Tag 129 – Qual am Zahn

Meine Mädels haben sich wieder vertragen (zum Glück), heute war ich nun dran.

Mehr als drei Stunden habe ich im Zahnarztstuhl verbracht. Würde ich behaupten: „Es war gar nicht schlimm“, „Tag 129 – Qual am Zahn“ weiterlesen

Urlaubstag 9 (Tag 94) – Warum Scharbeutz nichts für Leute mit Handicap und/oder ohne Auto ist

Geht es eigentlich nur mir so? Fast in jedem Urlaub, der länger als eine Woche dauert, gibt es diesen Tag, an dem ich mich frage: Was mache ich hier eigentlich?  Genau dieser Tag war heute, ich war grundlos so richtig stinkig und fand alles doof. 

Zum Glück kamen mir nicht allzuviele Menschen in die Quere. Aber der Frau von der Tourist-Info habe ich erstmal einen Vortag gehalten, wie wenig sich der Ort für Menschen mit Handicap und überhaupt für solche ohne PKW eignet. Aber damit habe ich auch recht!

Direkt im Ort gibt es nicht den kleinsten Supermarkt/Späti und auch keinen Drogeriemarkt, dahin muss man erstmal eine recht lange Strecke  (mehr als 1 km) bergauf laufen. Ich würde es nicht schaffen, einen Rollstuhl darauf zu schieben und auch ein Kindetwagen wäre Schwerstarbeit. Meine Mutter, gehbehindert mit Willi (ihr Rollator) wäre mir unterwegs fast kollabiert. Dabei gibt es unten am Meer Hunderte von Ferienwohnungen. 

Bushaltestellen sind nicht ausgeschildert und auf dem Rückweg von Timmendorfer Strand  oder Travemünde hält der Bus nur oben auf dem Berg.

Während es unten keinen Supermarkt gibt, ist oben kein Cafe oder Ähnliches zum Rasten, das nenne ich mal Ausgleich.

Also egal ob meine Laune nicht gut war, das finde ich noch viel weniger gut!

Der Weg bergab, in Wirklichkeit viel steiler

Urlaubstag 4 (Tag 92) – (Fast) alles Strand

Copyright: 365tageimleben, 2016

Gut fing er an, der Tag, mit einem super leckerem, vielfältigen Frühstück, viel besser als in Lübeck. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet. Überhspaupt überzeugt uns unser Hotel Götsche immermehr.

Ansonsten war der Tag auf Strand und Chillen ausgelegt. Heute Früh haben wir uns ein bissschen im Ort umgesehen, sind einmal durch den Kurpark und haben uns an der Tourist-Info mit allerlei bunten Prospekten versorgt.

Copyright: 365tageimleben, 2016

Das Mittagessen war nicht wirklich erwähnenswert. Msue Puffer.

Am Strand war es schön und sandig, im Wasser war ich nur mit den Füßen, zum Baden gab es mir zu viele Algen. 

Copyright: 365tageimleben, 2016
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Meinem Fuß hat es leider nichts gebracht, er wird immer dicker, alle sagen, ich muss zum Arzt, ich mag aber nicht.

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Abends waren wor im Cafe Wichtig und wieder war es schön und lecker. Abends fühltebich mich weihnachtlich, ob der bunten Beleuchtung. Eka fand es wie Las Vegas und Gedöns 🙂

Copyright: 365tageimleben, 2016, Cafe Wichtig
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Tag 70 – Ich habe Rücken

Gestern dachte ich noch, meinem Rücken geht es endlich wieder gut. Heute zwickt es wieder gehörig.  Ich habe nämlich Rücken, um genau zu sein, eine S-förmige Skoliose (meine Wirbelsäule ist kurvig statt gerade und ich bin dadurch etwas schief), an der ich 1976 das erste und 2014 das zweite Mal operiert wurde. Gar keinen Zweifel, ich habe Glück gehabt, bis vor 10/15 Jahren hatte ich nie Rückenschmerzen. Die Halswirbelsäule ist seit 2014 auch teilweise versteift und ihr geht es, wenn ich brav meine Übungen mache, gut. Natürlich bin ich in der Beweglichkeit eingeschränkt, aber damit habe ich mich arrangiert. Die Lendenwirbelsäule, der einzige nicht operativ begradigte  Teil meiner Wirbelsäule macht mir trotz Sport und Physio immer mehr Probleme.

