Einige Chateaus und ein wenig Paris, Teil 4: Endlich Malmaison, endlich Joséphine und einkaufen auf französisch

Am letzten Tag meines Besuches war es endlich so weit, ich sollte das Rosenschloss Malmaison, in dem eine meiner Heldinnen Josephine Beauharnis die Jahre vor der Ehe mit und nach der Scheidung von Napoleon Bonaparte bis zu ihrem Lebensende lebte, sehen. Ich träumte schon lange von einem Besuch des für seinen Rosengarten berühmten Schlosses.

Josèphine hatte noch vor ihrer Ehe selbst die Verkaufsverhandlungen geführt und mit Napoleons Geld ihr alleiniges Eigentum bezahlt. Sie wollte es unbedingt haben und hielt sie sich auch nicht an das von Napoleon gesetzt Limit, was gut klappte, da er im Ägypten-Feldzug war. Er soll bei seiner Rückkehr ziemlich sauer gewesen sein und weigerte sich lange den Mehrbetrag zu zahlen, Joséphine musste sich tatsächlich Geld leihen.

Josephine als Kaiserin

Ab 1793 bis zu ihrer Heirat hat Josephine in Malmaison gelebt. Offizieller Wohnsitz von Napoleon war es hingegen nie, trotzdem hatte er es ja letztendlich finanziert und verbrachte er viele Wochenenden hier, vor, während und nach seiner Ehe mit Joséphine. Sie selbst verbrachte während ihrer Ehe und bis sie zur Kaiserin gekrönt wurde die Sommermonate in Malmaison. Joséphine war eine sehr charismatische Frau, so besuchten sie auch nach der Scheidung weiterhin bedeutende Persönlichkeiten, wie beispielsweise Zar Nikolaus von Russland und der spätere deutsche Kaiser Wilhelm. Napoleon hätte sich wohl auch nie von ihr getrennt, wenn es ein gemeinsames Kind gegeben hätte.

Ich kann gut verstehen, dass sich Josephine in Malmaison verliebte. Über der ganzen Anlage schwebt eine sehr heitere, leichte Atmosphäre. Das Schloss wirkt entspannt und hat … ähm … ein gutes Karma. Hier konnte man mit Sicherheit seine Sorgen vergessen.

Auch die Ausstattung erzählt von der Leichtigkeit des Seins. So gibt es beispielsweise verschiedene Spieltische.

Mein Herz war ein wenig schwer als ich Malmaison wieder verlassen musste, weil ja damit auch meine Reise sich ihrem Ende näherte. Von dort führte uns der Weg durch einen herrlichen Park. Wir hatten nämlich doch noch was vor. Bilder gibt es davon keine, aber wir fuhren noch in eine Mall, die unseren nicht unähnlich war. Auf jeden Fall fand ich dort noch ein paar Mitbringsel für meine Lieben und ich gönnte mir noch meine liebsten Lieblingssneaker und fand endlich eine gescheite Handyhülle.

Danach setzte Birgit mich noch am Flughafen ab, wo ich noch Zeit hatte. Ich aß noch eine Kleinigkeit, habe noch ein bisschen gelesen und dann wurde mein Flieger auch schon aufgerufen und schon bald hatte mich Berlin wieder!

Aurevoir France, aurevoir Paris
Merci Birgit, merci Joelin

Ela

Einige Chateaus und ein wenig Paris, Teil 3: Chateau Vaux-le-Vicomté

Das Chateau Vaux le Vicomte in Maincy ist prachtvoll, pompös, imposant und eindruckvoll. Das sind viele Superlative aber nicht genug. Es ist das größte sich immer noch in Privatbesitz befindliche Schloss in Europa., das von drei jungen und hübschen Grafen geleitet wird. Trotzdem hatte ich – als großer Schlossfan – noch nie vom Chateau Vaux-le-Vicomte gehört. Der Werbeslogan der Domäne Vaux sagt im Grunde alles:

Das Schloss, dass den Neid des Sonnenkönigs erregte.

