Tag 331: Ein Tischler, der ein Schreiner war, eine Maß und Ela

Diesen Beitrag habe ich zuerst auf dem Mitmach-Blog veröffentlicht.

Es war einmal eine Ela, die (es) aus dem fernen Niedersachsen nach Bayern zog, im Gepäck hatte sie ihre liebsten Menschen, unter anderem auch eine kleine (Eis-) Prinzessin. „Tag 331: Ein Tischler, der ein Schreiner war, eine Maß und Ela“ weiterlesen

Tag 321: Blau, blau, blau sind alle meine Kleider

Diesen Beitrag habe ich zuerst im Mitmach-Blog veröffentlicht zum Wochenthema Blau.

Picasso soll man bloß nicht glauben, nur er habe eine blaue Periode gehabt, ich hatte sie auch. Nicht nur puncto Kleidung, Wohnung, nein überhaupt in jeder, okay bis auf den Alkoholgenuss, famot hab ich es nicht so. Wenn ich einen Gegenstand in der Farbe Blau entdeckte, war das schon mal das wichtigste „Will haben“-Kriterium.

Schon in unserer vorübergehenden bayrischen Wohnung war Blau vorherrschend, es gab blaue Schränke, Tische,  Stühle und natürlich war auch das Sofa blau. Man höre und staune ichcbesaß sogarvein blaues Dirndl und mein Kind einen ebensolchen Kinderwagen. Es kam schon fast einer Revolution gleich, dass Töchting ihre erste Kür in rosa lief, was aber nur am mangelnden Geschmack der Trainerin lag, aber immerhin, das allererste Eislaufkleidchen war … genau … blau.

Als wir dann vor 16 Jahren nach Berlin zogen, trafen wir die Verstandesentscheidung: Weg vom Blau. Und dann gingen wir einkaufen und was soll ich sagen: blauer Teppich, Sofa, Accessoires … tja, blöd gelaufen, wir gaben auf und ich strich die Wände auch noch blau. Habe ich schon erwähnt, dass ich schönen, blauen Augen nur schwer wiederstehen kann?

Die große Wende brachte erst der Umzug im letzten Winter, dabei gab es keine Absprache oder ähnliches, es passierte einfach. Es zog nichts neues Blaues bei uns ein, weder in den Gemeinschaftsbereichen, noch in den privaten Zimmern. Jeder der uns heute besucht, würde wohl annehmen, unsere Lieblingsfarben sind rot, rosa, pink. Blau findet sich immer weniger.

Nur beim persönlichen Shoppen bin ich Blau noch immer verfallen, gibt es ein Shirt in rot und blau, nehme ich blau. Was solls, ich finde, die Farbe steht mir einfach und so thinke ich nur wohntechnisch pink, ansonsten genieße ich weiter wenigstens an und an meine blauen Stunden …

Tag 316: Ordentliche Chaotin

Diesen Beitrag habe ich zuerst im Mitmach-Blog veröffentlicht.

​… kaum eine Beschreibung träfe wohl besser auf mich zu, na okay, man könnte auch noch liebenswerte hinzufügen 😉

(Fast) mein ganzes Leben versuche ich es schon, Struktur in die Sache zu bringen und alles schön zu ordnen. So wirklich gelungen ist es mir nie. Manchmal rede ich mir ein, dass läge nur an meinem wachen Geist und meiner Kreativität, aber Bullshit, im Grunde bin ich wohl einfach so gebaut.

Bestes Beispiel dafür ist dieser Blog, er sollte eigentlich  dazu dienen, mein Thema (soll man angeblich haben) zu finden und dann dranzubleiben. Eine Richtungsidee gab es auch schon mal und zwar Das Leben ü50. Dann aber stellte ich fest, mein Hirn hat vor sechs Jahren nicht in den Modus über 50 geschaltet (gibt es den?), es ist wie es immer war, an manchen Tagen wohl seine angemessenen 56, aber an anderen auch 100, 80, 40, 20 und ab und an wohl auch fünf. Haben Gedanken überhaupt einen Bezug zum eigenen Alter. Sagt wirklich das Kleinhirn zum Großhirn: „Ey Alter, jetzt komm mal runter und denke deinem Alter angemessen!“? Wenn ich beispielsweise über meine Terrasse schreibe, fühle ich Freude, aber doch keine Freude ü50, wenn ein Post ums Loslassen geht, wird das natürlich mit zunehmendem Alter aktueller, aber im Grunde ist es ein Thema, das sich durchs Leben zieht, genau wie Gesundheit, Reisen und ..

Wirklich? Meine Art des Reisens ist gar nicht so viel anders als mit 20, ich war nie auf Interrail Tripp und auch keine Backpackerin. Es war ja auch eine andere Zeit und so bin ich im Laufe der Jahe immer mehr von den Pauschalreisen abgekommen und organisiere selbst. Aber hat das nun was mit  dem Alter zu tun? Wenn überhaupt wohl eher mit Erfahrung.

Natürlich gibt es ein paar Themen, die alterspezifisch sind, wie Wechseljahre, alte (pflegebedürftige) Eltern, Falten, Kinder, die aus dem Haus gehen, … Aber will ich mich so beschränken? Nein! Denn auch alle anderen Themen können meine sein , na ja ausgenommen vielleicht Autos und Fußball.

Seht ihr, ich tue es schon wieder und so geht es mir immer, ich fange ordentlich an und schreibe einen Blogpost über Chaos. Was passiert, mein Thema wandelt sich, macht sich selbstständig: „Nun aber Ela, zurück zur Sache!“, ermahne ich mich.

Ein anderes Beispiel, vor dem Umzug habe ich mir vorgenommen, meinen Besitz erheblich zu reduzieren, was erstmal auch prima klappte. Aber dann kamen all die schönen Sachen die riefen: „Lauf mich, hol mich, mach mich, ich passe zu dir“ und ich ließ mich, na klar, oft verführen.

Auch im Büro nehme ich mir arbeitstäglich vor, alles immer gleich abzuheften, wenn es erledigt ist, aber dann überlege ich mir, ob ich nicht doch noch eine Kopie für meine Handakte bräuchte oder es nützlich für den Vorgang XY wäre. Also darf er (und nicht nur er) erstmal auf meinem Schreibtisch bleiben. So zwei-, drei- oder viermal im Jahr ist dann das große Abheften angesagt, genauso langweilig wie -wierig.

Auch ein gutes Thema Kochen, schön ordentlich fange ich mit einem Rezept an, aber halt, Schwein mögen wir nicht, das oder jenes mag (isst) Töchting nicht und das findet Muttern doof, das vertrage ich nicht, bis dann irgendwann nichts mehr vom eigentlichen Gericht überbleibt. Merkwürdigerweise ist es dann ab und an mal trotzdem, auch in der Elavariante lecker, abernicht immer.

So zieht sich der Hang zum Chaos durch mein Leben und wisst ihr was, das bin ich und genau so mag ich es. In diesem Sinne:

Willkommen Chaos!

Liebste Grüße 

Ela

Tag 295: Zeit, wo bist du geblieben, wo willst du hin

Diesen Beitrag habe ich ursprünglich im Mitmach-Blog veröffentlicht

Manchmal wache ich morgens auf, erschrecke mich und denke „Scheiße Mädchen, du bist 56“ und irgendwie kann ich es selbst nicht glauben, das kann nicht sein, wo sind nur all die vielen Jahre hin?.

Strauss, oh graus und rosa Wolken

Es war gestern doch erst, als ich mit 17, Strauss als Bundeskanzler verhindern und Männer in Anzügen für den Bundestag verbieten lassen wollte. Ich hatte so unendlich viele Träume, ich wollte nie mehr besitzen, als in zwei Koffer passt, ich wollte einen Job, der mich um die Welt führt oder aber nach Hollywood und einen Oscar gewinnen, kurz hatte ich sogar mal daran gedacht Prinz Charles zu ehelichen und irgendwann die Queen zu werden . Nur ein paar Jahre später sah es wieder anders aus, meine große Liebe und ich waren schon eine Weile zusammen, träumten von Hochzeit und Kindern, ich wollte Germanistik und Philosophie studieren, die Welt besser machen. Ganz kurz darauf war er ausgeträumt der Traum, der Mann war weg, ich sehr traurig und mindestens genauso wütend und setzte beruflich auf Nummer Sicher. Ist das alles wirklich schon so lange her, dass es mir scheint, es geht um eine andere, eine Fremde?