Das Blöde ist, ich kann nicht vorhersehen, wann es wieder losgeht, natürlich immer zum unpassensten Zeitpunkt, wie eben jetzt, wo die Wohnung nach weiterem Einsatz schreit. Aber vermutlich habe ich letztes Wochenende ein wenig übertrieben und nun habe ich die Quittung. Jedenfalls ist mir mal wieder der Weg durch den Flur zu weit und vor den Geschirrspüler muss ich mir zum Ein- und Auspacken einen Stuhl stellen. Aber am unangenehmen ist es, dass ich mich, wenn ich gesessen habe, erst mal wieder in eine gerade Position bringen muss und es mir schwerfällt aufrecht zu gehen.

Habe ich Schmerzen? Ja, klar, die sind nicht von schlechten Eltern  und bei Bewegung ziemlich arg. Medikamente wirken nur wenig und wenn, nur sehr kurzfristig.  Ich muss dazusagen ,  ich verweigere mich Opiaten, so lange es nur geht. Ich versuche meinen Rücken mit REHA-SPORT,  manueller Therapie und selbst zusammengestellten Übungen in den Griff zu bekommen. Meist gelingt das auch ganz gut, aber wenn ich mich dann mal wieder mit einem Möbelpacker verwechsle, dann …
Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Gibt es etwas tolleres, als am Morgen aufzuwachsen und nichts tut weh? Das Problem wäre nur, dass ich dann vermutlich tot wäre 😉
Moment des Tages:

Gerade auf dem Boden liegen und merken, wie sich der Rücken entspannt 
Foto des Tages

Tag 49 – Ab 50 musst du IMMER Strümpfe tragen!

Das war meine Überschrift in einem früheren Blog. Dazu kam es durch ein Treffen mit zwei Bekannten zum Mittagessen. Damals war ich noch nicht lange 50 und auch nicht so richtig glücklich mit dieser Zahl. B. eine der Frauen, die so zwei bis drei Jahre älter ist als ich, eine sehr elegante und gut aussehende Frau, sagte ganz gelassen diesen Satz. Mich bestätigte er in sämtlichen Vorurteilen und nun fühlte ich mich erst recht alt. Aber B. sagte noch mehr, wie: „Ärmel sind Pflicht“ und „Kniebedeckt muss sein“ oder „Gedeckte Farben sind obligatorisch“. Ich erinnere mich noch ganz genau, ich trug, weil es ähnlich warm, wie heute war, ein luftiges kniefreies und fast ärmelloses Sommerkleidchen und natürlich keine Strümpfe. Ich war richtiggehend geschockt und nicht nur, weil ich Perlonstrümpfe aus tiefster Seele verabscheue. Ich finde, sie berauben meine Füße jeglicher Freiheit, drücken und quälen mich. Im Winter trage ich darum eigentlich immer Stiefel und Stiefeletten, da sieht man keine Strümpfe. Aber schlimmer noch, sollte ich jetzt meine Persönlichkeit ändern, nur weil ich 50 war? Ich bin eher der bunte,  lässige Typ, ich mag nichts, was beengt und will meine Stimmung auch durch farbige Kleidung ausdrücken. Daher beschloss ich erstmal auf das Gerede zu quatschen und irgendwann schlief der Kontakt zu B. auch ein. Vielleicht war ich ihr ja nicht damenhaft genug?

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Sie erklärte mir, ab nun ginge es bergab, die körperlichen Wehwehchen würden vermehrt einsetzten, ich würde schon sehen. Vorstellen konnte ich mir das nicht, ich hatte gerade einen super Lauf, ich war sehr verliebt, hatte große berufliche Pläne, fühlte mich fit und jung. Was soll ich sagen, ich weiß nicht, ob es so eine sich selbst bestätigende Prophezeiung war oder Zufall, aber kurz danach, fing mein Rücken nach Jahren der Beschwerdefreiheit wieder an mächtig Probleme zu machen, etwas später zerbrach meine Beziehung und die beruflichen Pläne musste ich wegen meines Rückens zurückstellen.

Heute sind fast genau fünf Jahre seitdem vergangen und wenn ich zurückschaue, hatte ich tatsächlich eine nicht ganz einfache Zeit zu wuppen, aber trotzdem sehe ich heute auch, dass vieles davon gut war und mich stärker gemacht hat. Ich habe gelernt mehr auf mich und meinen Rücken zu achten, ich weiß heute, dass bestimmte Übungen einfach eine tägliche Pflicht wie Zähneputzen sind, wenn ich nicht wieder, wie vor zwei Jahren auf dem OP-Tisch landen will. Wahrscheinlich war es auch gut, dass nicht mehr aus dieser Liebe wurde, weil wir vermutlich eh nie zusammengepasst hätten und hätte ich meine beruflichen Ziele verwirklichen können, würde ich nun im Ausland sitzen und mir riesige Sorgen um meine Mutter machen.

Aber Perlon-Stümpfe oder -Strumpfhosen trage ich bis heute nicht, dafür aber  kurze und ärmellose Kleider, die noch dazu bunt sind. Auch gegen meine wilden Locken (das war auch ein Punkt) habe ich nichts unternommen. Ich bin ich und wer mich nicht will, wie ich bin, bekommt mich anders auch nicht!

Bis morgen
eure

Ela

 

Gedanke des Tages:

Hilfe, die Welt geht unter!

Zitat des Tages:

Man ist immer so jung, wie man sich anfühlt (meine Oma)

Foto des Tages

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Tag 46 – Ein Held oder einfach ein Mensch?

Ich möchte heute die Geschichte von Gestern erzählen, weil sie mir wichtig scheint.

Meine Mutter hatte mal wieder einen Arzttermin, da sie den stets vollen öffentlichen Verkehrsmitteln noch nicht gewachsen ist, nahmen wir ein Taxi.

Der Taxifahrer schien nebenbei Entertainer zu sein, erzählte erst von seinem Nebenjob als Stadtführer in einer Stadt in Brandenburg und dann viele  Witze. Ich mag keine Witze, aber ich muss zugeben, diese waren schon lustig, wenn auch etwas versaut. Darum kann ich sie hier leider auch nicht wiederholen, aber einen habe ich mir gemerkt Wow, jetzt kann ich Zwei!

Meine Mutter war beeindruckt von soviel Fröhlichkeit und sagte ihm das auch. „Ach wissen Sie, was bleibt denn außer Fröhlichkeit, nachdem was ich im letzten Jahr erlebt habe. An meinem 70. Geburtstag stellte mein Enkel fest, dass ich so gelb bin“, erzählte er, „da ich in letzter Zeit auch immer müde war, ging ich zum Arzt.“

Einen Tag später lag er auf dem OP-Tisch, Bauchspeicheldrüsenkrebs! Der wohl gefährlichste, 4 cm war der Tumor. Die Ärzte entfernten neben dem  Krebs auch Teile von Magen, Darm und … Damit nicht genug, am nächsten Tag platzte ihm die Bauchdecke, also alles von vorn. Mir schoß durch den Kopf, dass seine Chancen wohl nicht gut sind, was der Fahrer dann auch bestätigte, 95 % sterben daran. Im Januar war er zur Kontrolle, die ganze Bauchdecke war voller Metastasen, inoperabel. Er bekam eine Chemo, im April war er krebsfrei, jetzt steht die nächste Untersuchung an. Er glaubt Brokkoli und Schwarzkümmel unterstützen ihn in seinem Kampf  und im nächsten Januar kommt ein neues Medikament auf den Markt. Ich fragte ihn, wie er das aushält und, dass ich ihn sehr mutig finde. Seine Antwort: „Was bleibt mir denn außer Humor und die Gewißheit, ein halbes Jahr habe ich bestimmt noch“. So sehen für mich Helden aus.

Nach dem Arzt saßen wir nochbin einem süßen, kleinen Cafe (Cafe Ma) und sprachen noch lange über ihn und natürlich fassten wir gute Vorsätze …

Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Nicht die großen Dinge machen einen Helden aus!

Tipp des Tages:

Cafe Ma am Senefelder Platz, ein kleines süßes Cafe, auch mit Plätzen unter schattenspendenden Bäumen. Die Inhaberinnen machen alles selbst. Es gibt lauter leckere Kleinigkeiten. Leider kein Internet-Eintrag. 

Zitat des Tages:

Mut ist, wenn man Angst hat und es trotzdem tut

Foto des Tages

Tag 28 -Notfall!

Alles schien so schön friedlich und auch dieser Tag versprach angenehmste Routine. Ich hatte es endlich mal geschafft früh um 5 .00 Uhr aus dem Bett zu kommen,. so dass meine Aussichten um 16.00 Uhr nach Hause zu gehen gut waren. So stand ich dann am Morgen nach dem Duschen noch nackig und halbwegs gut gelaunt beim Zähneputzen, da …

Es klingelte, wer klingelt denn um die Zeit? Der  große Schreck blieb aus, waren meine Lieben doch an Bord, also konnte das ja nur so ein verpeilter Scherzkeks sein. Aber dann, es klingelt wieder, gleich zweimal und so dolle. Ich schnappe mir mein Badetuch und bewege mich in Richtung Türspion. Jetzt kriege ich aber doch einen Schreck, da stöhnt jemand ganz laut und immer wieder höre ich: „Hilfe! Hilfe!“ Am Spion angekommen, sehe ich, vor der Tür steht unsere eine Nachbarin (die total nett ist), im Nachthemd und barfuß. Ich denke: „Mord, Überfall!  Schnell suche ich meinen Schlüssel und öffne die Tür, Frau B. fällt mir in die Arme: „Es tut so weh, mein Herz, mein Herz, bitte Arzt“ (Sie ist Russin). Wieder stöhnt sie, ich kann sie nicht mehr halten und schreie lauthals nach meiner Tochter (Ich kann laut schreien!) und bin froh, dass sie schon fast Medizinfrau ist. Zum Glück ist sie ganz schnell da und übernimmt Frau B., versucht herauszufinden, was passiert ist. Beruhigt sie, wir versuchen sie in unsere oder in ihre Wohnung zu bringen, das gelingt uns aber nicht, da ist keinerlei Spannung im Körper. So sitzt sie nun im Treppenhaus und ich habe Angst, sie stirbt. Ist man so laut, wenn man stirbt?

Schnell rufe ich den Notruf an, zuerst aus Versehen die 110, aber dann, ich versuche zu erklären …  Die Dame am anderen Ende verspricht, dass ganz schnell, Hilfe kommt.  Die Minuten laufen unglaublich langsam,. wir versuchen die Frau wach zu halten, ihr Fragen zu stellen. Tochter bleibt ganz ruhig, ich nicht.  Inzwischen habe auch ich meinen Bademantel an, ich hatte völlig vergessen, dass ich ja nichts anhabe, und gehe nach draußen um die Helfer einzuweisen (glücklicherweise mit Morgenrock).

Krankenwagen und Notarzt sind endlich nach 10  sehr langen Minuten da. Schnell beschließen sie, Frau B. kommt direkt in den RTW. Ich gehe in ihre Wohnung, hole einen Bademantel, Hausschuhe, ihren Schlüssel und eine Handtasche, die da steht. Ein merkwürdiges Gefühl, ich war noch nie in ihrer Wohnung und ich komme mir vor, als würde ich ihre Privatsphäre verletzen. Jetzt geht es ganz schnell, schon braust der Krankenwagen los. Merkwürdig vorgestern haben wir erst nett geplaudert, sie wirkte ganz gesund. Ich Sorge mich und habe keine Ahnung, wie ich ihre Familie erreichen kann. Aber das macht bestimmt das Krankenhaus.

Ein bisschen erschüttert bin ich, die Nachbarin hat wirklich, wirklich laut gestöhnt und ich schreie auch gut und niemand in diesem Haus hat auch nur seine Nase zur Tür rausgesteckt.

Mit früh in den Dienst ist nun natürlich auch nichts, ich habe Butter in den Knien. Zum Glück ist der Dienst ruhig.

Abends, kaum habe ich es mir gemütlich gemacht, klingelt es wieder. Vor der Tür steht ein ganz junger Mann und fragt mit erschrockenen Augen: „Wissen  Sie wo meine Oma ist?“ Schnell stellt sich raus, er ist der Enkel meiner Nachbarin und seine Eltern sind auch da. Dass Frau B. im Krankenhaus ist, wissen Sie schon von Frau Neugier, die sich aber wohlweislich morgens nicht  hatte sehen lassen. Manchmal würde ich mich lieber täuschen …

Aber egal, wir finden mit gemeinsamer Kraft die Oma des jungen Mannes und die Familie macht sich sofort auf den Weg. 1,5 Stunden vergehen bis es wieder schellt,  diesmal steht der Sohn von Frau B.vor der Tür mit einem riesigen Pralinenkasten, der sich bedanken will. Er erzählt, dass es zum Glück kein Infarkt war und man im Krankenhaus noch sucht.

Wir sind sehr erleichtert und auch wenn es wirklich nicht nötig gewesen wäre, uns mit Pralinen zu danken, haben wir uns natürlich gefreut und festgestellt, dass russische Pralinen sehr lecker sind.

Bis morgen
eure

Ela

 

Moment des Tages:

Als der Notarzt endlich da war

 

Song des Tages:

Ein ehrenwertes Haus

 

Tag 9 – Ist Sport Mord?