Wir, heute zu viert mit der Birgits Tochter und deren Freundin sind extra früh aufgebrochen und schon nach 45 Minuten Fahrt standen wir um 8:30 Uhr als erste vor dem verschlossenen Kassenhäuschen, unser Plan war gewesen langes Schlangestehen zu vermeiden. Aber wie sich herausstellte, hätten uns gut nochmal umdrehen können, es war ziemlich ruhig, was vielleicht, (hoffentlich), nur an den französischen Schulferien lag. Alles andere wäre für mich, komplett unverständlich. Schon während ich in Erwartung der Öffnung, hin- und her lief, dachte ich die ersten zwei-, drei-, … mal: „WOW!“ Die Anlage ist, wie die Gebäude riesig, ich kam mir winzig vor.

Als wir näher kamen, nahm das Staunen nicht ab, im Gegenteil, dieses Schloss hat etwas magisches, vor meinem Inneren fahren prachtvolle Kutschen die Auffahrt hinauf, Damen in großen Roben flanieren mit ihren Galanen, Pfauen schlagen ihre Räder und fleißige Gärtner sorgen dafür, dass alles so schön bleibt. Gärtner und Gärtnerinnen gab es tatsächlich, der Rest entsprang meiner blühenden Fantasie, ein wenig hofften wir , wenigstens einen der zu treffen.

Uns zog es zuerst ins Schloss. Im Eingangsbereich bekamen wir unsere Audioguides, die – was mit gut gefiel – nicht Raum für Raum erklärten, sondern von der Geschichte des Chateaus erzählte, die es in sich hat! Bauherr war der Finanzminister des Sonnenkönigs Nicolas Fouquet, er beauftragte die berühmtesten Köpfe seiner Zeit mit dem Bau, der Ausstattung und der Anlage des Parks Zu Ehren von König Ludwig XIV veranstalte Fouquet 1661 ein großes Fest. Der Legende nach soll der König so geblendet vom Schloss gewesen sein, dass ihn heftiger Neid erfasste und er seinen Finanzminister knapp 3 Wochen später verhaften und enteignen ließ. Wie es weiterging verrät, wenn ihr das Schloss besucht, euch der Audioguide.

Sehr gut haben mir auch die riesigen Küchenräume im Untergeschoss gefallen, die wirkungsvoll zeigten, dass dort unten schwer geschuftet wurde damit die da oben ordentlich schlemmen können.

Von der Pracht der Innenausstattung fast erschlagen und von der Geschichte tief beeindruckt, wendeten wir uns dem Park zu, der ebenfalls riesig ist, anders als Monte Christo nicht im englischen sondern im Barockstil angelegt wurde. Nach einer Stunde Laufen und mit dem Gefühl, noch nichts gesehen zu haben, hatte Birgit die Idee einen Golfkarren zu mieten und jetzt war sie so richtig in Ihrem Element. Sie düste kreuz und quer, in jeden Winkel und wir hatten alle richtig viel Spaß!

Erst auf vier Rädern wurde uns so richtig bewusst wie groß die Anlage war und wie vielfältig, aber seht selbst:

Ich konnte auf die Schnelle gar nicht alles aufnehmen, die Vielfalt und Pracht, die Vorstellung, dass das alles mal einer einzigen Familie gehört hatte, machte mir bewusst, dass ich in einem früheren Jahrhundert sicher nie weiter als in die Küche gekommen wäre und einmal mehr war ich dankbar für unsere Demokratie.

Als wir den Golfkarren zurückgebracht hatten, machten sich unsere Mägen bemerkbar und wir holten uns im Park eine Kleinigkeit zu essen. Am späten Nachmittag brachen wir wieder auf in Richtung Ruel-Malmaison.

Im nächsten und letzten Teil meines Berichts lernen wir endlich Malmaison das Schloss von Kaiserin Josephine kennen und sehen uns eine französische Mall an.

=> Chateau Malmaisson

eure

Ela 💋💋