3), die beispielsweise nichts isst, wenn niemand Zuhause ist, aber auch häufig stürzt.

Mein Chef sieht das anders …

Für diesen Chef ist aber nun leider der Computer eine fremde Spähre, er lässt sich Mails ausdrucken und benutzt ein Smartphone ausschließlich als Kamera. Weil ich Personalverantwortung habe, müsse ich immer ansprechbar sein, meint er. Interessant ist nur, dass ich freitags ja eh nicht arbeite, weil ich „nur“ 35 Stunden tätig bin. Noch weiter zu verkürzen, kann ich mir nicht leisten. Daher würde ich in Wirklichkeit mal gerade einen zweiten Tag körperlich abwesend sein. Sowas wie WhatsApp oder Videokonferenzen sind für ihn unvorstellbar.

Nein, er ist nicht uralt, sondern drei Jahre jünger als ich.

Auf der anderen Seite sagen mir Personalrat und Schwerbwhindertenbeauftragte, ich hätte ein Recht auf mobiles Arbeiten. Um ehrlich zu sein, habe ich so gar keine Lust auf Streit, aber im Endeffekt ist .ir meine Mutter wichtiger.

Die Situation ist wirklich schwierig, ich habe das Gefühl, jetzt macht mir mein Chef das Leben sehr schwer. Ich soll jetzt wieder meine vier Tage ins Büro kommen, dass ich selbst durch Voerkrankungen zur Risiko- und meine Mutter sogar zur Hochrisikogruppe gehört, interessiert ihn nicht.

Was tun sprach Zeus❓

Mich macht das traurig und ich bin enttäuscht, weil ich nicht mehr weiß, was tun. Wegbewerben für die letzten paar Jahre oder standhaft bleiben.

Was würdet ihr tun❓

❤-lichst

Ela

Beam me up …

Ich bin natürlich auch bei Instagram und ich liebe Fotomontagen.

Was fehlt mir zur Zeit am meisten? Reisen und vor allem das Meer. Daher habe ich mir vorhin ein Einhorn gebastelt, dass mich hinbringt, wohin immer ich möchte. Sorgen lasse ich einfach hinter mir. Na ja, in meinen Träumen …

Wovon träumst du❓

❤-lichst

Ela

Wir schützen unsere Alten und Kranken❗ Schützen wir sie❓

Ja, ja, ich weiß, schon wieder Corona, da müsst ihr jetzt stark sein. Meine Mutter ist alt, schwer vorerkrankt. Somit ist sie eine sogenannte Hochrisikoperson (was für ein blödes Wort!). Weil sie eine solche ist, kam sie seit Mitte Februar, als wir aus Mailand kamen – Corona war da noch etwas, das uns nichts anhaben konnte – nicht mehr aus dem Haus, sie sieht mich, weil sie mit mir lebt und anfangs noch meine Tochter, die sich als Ärztin in einem Krankenhaus mit Coronafällen nun aber nicht mehr nach Hause traut und bei einer Freundin wohnt. Gerade als die Ausgangssperren begannen und der Coronatest zum Glück negativ war, fing mein Urlaub an, fünf Wochen war ich Daheim, weil der alte Urlaub weg musste.

@privat

Ab dieser Woche nun bin ich zwei Tage im Büro und zwei im Homeoffice. Für meine Mutter waren schon die Wochen mit mir nicht einfach, ich bin kein großes Plappermäulchen, lese viel, bin ewig am Schreiben und das bisschen Haushalt, Einkaufen u.s.w. (mein Traumurlaub!). Aber immerhin konnten wir in Ruhe frühstücken, ich habe mir Zeit für sie genommen und wir haben von (irgendwann) kommenden Urlauben und besseren Zeiten geträumt, meine Tochter hat täglich angerufen. Doch jetzt sitzt sie an meinen Bürotagen neun Stunden ganz allein in der Wohnung, liest zwar viel, eine begeisterte Fernseherin war sie noch nie und viel mehr geht aus gesundheitlichen Gründen nicht.

Doch jedes Mal wenn in den Nachrichten wieder vom Hochrisikopatienten die Rede ist, bekommt meine Mutter große Angst, die sich irgendwann zu einer Depressionen auswuchs, inzwischen vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht vom Tod spricht und weint. Mir zerbricht dann fast das Herz und ich weiß, sie muss unbedingt wieder raus, sonst stirbst sie tatsächlich an Corona, wenn auch nicht am Virus direkt. Ich habe jetzt beschlossen, dass wir am Sonntag in den Zoo (mit entsprechendem Schutz) gehen und hoffe, das hilft ein wenig.

Jetzt frage ich mich, was machen allein lebende Menschen, die ebenfalls alt und/oder vorerkrankt sind, sich nicht nach draußen trauen oder können und als einzige Gesellschaft, ihr selten klingendes Telefon, den Fernseher und hoffentlich Bücher haben. Ich stelle mir das unglaublich belastend vor, ich würde wahrscheinlich meinen Wänden Namen geben und so langsam durchdrehen. Dabei bin ich gesund und kann mich auf so viele Weise beschäftigen. Gestern habe ich in einer Zeitschrift, von einem Netzwerk gelesen, dass die Alterseinsamkeit bekämpft und eine Telefonhotline eingerichtet hat. Eine tolle Initiative, wie ich finde.

Noch schlimmer müssen die Menschen in Alten- und Pflegeheimen dran sein, die keinen Besuch mehr bekommen dürfen, oft halb vergessen sind und auch im Heim nur in ihrem Zimmer sitzen, wenn es hochkommt ein paar mal am Tag eine Pflegekraft sehen. Zu alledem was ja wirklich schon genug wäre, kommt der Todesengel der über ihnen schwebt. Was muss in diesen Menschen vorgehen, wenn sie lesen, dass in einigen Heimen die Bewohner wirklich sterben wie die Fliegen? Diese (Todes-)Angst vermag ich mir gar nicht vorzustellen. Spätestens dann wird das Virus zur ganz persönlichen Bedrohung. Denn auch, wenn manche sogenannte Experten ja meinen, dass es doch nicht so schlimm sei, weil Menschen über 80 ja sowieso nicht mehr allzu lange Zeit haben. Ich sehe das anders, vielleicht weil ich mit einem Menschen in diesem Alter lebe, die meisten alten Menschen würden gerne noch die ihnen verbleibende Zeit nutzen, haben Wünsche und Träume. Ich durfte mal eine Dame interviewen die kurz vor ihrem 102 Geburtstag stand, viel Pläne hatte und sich auf verschiedene Ereignisse sehr freute.

❤-lichst

Ela

abcEtüde 17.18.20 – Geschichten aus der alten Villa, Teil III

Mal sehen, was das diese Woche mit der Schreibeinladung wird? Ich stecke mal wieder im Schreibloch fest, was sich ungewohnt anfühlt, nach Wochen (Monaten) mit unbändiger Schreiblust. Es soll wieder eine Geschichte aus der alten Villa werden, da es zur Zeit mein Ziel ist an einer Sache dran zu bleiben.

Die Vorgeschichten:

Teil I

– Teil II

Lale und die alte Villa (Teil III)