Auch der achte von 365 Tagen in meinem Leben war nicht wirklich aufregend und sollte ich nicht vielleicht schreiben, zum Glück? Gerade passiert Soviel , dass mich beunruhigt und mir Angst macht. Sollte  man besser dankbar sein , wenn es und solange es ruhig ist.?

Ich habe eine neue Physiotherapeutin für meinen REHA-Sport und hatte ein bisschen Sorge, wie das wohl laufen würde, weil die bisherige einfach toll war/ist und mir sehr geholfen hat. Doch nun sie hat die Praxis gewechselt, die ist für mich schwierig zu erreichen ist. Warum ich REHA-Sport mache? Ich habe Rücken, ich bin die Skoliose und das schon seit 45 Jahren. „Tag 9 – Ist Sport Mord?“ weiterlesen

Tag 2 – Das geht doch mal gar nicht

Heute wird so ein Tag, an dem ich mir am besten gleich beim Aufwachen die Decke über den Kopf gezogen hätte. Aber das ging ja nicht, weil mein Kind um fünf Uhr vor meinem Bett stand (ein Deja Vu!) und verkündete, ihr wäre so kalt und sie glaube krank zu sein. Dann kroch sie mit ihren 23 Jahren in Mamas Bett und fühlte sich an wie ein Backofen. Natürlich griff Mama (also ich) direkt zum Fieberthermometer und das sagte 38,8 ° und ich sagte: „Sch***!“. Kind wollte heute Abend mit und zu einer Freundin in den Süden fliegen und meine Mum und ich morgen an die Ostsee fahren (ich glaube, ich ewrwähnte es). Direkt mal in die Buchung geschaut, bis gestern hätte ich kostenfrei stornieren können und ab heute sind 80 % fällig, nochmal Sch***!. Aber auch Kind würde vom mühsam erjobten Reisepreis so gut wie alles verlieren. Wer rechnet schon mit 23 damit plötzlich krank zu werden? Mir geht es besser, in meiner Kreditkarte ist eine Reiserücktrittsversicherung enthalten. Aber STOP, von uns ist ja keiner krank. Ein drittes Mal … Nun können wir nur noch auf ein mittleres Wunder hoffen.

Weiter ging es mit meiner Drömeligkeit, denn natürlich musste ich meiner besten Freundin direkt, von unserem (kleinen) Drama schreiben und fuhr prompt zu weit. Damit war die Chance vertan doch noch meinen REHA-Sport zu schaffen. Es ist ja nicht so, dass ich das wirklich schlimm finde, ich habs nicht so mit Sport. So gern ich die meisten Wege per Pedes mache, so ungern mache ich Sport. Ich hasse es, zu Schwitzen und zu Schuften. Nein, es gibt ihn nicht, den richtigen Sport für mich.. In 55 Jahren hat man echt Zeit, vieles auszuprobieren. Also wie gesagt, für mich ist es nicht so schlimm, aber ich „hab Rücken“ und der wird ganz sicher wieder meckern und ich muss leiden. Aber es war eh zu spät. also nehm ich meine Migräne und fahre ins Büro.

Kaum am Bahnhof angekommen, sehe ich „meine Brücke“ ist nicht passierbar, eine Demo. Jetzt mal echt, wer will morgens vor acht demonstrieren? Ich als Kind der 60iger weiß, wovon ich spreche, meine schrägste Demo war mal eine mit 17, eine,gegen Männer mit Krawatte im Bundestag. Aber um 7:45 Uhr? Da ist doch Aggresiviät vorprogrammiert, ich jedenfalls neige vor meinem ersten Kaffee schon zu Randale, wenn du mich schief antguckst.

Wenigstens im Büro ist alles, wie es immer war. Nur die kleinen alltäglichen Katastrophen passieren. Aber warum hebt sich der ganze Kleinkram immer genau bis zu meinem Urlaub auf?

Aber da Tochter nun krank ist, obwohl es sieht aus, als helfen ihr gerade Medis das Wunder wahr zu machen oder ist es vielleicht doch ihr Wille. Na ja, jedenfalls lockt wohl die Sonne des Südens mehr, als ein paar entspannte Tage mit Oma und Mama.

Auch die Post kann mich nicht leiden, jetzt muss ich auch noch zur Postfiliale, das kostet mich locker 45 Minuten von der heute eh schon knappen Zeit. Es gibt um uns herum jede Menge Post-Shops, meine Nachbarn sind ziemlich nett, aber nein, ich muss los.

So Kind ist weg und das Fieber auch. Ich bin frisch geduscht, hab die Haare schön und gepackt. Wie es aussieht kann es morgen losgehen 😀