Große Abenteuer im Trabbi

Mit dreißig machte ich mich dann endlich wirklich auf zu einem großen Abenteuer, ich ging in den Aufbau Ost. Die vielleicht aufregendste, aber auch arbeitsintensivste  Zeit meines Lebens begann, wir, mein Kollege und ich, der nicht immer Kollege blieb, fuhren im Trabbi oder Wartburg durch alte Alleen, graue Dörfer, aßen Soljanka oder Wurstgulasch, wir entdeckten unterirdische Bunkeranlagen, waren in Honeckers Regierungsmaschine, feierten in einer russischen Kaserne. Ich verliebte mich nicht nur in meinen Kollegen sondern auch in Potsdam (diese Liebe blieb).

Mama und Bayern

Mein Kollege wurde mein Geliebter, mein Mann und machte mir das größte Geschenk meines Lebens, meine Tochter. Die Liebe war groß, hielt dem Alltag aber nicht stand, ich ging zurück nach Braunschweig. Aber schon bald merkte ich, hier war es zu klein für mich geworden und wieder brach ich  auf, diesmal gen Westen und im Gespann mit Mutter und Kind. Meine Karriere fing an Fahrt aufzunehmen, ich interessierte mich für Frauenpolitik, war engagiert und wurde gefördert.  Aber wieder kam es anders, ein Todesfall zwang mich für einige Jahre nach Bayern (da wollte ich eigentlich nie hin). Ein paar Jahre später ging ich schweren Herzens, denn ich hatte mich ins Allgäu verliebt, wieder mit Mutter und Kind im Gepäck, nach Berlin, dort begann für mich so richtig die Zeit als Eislaufmama im (Synchron-) Eiskunstlaufzirkus, Auch das war eine tolle Zeit, ich km in Orte, wo ich ohne den Sport niemals gekommen wäre, begann für für zwei Fach-Zeitschriften zu schreiben, lernte die Stars der Szene kennen.

Wohin führt der Weg?

Ich verstehe es nicht, wie kann es sein, warum ist das alles (bis auf die eine Zeitschrift) Gestern? Ich fühle mich nicht, als würde ich innerhalb der nächsten 10 Jahre in Pension gehen. Ich habe noch immer noch einen Kopf voller Träume und eine faltenfreie Seele, wenn auch einen angeschlagenen Körper.

Manchmal muss ich daran denken, dass mir, wenn ich viel Glück habe, vielleicht noch 25 gute Jahre bleiben. Ich sehe es an meiner Mama, dass das Alter nicht wirklich lustig ist, viele Einschränkungen mit sich bringt und – was ich wirklich furchtbar finde – der Mensch nicht mehr für voll genommen wird, er ist lebendig und scheint doch schon außerhalb zu stehen. Manchmal sprechen Leute (z.B.) Ärzte mit mir, obwohl meine geistig super fitte Mutter neben mir sitzt.

Das macht mir Angst, genau wie die Zeit, die im gleiche Maße schneller wird, wie ich langsamer. Trotzdem bin ich auch gespannt auf alles was da noch kommen mag. Werde ich ein paar meiner Träume noch verwirklichen, eine Zeit am Meer und/oder unter südlicher Sonne leben, wie ich es mir wünsche, reisen malen und schreiben oder kommt es doch wieder ganz anders?

Liebste Grüße

Ela

Tag 288 (Mitmach-Blog): Wer ist die Frau in meinem Spiegel?

