Älterwerden

Alter und Mode, passt denn das?

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Nein, Ausnahmsweise rede ich nicht von mir, dafür bin ich mit meinen zarten 57 doch viel zu jung 😉. Die Anregung habe ich vielmehr von meiner Mum bekommen, die grade zarte 84 ist und seit kurzen ihren eigenen Instergram-Account 80plus_so_what hat, der ehrlich gesagt besser läuft als meiner. Muss ich hierhin jetzt schreiben: Enthält Werbung? Na ja, gut, hiermit ist auch das erledigt

In den Medien hört Mode Affinität allerdings mit aller-, aller spätestens 70 auf und selbst das war mal gerade eine Zeitschrift. Meine Mutter stellte mir mal die Frage, warum ein Mensch, der sein Leben lang Mode mochte, irgendwann auf den „Aus“-Knopf drücken sollte Den Rest des Beitrags lesen »

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Ist 60 nur eine Zahl oder doch das neue 40?

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Neulich flog mir eine erschreckender (?) Gedanke – ohne Vorwarnung – zu,  ich bin nicht nur über 50, ich marschiere jetzt auch stramm auf die 60 zu. Es sind nur noch 2 Jahre, 3 Monate und 26 Tage!Dabei hatte ich nur über Urlaub nachgedacht und mir überlegt, dass ich zum 60-ten nun aber wirklich verreisen möchte, bisher ist mir das  zum Geburtstag noch nie gelungen. Aber das Hirn ist ja ein eigenwillig Ding Den Rest des Beitrags lesen »

Hilfe! Ich bin nicht perfekt

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Wohl niemand der sich der (bösen!?) 60 nähert, ist perfekt, es sei denn ein Schönheitschirurg hat kräftig Hand angelegt und ob man dass dann Perfektion nennen kann? Für mich gehören diese Gestalten eher ins Gruselkabinett.  Ich denke Perfektion und Mensch sein schließen sich grundsätzlich aus, abgesehen vielleicht von der Handvoll Top-Modells einer jeden Generation, wie zu meiner Zeit Claudia Schiffer & Co.. Aber genau darum kamen ja sie und nicht wir in den Model-Himmel. Und was ist eigentlich „perfekt“?

Ansonsten hat doch jede von uns ihre Schwachstellen, nein Eigenheiten oder zumindest das was sie dafür hält. Den Rest des Beitrags lesen »

Interpretiere den Trend bis er zu dir passt!

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Denn geht nicht, gibt es nicht!

Jetzt bitte nicht gleich Quatsch rufen und beispielsweise sagen: „Ich bin über 50, da kann ich doch kein Crop Top und keine kurzen Shorts oder Miniröcke tragen!“ Ich schwöre dir, du kannst es, es kommt nur auf das Wie und Wann an. Meine felsenfeste Überzeugung ist, ob ich etwas tragen kann oder nicht, ist keine Frage des Alters, sondern nur eine des der Figur und des eigenen Mutes. Für mich ist es einfach wichtig, das Kleidung für mich arbeitet und nicht das Gegenteil tut. Aber kleine Makel kann man ganz wunderbar austricksen.

Croptop, Shorts und Minirock

Bleiben wir beim Croptop (kurzes, bauchfreies Top),

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Hilfe! Bin ich alt?

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In Österreich formieren sich ganz wunderbare und mutige Frauen und demonstrieren gegen den Rechtsruck in Politik und Gesellschaft. Toll, oder? Angefangen, so der Text, hat es mit 10 Omas mit roten und rosa Strickmützen. Wenig später sind es schon 250 Frauen 55 plus in der Bewegung „Omas gegen Rechts“. Irgendwann fällt der Begriff „alte Frauen“.

Ich bin tief beeindruckt, aber etwas nagt an mir, es sind die „alten Frauen“, die“Omas“. Mir ist eingefallen, ich bin ich mit meinen 57 scheine ich zu den „alten Frauen“, den „Omas“ zu gehören. So großartig ich die Bewegung finde, so trifft mich die Wortwahl doch mitten ins Herz. Noch nie habe ich mit mir den Begriff „alt“ assoziiert und eine „Oma“ bin ich tatsächlich (noch) nicht. In mir fühlt sich nichts alt und ich glaube auch nicht, dass ich so aussehe oder mich so anfühle.

Was macht einen Menschen alt? Ich glaube ja, es ist die Resignation, das sich reinfinden, die Abwesenheit von Träumen. Nichts davon trifft auf mich zu, ich gebe nicht auf, glaube noch immer an Wunder, vielleicht sogar an „ihn“ und die Träume in meinem Kopf bleiben ungezählt. Bin ich also doch nicht alt?

Nachdenklich sitze ich – es geht mir nicht aus dem Kopf – abends beim Abschminken vor dem Spiegel, schaue in mein Gesicht, sehe die kleinen Fältchen um Augen und Mund, die Wangenkontur ist nicht mehr ganz so straff. Muss ich nun losrennen, wie eine andere mir bekannte Blogger-Kollegin, und mir die Wunderspritzen mit Hyaluronsäure und Botox holen, werde ich dadurch wieder jung oder verliere ich mich nur?

Nein mein Gesicht bleibt (vorerst) wie es ist und ob ich nun alt bin oder nicht, liegt wahrscheinlich im Auge des Betrachters. Außerdem sollte ich wohl endlich mal kapieren Alter ist kein Schimpfwort, aber Aufstehen gegen Unrecht, das ist jung!

In diesem Sinne

Liebste Grüße

Ela

abcEtüden 4.18: Ruth reist zum Ballermann

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Mir hat Ruth in den letzten Wochen richtig gefehlt, daher dachte ich mir, ich begleite sie mal nach Mallorca. Ein wenig Urlaub kann ich brauchen und etwas Sonne sowieso.

Übrigens habe ich die, im Beitrag geschilderte Situation mit den in der Lobby schwofenden älteren Herrschaften vor vielen Jahren genauso erlebt, nur war ich 24 und wollte sofort wieder abreisen. Im Endeffekt habe ich dann aber einen wunderschönen 4-wöchigen Urlaub dort verbracht. Ich hatte wenig Geld, war mit dem Studium fertig, hatte aber nette Eltern und noch etwas Zeit bis der Ernst des Lebens begann. Was soll ich sagen, genau dort lernte ich Silvester einen sehr netten (jungen) Mann kennen, mit dem ich ein Stück meines Weges ging …

Ruth am Ballermann

Ruth staunte selbst, wie war sie nur hier gelandet, genau an diesen Ort – dazu war sie fest entschlossen gewesen – da wollte sie doch niiiiiiiie hin, aber wer konnte schon Lissys‘ (ihre beste und älteste Freundin) Überredungskünsten widerstehen, sie jedenfalls nicht und so stand jetzt hier, genau gesagt am Ballermann oder was besser klang, an der mehr berüchtigten als berühmten Playa de Palma auf Mallorca und um ehrlich zu sein, war ihr jetzt, als sie vor dem heiß angepriesenen vier Sterne Hotel „Playa Beach“ stand und direkt in die Lobby schaute, ein wenig übel.

Mitten in der altmodisch anmutenden, mit schweren dunklen Möbeln ausgestatteten Halle hing nicht nur eine funkelnde und sich drehende Discokugel unter der Decke, nein, sie war voll mit – man kann es nicht anders sagen – alten, neckisch gekleideten Leuten, die Damen in Kleidern, die mit der Kugel in Sachen Glitzer wetteiferten, die Herren im Anzug mit zur Krawatte passendem Einstecktuch, die innig und sehr nah beieinander über den Mamorboden schoben und zu „Eine neue Liebe, ist wie ein neues Leben“ schwoften.

