Braucht man ein Luxusleben?

Behaupten, dass ich ein tolles Kleid, ein edles Parfüm, DIE Schuhe, ein elegantes Hotel, die Handtasche von …, Taxifahrten und … nicht zu schätzen wüsste, werde ich hier sicher nicht. Natürlich ist es ein Genuss, in einem chicen Restaurant essen zu gehen oder ein Kleid von … spazieren zu tragen. Aber macht mich das wirklich langfristig glücklicher als ein Kleid von H&M oder ein Essen im Steakhaus? Ist es nicht viel wichtiger, dass ich mich in dem Kleid schön fühle und ich in angenehmer Gesellschaft, etwas leckeres esse?

Aber was ist eigentlich Luxus oder wahrer Luxus? Früher habe ich mal geglaubt, aus dem oben beschriebenen würde ein echtes Luxusleben bestehen. Aber wie es aussieht, bin ich doch nicht nur älter, sondern auch ein klein wenig weiser geworden. Heute bedeutet Luxus für mich Zeit mit meiner Familie, mit Freunden oder auch mit mir zu verbringen. Zum Beispiel is es purer Luxus, wenn ich mit meiner Tochter bei einem langen Strandspaziergang Gott und die Welt beleuchte und bequatsche oder so wie neulich, als ich mit meiner Mutter im Bus vergessen habeü auszusteigen, weil wir in Erinnerungen an einen wundervollen, lang vergangenen Urlaub geschwelgt hatten. Oder ich mit meiner ältesten Freundin unsere Leben gründlich aufbereite. Aber auch ein vergammelter Sonntag vor dem Fernseher ist Luxus oder mal einen Tag ganz im eigenen Rhytmus zu gestalten zu dürfen .

Nachdem ich im vergangen Jahr doch recht heftige gesundheitliche Probleme hatte, weiß ich Gesundheit ist Luxus pur, geliebt zu werden ebenfalls, auch echte Freunde zu haben und Glück spüren zu dürfen gehören für mich dazu. Und ich habe auch den Luxus schätzen gelernt, einen Job machen zu dürfen, den ich mag, war es doch ein paar Jahre ganz anders.

Für mich ganz persönlich besteht Luxus aber auch darin, beispielsweise hier schreiben, mich hier ausdrücken zu dürfen. „Ich reise, also bin ich“, so heißt es nicht wirklich, ich weiß, aber für mich stimmt es so. Unterwegs zu sein, ist der pure Luxus und mein Glückselexier, der Weg ist mein Ziel. Hier schließt sich dann der Kreis, denn „ohne Moos nicht los“, sprich keine Reisen und Luxus ist es doch auch, zumindest soviel zu haben, dass man sich damit ein wenig verwirklichen kann.

Das Resümee Geld ist nicht wichtig, aber notwendig.

Liebste Grüße

Ela

Bloggerstar und Saumagen  (abc Etüden 42.17)

Meno, da muss man ja meckern, jetzt bin ich doch tatsächlich auf dem Weg nach Zweibrücken, dabei weiß ich nur, dass fie Stadt irgenwo in der Wallachei liegt, auf jeden Fall verdammt weit weg.

Soviel nun also zu dem glamourösen Influenzer-Job, zum Hype um Blogger-Queens, da war ich  so stolz auf meine 10.000 Klicks und meine Freiheit sollte grenzenlos sein, in jeder Hinsicht.

Aber auch ich muss Miete und die Krankenversicherung bezahlen, da konnte man nicht wählerisch sein, der Flixbus ist  wirklich nicht die Businessclass der Lufthansa, aber doch auch ganz nett und jeder muss wohl erstmal Dreck fressen.

Während ich im Bus saß, überlegte ich mir, wieweit Fantasie und Realität bisweilen  auseinander driften, auf dem roten Teppich bei der Oskarverleihung, auf einer Gondel bei den Filmfestsielen und Hand in Hand mit Leonardo, den ich natürlich zähmen würde, hatte ich mich gesehen, die besten Hotels waren mein zweites Zuhause und die Massen jubelten.

Hahaha, nun ist es Flixbus und Jugendherberge geworden , ich schreibe über Hund Peterle und Urlaub mit ihm in der  ja so schönen Pfalz, statt auf Ibiza oder Saint Tropez mit den Schönen und Reichen abzuhängen, aber was will ich machen, der Tourismus -Verband zahlt gut und ich brauche das Geld.

Wenn Elke das wüsste, meine beste Freundin (?) ist so neidisch, die würde wahscheinlich einen Lachkrampf kriegen, wenn sie sehen könnte wie ich den legendären Saumagen runterwürge und der Blaskapelle lausche mit dem Gefühl habe, 9 to 5 wäre doch eine Alternative. 

„Aber nein, was soll diese Unkerei, ganz klar, ich werde ein Bloggerstar, bekomme die tollsten Kleider, Reisen und alles, alle bewundern und lieben mich“, mit diesen beruhigenden Gedanken wurden meine Augen so schwer, mein Kopf sank an die Scheibe des Busses und ich träumte von wunderbaren Zeiten, die kommen würden, ganz bestinmt!

Zu den anregenden abc Etüden:

Schreibeinladung: Christiane 

Wortspende: Gerda Kazalou

Wörter: Zweibrücken, verdammt, grenzenlos

Grafik und Erfinder der Etüden: Herr lz

Regeln: Drei vorgegebene Worte in einer Geschichte mit maximal 10 Sätzen verarbeiten.

Liebste Grüße 

Ela