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem Mitmach-Blog , zum Wochenthema:  Spieglein, Spieglein

Es gibt Tage, das stehst du auf und weißt genau, das hättest du lassen sollen. So ein Tag war dieser, schlaftrunken wankte ich aus meinem schönen, warmen Bett ins Bad, schaute vorsichtig in den Spiegel:  HILFE! Da war sie wieder, die Frau in meinem Spiegel. Ich kenne sie nicht und will sie auch gar nicht kennen. Ich kann sie nicht leiden! Rote Augen mit Ringen darunter,  blaß ist die Olle und die Haare erst, lauter wilde Locken die zu allen Seiten abstehen. Aber was will DIE in meinem Spiegel? Dieser Spiegel gehört mir!!! Und ICH habe keine roten Augen mit Ringen, dafür tolle Locken und eine wunderbare Haut, jawoll! Komisch nur, sie hat genau meine Haarfarbe und -länge, meine Augenfarbe und -form und der Leberfleck, da auf der Wange, den habe ich auch.  Eine Zwillingsschwester vielleicht, von der ich nichts weiß? Nein, das kann nicht sein, ich bin viiiiel jünger, also maximal meine Kusine! Kommt Kinder, redet mir nichts ein, ICH bin DAS nicht! Ich glaub, ich geh wieder ins Bett und träume von Jugend und Schönheit.
Ich entscheide mich dagegen, mein Boss hätte bestimmt kein Verständnis. Dann muss ich wohl irgendwas tun an dem Weib da im Spiegel, ihm irgendwie helfen, sonst geht nachher noch die satt meiner los. Erstmal eine Ladung eiskaltes Wasser ins Gesicht, „iiigiiiit“ („Menno stell dich nicht so an, wer schön sein will, muss leiden!), dann ein paar Extraportionen davon auf die Augen. Ein vorsichtiger Blick, ahhhh, sie wird zum Menschen. Nach dem Duschen gönne ich ihr dann etwas Zaubercreme und ein bisserl Farbe im Gesicht. Jetzt noch die Haare entwirren. Wieder ein Blick in den Spiegel, geht doch, warum nicht gleich so? Eigentlich gar nicht so übel das Mädel, vielleicht werden wir ja Freundinnen?

Tag 292: Es lebt und ist voller Hohn

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem Mitmach-Blog , den ich klasse finde, weil man darin zum einen immer spannende Beiträge findet, zum anderen sieht, wie andere ein vorgegebenes Thema umsetzen und ich persönlich lerne, zu jedem Thema etwas zu Papier bringen zu können.

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Es lebt! Freunde ES kann nicht leben, weil es ist sächlich und damit ein Gegenstand ist und die leben nun mal nicht, sprach die Ratio.

Ich fürchte Ratio hat keine Ahnung, denn sie kennt meinen Laptop und meinen Drucker, dieses Dreamteam nicht, wenn die mal wieder Böcke haben, mich zu ärgern. Da ist noch diese eine super wichtige Seite, die jetzt noch gedruckt werden muss und Druckerchen behauptet, er habe nun keinen Toner mehr. Was tut Frauchen dann? Entweder rennt es, während der Öffnungszeiten, hektisch zum nächsten Shop und gibt viel zu viel Geld für doofe Druckerfarbe aus oder es schickt, außerhalb der Öffnungszeiten, seiner lieben Freundin die Seite, hofft diese ist da und druckt die Seite aus. Was tut Druckerchen dann? Richtig, er grinst sich einen. Was sagt Ratio dann? Ich spinne? Ratio kann mich mal, sie hat keine Ahnung von Druckerchen. Oder aber von Läppi. Frauchen hat Abgabetermin, es ist 23.55 Uhr, es freut sich ein Loch in den Bauch: Geschafft! . Gerade will es (das Frauchen) auf Senden drücken, da wird der Bildschirm blau und Läppi sagt: Es wurde ein Problem festgestellt und er versuche es jetzt zu beheben. Die Uhr tickt, Frauchen bricht in Hektik aus, nimmt das Smartphone aus dem Ruhemodus, schreibt stolz die Mail, bis Sch***! ein Gedanke: Mist, ich habe den Artikel noch nicht in der Cloud.  Um 0:30 Uhr beschließt Läppi, nun habe er das Problem behoben und steckt Frauchen die Zunge raus, weil es sich nun wieder ne blöde Entschuldigung ausdenken muss.