Da würde sie, Ruth, keinesfalls mitmachen, das schaffte auch Lissy nicht, auch wenn sie 85 war, Ruths Hirn funktionierte einwandfrei und sie war doch nicht wahnsinnig, außerdem alt war sie selber, da würde sie doch lieber Gleitschirmfliegen, trotz ihrer Höhenangst.

Ihre Zeit war inzwischen ein kostbares Gut, das sie sich ganz gewiss nicht von so einem Schmarrn klauen lassen würde, aber ihre Nichte hatte doch gesagt, jenseits vom Ballermann wäre Mallorca wunderschön und das Busnetz sollte prima sein, hatte sie auch erzählt.

Manchmal staunte Ruth was sie mit ihren 85 und einem kaputten Rücken doch noch schafte, aber da auch Lissy nicht die große Schwofqueen war und Ruth mit ihr einen all-abendlichen Absacker in der Lobby ausgehandelt hatte, waren sie schließlich Tag für Tag in einem der Busse gelandet und ganz schnell dem Zauber der wunderschönen Mittelmeerinsel erlegen, egal, ob sie in Palma, der alten, aber auch sehr jungen und hippen Inselhauptstadt oder im Hafen von Port Andratx waren, den nicht nur die Reichen und Schönen zu schätzen wussten oder im malerischen Soller waren, wohin sie mit der alten Inseleisenbahn durch blühende Mandelbaumplantagen und die abwechslungsreiche Bergwelt, vorbei an kleinen pittoresken Bahnhöfen, gefahren waren.

Eine Woche war eindeutig nicht genug, um die zauberhafte Insel zu erkunden und so beschlossen Lissy und sie doch demnächst mal einen ganzen Winter (das war recht preiswert) auf Mallorca zu verbringen, aber gewiss nicht am Ballermann, auch wenn, der nette Herr Seeger, der sie gestern Abend beim Absacker – natürlich war sie nur wegen Lissy und weil sie es versprochen hatte da – mehrfach aufgefordert hatte, nicht nur gut aussah, wahnsinnig gut roch, sehr charmant war und sie bezaubernd genannt hatte …

Die abcEtüden

Die Schreibeinladung zu den wunderbaren abcEtüden kommt von der lieben Christiane, die Wortspende diesmal von Wortgeflummselkritzelkram…

– Discokugel wahnsinnig klauen –

und die Illustration ist, wie immer, von Herrn lz.

Die Regeln lauten: Drei vorgegebene Worte werden in maximal 10 Sätzen zu einer Geschichte verarbeitet

Liebste Grüße

Ela

Das passt doch nicht …

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Da ich ja mal wieder meinem neuen Hobby nachgehe, im Krankenhaus rumzuliegen ;), habe ich viel Zeit zum Lesen und Surfen, wenn man dabei nicht nur der Politik (Jamaika- und GroKo-Allergie!) folgt, sondern sich auch mit seinem Alter oder je nach Sichtweise seiner Jugend auseinandersetzt, fallen so viele tatsächlich extreme Widersprüche auf, die mal ein paar Gedanken wert sind.

Bin ich nun alt oder doch (noch) jung?

In der bunten Illustrierten stieß ich zuerst auf ein Hotel für die Generation 50plus mit altersgerechter!!! Ausstattung. Ein paar Seiten weiter wurden (sehr teure) Eigentumswohnungen für Menschen 50plus angeboten, gefolgt von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln, Inkontinenzeinlagen, Treppenliften, Reisen, Mode und gekrönt von einer Partneragentur für diese Altersgruppe. Als ich da durch war, fühlte ich mich steinalt umd fast scheintot und überlegte schon mal eine Grabstelle reservieren zu lassen.

In der nächsten Zeitung las ich, Caroline Beil bekam gerade mit 50 ein Baby, XX hat zum zigsten Mal geheiratet, die Stones gehen mit Ende 60 auf große Tournee, Iris Apfel ist mit 96 ein gefragtes Model und eine Australierin machte mit 101 einen Tandem-Fallschirmsprung.

Wer soll sich da nun auskennen?

Einstein sagte: Alles ist relativ

Ist die Jugend, bzw. sowohl die innere als auch die äußere nicht eine sehr individuelle Geschichte, wie der Rheinländer sagt: Jeder Jeck ist anders. Meine Tochter hat für eine Gesundheitsstudie alte Menschen befragt und untersucht, die Leute waren von 70 bis über 100, sie sagt, dabei sei ihr alles begegnet, der superfitte 96-jährige, der noch immer gerne und oft weite Reisen macht, wie auch der körperlich angeschlagenen 100-jährige, der aber im Kopf fit wie ein Turnschuh ist und die toll aussehende72-jährige, die aber nicht mehr weiß, wie man den Aufzug bedient.

Auch interessant, das äußere Erscheinungsbild hat nicht wirklich viel mit dem Gesundheitszustand oder der geistigen Fitness zu tun. Mir wird oft gesagt, dass ich nicht aussehe wie 56 und beim Röntgen fragt man mich immer wieder, ob ich schwanger bin, dabei fühle ich mich derzeit wie 85 und ich habe mir schon überlegt, ob ich mich nicht besser zusammen mit meiner Mum im betreuten Wohnen anmelde. Echt!

Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das gefühlte Alter stark von der Tages-, Wochen- etc. Form abhängt. Es gibt Tage, da werde ich als 80-jährige wach, esse mit einer Freundin gefühlte, gackende 14 und benehme mich als Mum altersgerecht und gehe nach 30 Minuten Kraftsport als 100-jährige zu Bett. Eine Regel kann ich daraus aber auch nicht machen.

Überzeugt bin ich davon, dass wenn man positiv denkt, glücklich oder wenigstens Eins mit sich ist, das jung macht und hält. Ich kenne Menschen, die lassen mich mit offenem Mund zurück, wenn ich ihr Alter höre und zwar meine ich damit sowohl in positiver Hinsicht (vgl. Die Bienenkönigin), als auch was vozeitiges Altern betrifft. Ich habe gerade das Gefühl, mich zermürben die Monate der Krankheit, immer wieder die Hoffnung: Nun wird alles gut! und schon geht es weiter, mit der nächsten Geschicht, meine Haare sind deutlich grauer und manchmal bin ich sehr mutlos, mein Gott, heute mussten sie mich mit dem Rollstuhl zum CT fahren und die Wurzel des Übels versteckt sich weiter. Mittlerweile ist es mir peinlich immer noch nicht wieder gesund zu sein und ich schäme mich ein bisschen dafür krank zu sein.

Was läuft da schief?

Also nicht bei mir, sindern in der Werbewelt, gerade in Deutschland, der die jungen Alten wohl immer noch suspekt sind, was bestimmt ein sehr, sehr großer Fehler ist. Mich würden jedenfalls keine zehn Pferde in ein 50plus Hotel oder ähnliches kriegen, wobei ich damals noch unter 50, mal eine Dating Plattform für die reife Generation ausprobiert habe. Eigentlich waren da ziemlich nette Leute unterwegs, nur wurde mir klar, ich wollte nicht mehr suchen und in Wirklichkeit auch nicht finden.

Im Grunde empfinde ich diese Art der Werbung als Ausgrenzung und ja, als diskriminierend, es gibt junge Menschen, die Hilfe benötigen, ich habe hier eine junge Frau kennengelernt, die wegen einer Krankheit im Altenheim leben muss und es gibt auch Leute, die alt geboren werden. Meine Urgroßeltern sind hingegen noch mit mit Mitte 90 jede Woche tanzen gegangen und waren voller Lebenslust.

Meine Tochter jedenfalls ist damals mehr als skeptisch an diesen Studenten-Job gegangen, weil ihr Alte nach eigener Aussage nicht lagen, nach nicht mal drei Monaten liebte sie ihn, wegen der vielen faszinierenden Menschen und ihrer Geschichten, die sie kennenlernen durfte.

Liebste Grüße

Ela