Tag 32  – Ela kocht

Ich liebe Wochenenden und an diesem hatte ich mal wieder Lust zu kochen. Keine Sorge, ich koche besser, als ich backe 😉.

Am Anfang standen ein paar Reste vom Mittag, die mir zu schade zum Wegschmeißen waren. Bei uns gibt es zwar manchmal eine gekaufte Pizza, aber ansonsten essen wir äußerst ungern Fertiggerichte. Ich bin sicher nicht der Öko-Freak, aber ich werde doch nachdenklicher und schmeiße nicht gerne größere Mengen weg. Da aber meine Mutter nach ihren beiden OP’s noch immer starke Medikamente nehmen muss, ist ihr Appetit nicht wirklich vorhersehbar.
Nun waren da diese Erbsen und ein paar Kartoffeln. Natürlich lag da der Gedanke an ein Süppchen nah. Am Ende wurde es eine Erbsencremesuppe.
Ela’s Erbsenssüppchen


200 g Erbsen (frisch oder tiefgekühlt)

2 Kartoffeln

20 g Butter

1/2 Teelöffel brauner Zucker

1,5 Teelöffel Rinderbrühe

0,1 l Orangensaft

50 ml Sahne

1/2 Becher griechischer Joghurt

Salz, Pfeffer
Zunächst  die Kartoffeln ca. 20 Minuten in etwas Salzwasser garen. Die Erbsen separat in etwas Salzwasser kochen, die Butter und 1,5 Teelöffel braunen Zucker zugeben. Ca. 1/3 der Erbsen zur Seite tun. Erbsen und Kartoffeln  mit dem Erbsenwasser, dem Teelöffel Brühe, der Sahne, dem Saft und dem griechischen Joghurt in einen hohen Rührbecher geben. Alles (außer den beiseite gelegten Erbsen) mit einem Pürrierstab gut vermengen. Die restlichen Erbsen hinzugeben. Dann das Ganze nochmal in einen Topf geben,  erhitzen und abschmecken. 

Die Suppe schmeckt sehr gut mit selbstgemachten Coupons. 

Zum Servieren einen Klacks Sahne und etwas frische Petersilie  oben drauf geben.
Guten Appetit! Meine Mutter war begeistert.
Bis dann 

eure
Ela



Zitat des Tages:

Liebe geht eben doch durch den Magen
Gedanke des Tages:

Kochen entspannt mich, aber schön wäre ein Mainzelmännchen zum anschließenden Aufräumen und Putzen!
Foto des Tages (leider nicht meine, aber so ähnlich):

Tag 30 – Weil du geboren bist

Ich habe leichte Verspätung, aber gestern hatte die liebste Tochter Geburtstag und hatte sich von der guten Mama (mir) einen schokoladigen Schokoladenkuchen gewünscht. Das war ziemlich mutig, Backen gehört nicht wirklich  zu meinen Stärken. Ich fange gut an, aber irgendwas geht immer schief. Um so stolzer war ich, als ich in einem Blog auf ein Rezept von  Jamie Oliver stieß, das total einfach klang. Ich dachte, ich hätte alles richtig gemacht, aber … In einem Kommentar zu dem Rezept stand: „Als ich diesen Kuchen servierte, wollten mich hinterher alle heiraten“. Meiner wäre wohl eher ein Scheidungsgrund gewesen. Liebste Tochter war auch leicht enttäuscht, aber heute gab es dann einen sehr leckeren Tiefkühl-Kuchen.

Natürlich gehen an einem solchen Tag die Gedanken auf Zeitreise, damals vor  2X Jahren war ein unglaublich heißer Sommer und im Juli wurde im öffentlichen Nahverkehr gestreiķt.Ich war schon 10 Tage über den Termin und musste alle zwei Tage ins Krankenhaus zur Kontrolle. Ein Auto hatten wir nicht, die Tram fuhr nicht  und ein Taxi war weges des Streiks nicht zu bekommen. Also lief ich menschliches Walross zusammen mit meiner Mutter  knapp 5 km in die Stadt und das bei 35 Grad. Angekommen behauptete der Blutdrckmesser unglaublich hohe Werte und ich hatte nach dem Marsch Kopfweh. Tja, Grund genug, die Geburt musste eingeleitet werden. Was macht es da schon, dass das Messgerät defekt war. Als sie das feststellen, war es zu spät. Womit sie nicht gerechnet hatten, war der Widerstand der kleinsten Tochter, die bis heute nicht so der spontane Typ ist. Jedenfalls drehte sie Kopf weg und machte den Laden dicht. 13 Studen und  100 Presswehen später, gab es  endlich einen Kaiserschnitt. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich auch meiner Notschlachtung zugestimmt. Aber dann, kurze Zeit später lag dieses winzige, zerquetschte Wesen mit 3 roten Haaren in meinen Armen und ich verlor mein Herz, dass ich wohl auch nie wieder bekommen werde …

Tag 29 -Ich bin NICHT neidisch!!!