@Pixabay

Was sollte Lale nur tun? Die Polizei rufen? Lächerlich, schneller wäre bestimmt niemand zum Gespött der Gegend geworden. So tun, als gäbe es gar nichts? Dann schlottern die Knie und wer weiß was noch, fröhlich weiter. Nachschauen, war da wohl tatsächlich das Klügste, denn mehr Alternativen fielen ihr nicht ein. Also gut, dann los, Spuki hatte sich verdrückt. Lale bewaffnete sich mit einem Teil des Kaminbestecks, dem Schürhaken und schlich die alte knarrende Treppe hoch, ihre Nerven schienen förmlich zu flattern und die Knie waren so weich wie Butter. Auf dem Flur lag ein sicherlich irgendwann einmal kostbarer, jetzt mottenzerfressener Teppich, der ihre Schritte dampfte. Die fast greifbare Stille war bedrohlicher als jedes Geräusch, kaum traute Lale sich zu atmen. An jeder der etlichen Türen hier oben lauschte sie, aber nichts, mutig drückte sie die erste Türklinke an der dicken braunen mit Schmuckelementen versehenen Tür, aber hier stand nur ein alter Schreibtisch aus Nussbaum mit einem passenden Stuhl, ein völlig unspektakuläres Arbeitszimmer, wie es schien. Da, was war das? Wieder ein Weinen? Noch kläglicher, wie sie meinte. Vorsichtig schloss sie die Tür, im nächsten Raum stand lediglich ein, wenn auch wunderschöner gläserner Flügel mit einer Sitzbank und einem Notenständer. Der Raum hinter der dritten Tür barg ein großes, altmodisches Himmelbett, dessen verschlissene Vorhänge geschlossen waren. Vorsichtig mit laut pochendem Herzen und zitternden Händen schlich sich Lale ans Bett und öffnete mit Schwung einen der Bettvorhänge. Das konnte doch nicht wahr sein, in dem Bett … (245 Wörter)

Fortsetzung folgt …

Etüden Disclaimer

Teppich, gläserne, flattern

Diese tollen Begriffe stammen von Myriade und müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen, enthalten sein. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr in der Schreibeinladung der lieben Christiane.

❤-lichst

Ela

Schreiben bei Jutta Reichelt, Tag 7: Ein kleines Projekt, Tag 1

#juttareichelt #schreibwerkstatt

Na, dann stürze ich mich mal ins Vergnügen und versuche mich an einem mehrteiligen Projekt, aus der Schreibwerkstatt von Jutta Reichelt und ich hoffe, es ist in Ordnung wenn ich einfach so mitten rein hüpfe?. Jetzt wüsste ich gerne, ob ich nun einen Link in die Kommentare setzen muss/soll.

Augusta kommt auf den Geschmack

@pixabay

Augusta stapfte durch den weichen, weißen Sand, was gar nicht so einfach und fast ein Wunder war. Sie war tatsächlich das erste Mal in 60 Jahren an der Ostsee. Dabei war sie weder zu arm, noch zu unsicher, nur zu beschäftigt zum Reisen hatte sie sich immer gefühlt. Bis vor kurzem in ihrer Alpenbuchhandlung und mit der Pflege ihres Vatets. Nun hatte sie aber ihr Geschäft an ihre Nichte Fine abgegeben hatte und ihr Papa war leider nicht mehr, dann war da noch ihr großesr Garten und ihre kleine Großnichte Marie. Dabei hatte sie immer so gerne ihre Familie und ihre Freunde von ihren Reisen erzählen hören. Nach den paar Stunden in denen sie nun hier auf dem Darß war, wusste sie schon, dass sie viel verpasst hatte.

Was war sie Fine dankbar, dass sie keine Ausrede hatte gelten lassen und sie quasi entführt hatte. Sie hatte sich nie vorstellen können, dass es irgendwo auf der Welt genauso schön sein könnte wie in ihrem Allgäu. Doch der Himmel hier war so weit, so strahlend blau, der Strand so weiß, die Forshytoen blühten nach Kräften, einige Bäume fingen auch schon jetzt zu Ostern an zu blühen und dann dieses ganz besondere Licht, dass alles in einen Zauber zu tauchen schien. Kein Wunder, dass hierhin schon immer so viele Künstler gekommen sind.

Als Augusta am Meeressaum angekommen war, die kleinen Wellen kalt, aber irgendwie auch zärtlich um ihre Füße spielten, sie die salzige Luft tief in sich einbog überkam sie ein Gefühl von Freiheit und Unendlichkeit.

❤-lichst

Ela

abcEtüden 15.16.20 – Geschichten aus der alten Villa, Teil II –

Immer noch Corona und damit im Leerlauf, die Fantasie hat viel zu tun. So darf ich weiter von meiner alten Villa träumen.

Lale und die alte Villa, Teil II

„Guck nicht so jämmerlich, du bekommst ja was und verhungert siehst du nicht aus“ sagte Lale zum grauen Katzentier, das ihr daraufhin einen extra kläglichen Blick aus einem grünen und einem blauen Auge schenkte. Zusammen suchten sie die Küche, sie erinnerte sich nicht mehr, ihr letzter Besuch war 47 Jahre her und sie war 12 gewesen.  „Ah vielleicht hier“ sagte sie als sie in einem schlichten Flur stand und drei weiße Holztüren vor sich sah. Sie spürte das weiche Fell der kleinen Grauen an ihrer Wade, als sie die erste Klinke drückte, aber der Raum war wohl eine Rumpelkammer. Mit der zweiten Tür hatten sie mehr Glück, denn vor ihnen lag die große altmodische, aber gemütliche Küche. Lale war froh, dass der Anwalt sein Versprechen gehalten hatte und die Villa hat saubermachen lassen, der Modder fast eines Jahrzehntes wäre übel gewesen. „Na Spuki, so heißt du jetzt übrigens, dann schauen wir doch mal, ob es hier etwas für dich gibt“. Auch in diesem Punkt war Verlass auf den Anwalt gewesen, es fand sich H-Milch und eine Dose Sardinen und für Lale gab es Käse, Butter, frisches Brot, Mineralwasser und Rotwein. Lecker, der Mann weiß, was gut ist, dachte Lale, davon würden sie eine Weile zehren können. Hungrig wie sie war, setzte sie sich mit Spuki (nur heute!) auf die weiße Holzbank. Was war das? Knarrten da oben gerade Dielen und das andere Geräusch, war das Weinen? Spuki stand nun auf der Bank, machte einen Buckel und schien auf dem Sprung zu sein, bei ihr stellten sich die Härchen an den Armen auf, trotzdem streichelte sie das Kätzchen tröstend und sagte: „Hab keine Angst, meine Kleine, es gibt bestimmt eine vernünftige Erklärung, gleich sind wir ganz mutvoll und schauen nach“.

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Fortsetzung folgt …

Etüden Dicclaimer

Die Bergriffe stammen heute vom Etüdenempfinder Ludwig Zeiler:

Rumpelkammer, mutvoll, zehren,

und müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr bei der Lieben Christiane auf „Irgendwas geht immer„. Bei ihr liegt auch das Copyright für die Illustration, die ihr hier als Beitragsbild seht.

❤-lichst

Ela

Wenn das Gestern plötzlich an die Tür kloppft

Vor vielen Jahren gab es in meinem Leben eine äußerst komplizierte On-Off-Beziehung. Als sie nach vielen Tränen, Hoffnungen, Leidenschaft und Problemen (endlich) endgültig endete, war ich todtraurig, aber auch erleichtert, dass ich es endlich geschafft hatte loszulassen.

Schon lange habe ich nicht mehr an diesen Mann gedacht und mein Leben ist heute ein ganz anderes. Ich bin glücklicher Single und fühle mich richtig gut in meiner Haut und meinem Leben. Sollte ich mich verlieben, dann müsste es ganz anders sein, ohne all die Dramen.

Heute schaue ich nun auf meine Facebook-Seite und da werde ich benachrichtigt von einer Freundchaftsanfrage von genau diesem Mann.

Zuerst dachte ich „Fake“ , dann sah ich mir immer wieder das Profilfoto an, aber, es ist so verdammt lange her und spielt keine Rolle mehr. Gefühlt passierte es in einem anderen Leben. Tatsächlich weiß ich nicht, ob er es ist. Im Endeffekt war es auch nicht wichtig, nach kurzer Überlegung habe ich auf „Anfrage löschen“ gedrückt. Ich habe getan was im Film „Eat Pray Love“ empfohlen – wird und ihm

Licht und Liebe geschickt und losgelassen.

Gestern ist vergangen und ich lebe heute. Er oder besser wir hatten unsere Zeit, aber die ist vorbei.

❤-lichst und bleibt gesund!

Ela