Und Hotti, Frauchens Backofen erst, der ist schlau, es gibt Tage, da backt er die leckersten Kuchen, bevorzugt dann, wenn keiner Kuchen will. Aber Hotti hasst Besuch, wenn der kommt, wird der Kuchen wahlweise schwarz, pupstrocken oder aber glitschig. Er ist echt ne fiese Möp, manchmal.

Und Ratio, übrigens, du brauchst gar nicht so blöd zu feixen, du musst nämlich auch nicht wirklich, wenn ich gerade vor der tollsten Tasche der Welt stehe, an die rote Zahl, die angeblich mein Kontostand ist, erinnern!

Ergeht es dir gelegentlich genauso oder besitze nur ich so fiese Technik???

Liebste Grüße

Ela

Tag 286: Du siehst aber gut aus … für dein Alter (Mitmach-Blog)

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem Mitmach-Blog . Übrigens eine richtig gute Sache mit tollen Mitstreitern, schaut doch mal vorbei!

Du siehst aber gut aus … für dein Alter

Diese Aussage fällt mir, neben Zimt, spontan ein, wenn jemand von mir wissen will, was ich nicht mag.

Was heißt denn das, ich sehe gut aus für mein Alter? Würde ich doof aussehen wenn ich älter oder jünger wäre oder muss ich nun mit anderen Frauen meines Alters konkurieren. Hat schon mal jemand gehört, dass dieser Satz zu einer 25-jährigen gesagt wurde? Ich nicht, aber für Frauen 40+ ist das Standard. Scheinbar geht es  nicht an, dass diese Frauen einfach nur gut aussehen, denn eigentlich sind sie doch schon unsichtbar.  Über einen Mann habe ich diese Aussage, glaube ich, auch noch nie gelesen. Dafür lese ich in der Bunten: „Elle … hat einen tollen Body für ihr Alter“. Seid ihr blind, die Frau hat einfach eine Hammer-Figur, egal für welches Alter. Die meisten Teenies würden dafür morden. Auch Julia Roberts ist nicht schön für ihr Alter, sie ist es einfach.

Wie wohl jed (r) höre ich gerne, dass ich gut aussehe, aber wenn dann dieser Nachsatz kommt, haltet lieber die Klappe und sagt nichts. Außerdem wäre es mir eh lieber, ihr findet mich spannend, einfach so …

Liebste Grüße

Ela

P.S.  Welche nett gemeinten Bemerkungen bringen euch eigentlich zum Kochen?

Tag 280: Die Sache mit den Ostereiern

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem Mitmach-Blog 
Keine Frage, ich mag Ostern, ich finde den Anlaß schön und liebe natürlich die beiden damit verbundenen Feiertage, nur die Sache mit den Eiern will mir nicht in den Kopf.

Symbol des Lebens u.s.w., ist schon klar, aber im Zuge der Eierfärberei soll ich dann tatsächlich ein Dutzend oder mehr gute Eier möglichst phantasievoll färben? Mit Farbe, die unwillkürlich auch im Inneren des Eies  landet und sie nicht wirklich appetitlicher oder gar leckerer macht und dafür sorgt, dass kaum einer die Eier gerne essen mag? Trotzdem wird man tagelang genötigt – egal wo man ist – doch ein „lecker“ Ei zu essen.

Früher als Kind, haben wir die Eier vor dem Färben immer ausgeblasen und Oma hat ihren berühmten ostpreußischen Puffkuchen (10 Eier!!!) mit dem Inhalt gebacken. Das war toll! Die leeren Schalen landeten hübsch verziert am Osterstrauch, ein paar davon, habe ich noch. Leider lebt Oma schon lange nicht mehr und das Rezept ist mit ihr dahin, außerdem würden wir den Kuchen wohl kaum schaffen.

Mindestens 12 von meinen  super-duper Bio Eiern, die die kleinen, flauschigen Küken am Leben lassen und schweineteuer sind, soll ich mal eben in bunte Farbe tauchen und hinterher sind sie im Grunde perdu? Jetzt versteht mich bloß nicht falsch, ich esse echt gerne Eier, gekocht, gebraten, als Rührei oder als Omlette, aber bei maximal zwei auf einmal ist meine Obergrenze erreicht. Das gleiche gilt für den Rest der Familie. Geizig oder Schwäbin bin ich auch nicht, aber nee, keine Ostereiereien mit mir!

Aber halt stop! Zählen auch Schokoeier? Da sind wir nähmlich ziemlich weit vorne dabei.

In diesem Sinne euch allen, wunderschöne Ostern

eure

Ela

Tag 262 – Wie gut, dass ich nicht Rumpelstilzchen heiß

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem Mitmach-Blog  und hat es mir echt schwer gemacht …

Tut man etwas für einen anderen, fordert man oft – wenn auch nicht so direkt – etwas für sich ein. Geben und nehmen, so wie es sich für ordentliche Kapitalisten gehört. So dreht sich doch unsere Welt.

Ist das auch im Privaten so? Sollte auch hier hinter jeder guten Tat die Forderung nach einer Gegenleistung stehen?

Ich für meinen Teil habe mich nach so manchem Frust entschieden, entweder tue ich etwas, weil ich es tun möchte oder weil ich überzeugt bin, es ist das Richtige oder ich lasse es einfach sein. Seitdem ich so handle ist mein Stresspegel deutlich gesunken, auch weil ich mich ebenfalls  dazu durchgerungen habe, mich, hat mir jemand was Nettes getan, nicht immer standdepede revanchieten zu müssen. Inzwischen habe ich begriffen, dass es oft ein einfaches „Danke“ tut oder auch ein paar leuchtende Augen können Dank genug sein.

Ich gebe zu, mein Weg bis hierhin war nicht leicht, der letzte Auslöser … Im letzten Jahr habe ich mich für ein Team meines liebsten Lieblingssports echt weit aus dem Fenster gelehnt und habe beim Herausgeber der Zeitschrift für die ich schreibe, nach echt langem und harten Kampf durchgedrückt, dass das Team nicht nur ein Portrait und ein Interview im Heft sondern auch ein Cover bekam. Ehrlich gesagt, hatte ich mir da schon wenigstens ein „Danke, gut gemacht“  und ein kleines Bisschen gezeigte Freude erwartet. Die einzige Reaktion die kam war aber meckern am Cover-Foto, weil nicht alle Beine gestreckt waren. Das hat mich echt getroffen, ich war ziemlich traurig.

Nachdem ich dann aber lange genug Frust geschoben hatte, dachte ich mir: „Erwarte künftig nichts, du wolltest es schließlich tun, niemand hat dich gebeten“. Ich muss sagen, dass funktioniert imzwischen ganz wunderbar und ich lebe sehr viel zufriedener.

Liebste Grüße

Ela

Tag 253 – Pssst! – Beschrei es bloß nicht!

Ursprünglich  habe ich diesen Beitrag im Mitmach-Blog zum Thema der Woche „Perle“ veröffentlicht.

Damit bin ich groß geworden, also wenn ich beispielsweise sagte: „Das habe ich schon 1000 mal gemacht und es ist immer gut gegangen“ kam prompt diese Ansage. Auch wenn ich mich besonders gesund und/oder glücklich fühlte, hörte ich: „Pssst …“.

Gleich wetdet ihr denken: „Die Ela spinnt“, womit ihr auch nicht so ganz unrecht habt, ist doch was dran. Kurz vor Weihnachten (ihr erinnert euch?) hatte ich endlich das Gefühl, das Lejen ist toll und es geht mir wieder gut, ich bin fit. Leider äußerte ich das auch und was passierte? Schon am 1. Feiertag lag ich flach, am zweiten ging gar nichts mehr und ich landete erst am Tropf und kurz darauf auf dem OP-Tisch.

Noch schlimmer, man (frau) belächelt einen Mitmenschen, der gerade richtig in den Seilen hängt, weil er vielleicht einen mehr oder minder dummen Fehler gemacht hat.  Als Reaktion äußert man ziemlich  selbstzufrieden: „Wie kann man nur so dämlich sein, dass könnte mir niiiiiiiiie passieren“.  Es kann, seit euch gewiss, demnächst macht ihr euch zum Deppen (ich spreche auch da aus Erfahrung).

Die Moral von der Geschicht? Pssst!!! – Beschrei es bloß nicht !

Liebste Grüße

Ela