Huch, wo ist sie denn?

Es ist schon komisch, wie zwei Stunden Büro die eigene Zeiteinteilung und das Leben verändern. Ich hätte auch nie gedacht, dass mich das anstrengt, denn eigentlich ist es doch kaum mehr als nichts.

Aber da hängt  ja mehr dran, der Wecker klingelt wieder, ich muss mich anders kleiden, der Weg dauert auch seine Zeit. Am stressigsten empfinde ich allerdings die Reizüberflutung und das mich begleitende Gefühl im falschen Film zu sein. Jeder erzählt mir was, täglich spreche ich mit vielen Leuten und oft denke ich (noch): Und was interessiert mich das? Irgendwie ist in mir immer noch die Lässigkeit der Zeit zu Hause und auch der Gedanke: Bleibt doch mal ruhig, davon geht die Welt nicht unter, es gibt wichtigeres! Vermutlich bin ich immer noch im falschen Modus.

Ganz lustig finde ich, dass mir das Gefühl für Hirachien wohl abhanden gekommen ist, na ja bei uns Daheim gibt es die auch nicht. Vielleicht sehe ich gerade dabei aber auch manche Absurdität klarer. So wurde es als Meldung empfunden, dass ich mich mit einer neuen Mitarbeiterin duze (ich kenne sie seit fast 20 Jahren), weil sich nun zwei andere durch das Duzen mit mir nicht mehr privilegiert fühlen können Habe die Ehre ;). Am liebsten hätte ich gesagt: Hey, ruhig bleiben, ich bin NICHT die Queen. Aber auch andersrum habe ich noch eine Fehlfunktion, mir fehlt es an Respekt. Wenn mein Kollege sagt: Der Chef erwartet, … erzittere ich nicht. Oder sehe ich vielleicht nur klarer?

Gestern hatte ich nun die Gelegenheit mit einem Kollegen zu sprechen, der im Hamburger Modell ganz ähnliche Erfahrungen gemacht hat und mir versichert hat, dass ich irgendwann wieder wirklich ankomme. Aber will ich das?
Auf jeden Fall genieße ich das späte Anfangen, dass es mir schon morgens ermöglicht, ein Stück durch den Tiergarten zu laufen. Ich habe ja Zeit. 

Nun kennt  ihr auch den Grund, warum ich hier zur Zeit eine kleine Pause eingelegt hatte. Das musste mal sein …

Liebste Grüße 

Ela

Tag 8 oder der vergesse Tag

Wie kann denn das sein, ich vergesse doch glatt mal eben so einen ganzen Tag meines Lebens. Wahrscheinlich hatte ich ihn geistig einfach als unwichtig und langweilig abgehakt.

Der Alltag hatte mich wieder, ich hatte schlecht und zu kurz geschlafen, der Wecker war gemein und klingelte zur Unzeit. Im Büro war es, wie es immer im Büro ist und ich weiß noch mehr Dinge über meinen kleinen Chef (es gibt noch einen großen, der eigentlich kleiner ist), die ich nie wissen wollte. Und ich weiß jetzt, wie ein guter Katholik es umschreibt, wenn er die Frau seines guten Freundes vögelt und sie diesem abnimmt.

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