Es ist merkwürdig, seit ein  paar Wochen bekomme ich auf  Facebookanfragen, von alten (Schul-)Freundinnen, die ich seit gefühlten Ewigkeiten und auch real sehr lange nicht gesehen habe. Erst habe ich mich gefreut und dann habe ich mich gewundert. Was sind das nur alles für tolle Frauen mit spektakulären Leben?

Angefangen hat es mit Lisa, sie habe ich wohl vor ungefähr 35 Jahren das letzte Mal gesehen, als wir unsere Abi-Zeugnisse bekamen. Damals war Lisa ein sehr ruhiges Mädchen, ich habe ehrlich gesagt kaum Erinnerungen an sie, nur noch, dass sie immer nett und freundlich war. Wir hatten wohl nie viel miteinander zu tun. Nun erfahre ich von Facebook, inzwischen hat sie nicht nur einen Doktor, sie arbeitet auch mehrfach preisgekrönt in der Führungsetage eines großen internationalen Pharmaunternehmens. Noch dazu ist sie sportlich sehr aktiv, tut Gutes, ist glücklich verheiratet, hat Kinder und ist Oma. Als ich das gelesen habe war ich erstmal ganz starr vor lauter Ehrfurcht undwar sehr beieindruckt.

Die zweite die aus der Versenkung auftauschte war Susi, sie kenne ich nicht aus der Schule, sondern von einem gemeinsamen Hobby und unseren Töchtern. Aber auch sie habe ich lange nicht gesehen, so seit 15/16 Jahren. Außerdem hatten wir beide den gleichen Beruf, hatten wohlgemerkt. Sie hat nämlich, so schrieb sie mir, irgendwann umgesattelt, hat der Sicherheit Tschüß gesagt und ist inzwischen erfolgreiche Geschäftsfrau. Die Tochter ist Musical-Darstellerin und hat dies in den USA studiert. Susi scheint immer noch sehr nett zu sein, aber sie wollte mit mit telefonieren. Ich telefoniere aber gar nicht gerne und darum habe ich ihr bis heute nicht geantwortet ….

Zuletzt flatterte die Anfrage von Angelika ins Haus, mit ihr war ich richtig dicke. Wir kannten uns auch von Kind und Hobby, aber schon länger. Wir haben damals viel miteinander gemacht, uns oft besucht und ihre Tochter hat bei uns Urlaub gemacht.  Dann auf einmal, wir hatten gerade verabredet, sie besucht uns Ostern, war Funkstille. Das war wohl so 1998 und seitdem habe ich nichts mehr gehört. Heute nun die Nachricht, sie macht eine Weltreise auf ihrem Segelboot. Mein erster Gedanke (ich weiß, nicht nett): „Was, die mit ihrem dicken A***“ Angelika hatte ein ziemlich gebärfreudiges Becken. Weltreise, da schluckte ich doch dreimal und musste mich aktiv erinnern, dass ich kein neidischer Mensch bin. Dann war ich irritiert, damals war sie die absolute Pferdefrau und fühlte sich am wohlsten im Stall. Jetzt also auf einem Boot im Atlantik. Zum Glück fiel mir dann ein, dass ich sicherlich nicht in einem Segler über die Weltmeere fahren möchte, nee dazu bin ich viel zu sehr Schisser.

Trotz allem fühle ich mich gerade ein wenig als spießiger Looser, der schön brav sein bürgerliches Leben führt. Meine Mutter, vernünftig wie sie ist, unterbrach meine Welle des Selbstmitleids mit den Worten:“Wer weiß, du kannst doch nicht dahinterschauen“.

Recht hat sie, weitermachen …

Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Ich will auch, ich will mehr, ich will immer noch!

Moment des Tages: