Heringsdorf

Was haben mir die beiden Reha gebracht und welche war besser?

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Auch vier Wochen gehen mal zu Ende und so bin ich nun am letzten Abend der Reha angekommen. Es heißt nun Abschied nehmen, ich weiß, mir wird das Meer fehlen. Aber im Moment freue ich mich in erster Linie, es ist jetzt auch genug. Ich hätte keine Lust auf eine weitere Woche, außer es wäre Urlaub.

Rehaklinik Heringsdorf versus Nordseeklinik Westerland

Bevor es losging hatte ich ja versprochen, die beiden Rehas und Kliniken zu vergleichen. Das ist wirklich schwer, weil beide gut waren und jede ihre besonderen Stärken hatte. Außerdem kann man den Januar schlecht mit Juli vergleichen, im Januar waren nur wenige Patienten da, hier war nun alles ausgebucht. 

Was war denn nun besser und was schlechter? Meine sehr subjektive Meinung

Das Essen ist hier eindeutig besser, vor allem das Frühstück ist gar kein Vergleich und mir hat auch das Zimmer besser gefallen, auch wenn es lange nicht so chic war, dafür aber großzügig und ohne Zwei-Klassen-Gesellschaft. Der Arzt war in der Nordseeklink 100 % besser, der hier war nämlich gerade man freundlich und das auch nur, wenn nichts außergewöhnliches passierte. Die Therapien und die Therapeuthen waren an beiden Standorten wirklich gut und sehr kompetent. Aber in diesem Punkt kam dann doch der Osten durch, Spaß bei den Anwendungen war nicht gefragt. Ich musste oft an die Zeit nach unserem Umzug nach Berlin denken, als die Trainerin meiner Tochter (sie war 10) mal zu mir sagte: Wir sind nicht hier,  zum Spaß zu haben. Ich denke, nach dieser Devise läuft es hier auch. In Westerland habe ich mich richtiggehend auf die Anwendungen gefreut, so war z.B. die Wassergymnastik ein einziger Spaß und auch sonst wurde viel gelacht. Ich glaube, gelacht habe ich hier bei keiner Anwendung und ehrlich gesagt, hätte ich auch keine Lust, jetzt noch eine Woche nach Schema X zu haben. Allein schon, wenn man hier wie die Entenfamilie ins Schwimmbad gebracht wurde, keine fünf Minuten früher, keine fünf später, mit der Weisung, schon umgezogen zu kommen.

And the Winner is

Trotzdem hat mir die Reha wirklich viel gebracht, ich konnte in der ersten Woche keine 150 m ohne Schmerzen und auch mit nicht sehr viel mehr. Heute hingegen (wenn auch nicht schmerzfrei) 9,3 km. Da kann man nicht meckern. Aber gegen das Herz kommt man nicht an und dem hat es auf Sylt einfach besser gefallen.

Der letzte Tag

Den (freien) Tag heute habe ich mir nochmal sehr schön gestaltet. Heute früh bin ich mit so einer kleinen Bimmelbahn nach Swinemünde gefahren, ein Ort der mich nicht wirklich begeistert. Es ist vieles von dem alten und sehr berühmten Seebad im 2. Weltkrieg kaputt gegangen und die vielen Jahre der russischen Besatzung sind auch nicht spurlos geblieben. In den letzten Jahren wurde aber vielles renoviert, saniert und ausgebaut.  Jetzt hat Raddisson dort ein riesigen Klotz von Hotel an den traumhaften Strand gesetzt. Das Hotel ist bestimmt schön, aber von Aussehen her, na ja, ein Klotz halt. Der Strand von Swinemünde ist vielleicht, der breiteste und schönste der Insel. Leider war das Wetter auch heute eher wechselhaft und so bin ich dann nochmal über den Markt gegangen, habe ein paar Geschenke gekauft und bin dann zurück nach Heringsdorf gefahren. Dort habe ich mir dann noch ein Essen auf der Seebrücke gegönnt und anschließend noch die Koffer fertig gepackt … die müssen geschrumpft sein 😉

Liebste Grüße

Ela

Allein = Einsam?

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Für mich war diese Reha auchals  so eine Art Selbstversuch angelegt, ich hatte mir schon vorher vorgenommen, mich hier nicht auf enge Freundschaften einzulassen.

Ich hatte gleich mehrere Gründe dafür:

  • Zum einen hatte ich anfangs ja arge Probleme mit meinem Bein, ich MUSSTE mich alle 50 m irgendwo hinsetzen oder -hocken, sonst zerschnitt ein großes Messer (gefühlt) meinen Unterschenkel bzw. ein Feuer brach da dringen aus. Ich wollte anderen, aber vor allem mir nicht antun, dass ich alle 3 Minuten hätte sagen müssen: Ich muss mich kurz hinsetzen
  • Ich wollte wissen, wie ich mich mit mir als hauptsächliche Gesellschaft zurechtkommen würde, kann ich alleine leben?
  • Ich fragte mich, ob ich mich sehr langweilen würde
  • Würde ich mich einsam fühlen?
  • Wie würde es sich – abgesehen – von dem Stundenplan anfühlen, selbst bestimmt zu leben?

Zu meinem eigenen Erstaunen habe ich gut durchgehalten, natürlich habe ich mich ab und an mit Leuten unterhalten, habe am Tisch geplaudert und mit Zuhause telefoniert. Aber ich habe nach der Abreise meiner Familie vor knapp drei Wochen nur einmal etwas zusammen mit einer anderen Frau gemacht und das auch nur, weil wir uns zufällig am Eingang des Piratenspektakels getroffen haben.

Das Experiment ist geglückt, es geht mir gut mit mir. Gelangweilt habe ich mich gar nicht, aber ich will nicht verschweigen, dass es den einen oder anderen Moment gab, wo ich mich etwas verloren fühlte, aber doch erstaunlich selten.

Für mein Bein war es ganz gewiss die richtige Entscheidung, ich konnte ganz nach meinem eigenen Rhythmus leben, auf meine Bedürfnisse eingehen und die Belastung ganz langsam steigern, natürlich abgesehen von den Therapien hier. Aber auch da war es mir nicht peinlich auch mal zu sagen: Mir geht es nicht so gut, ich gehe in die Gruppe derer, die nicht so fit sind. Mit dieser Taktik bin ich gut vorangekommen, anfangs waren 300 m eine für mich schier unüberwindliche Distanz und gestern habe ich weit über 9000 Schrite und fast 5 km zurückgelegt, immer noch mit Pausen, aber dennoch ist der Unterschied gewaltig. Ich fühle mich wieder mobil.

Angst davor, mal alleine zu verreisen, hätte ich auch nicht mehr, denn auch nur mit sich kann man genießen und Spaß haben. Es macht mir gar nichts mehr aus, allein in ein Restaurant zu gehen oder an den Strand. Es ist nämlich auch schön, wenn man nach eigenem Gusto entscheiden kann, wo, wie, wann, was. Niemand will einem seine Vorstellungen einreden  und man ist ziemlich frei in seinen Entscheidungen. Auch wenn man mal zu nichts Lust hat, ist es okay.

Drei Vier Dinge waren für mich in dieser Zeit extrem wichtig:

  • Mein Kindle, ich habe soviel gelesen, wie schon ewig nicht mehr und zugegebenermaßen, mehrheitlich leichte Lektüre. Am besten, aber das war vorher schon klar, hat mir der 6. Band der Nightingale Schwestern gefallen. Den siebten habe ich schon vorbestellt. Gerade habe ich den zweiten Band einer neuen Serie um einen Erbenermittler fertig gelesen. Die Reihe gefällt mir auch gut, aber ich fand den ersten Band  (Margot S. Baumann: Band des Schweigens, John A. Fortunes 1. Fall) deutlich stärker. Als nächstes nehme ich mir einen historischen Krimi von Ann Granger (Ein Mord von besserer Qualität; ein Fall für Lizzie Martin und Benjamin Ross)
  • Das Smartphone und die Möglichkeit jederzeit Kontakt mit Familie oder Freunden aufzunehmen und natürlich zu fotografieren. Ich hatte hier auch eine richtige Kamera mit, eine recht teure Kompaktkamera von Sony, mit ihr wollte ich eigentlich filmen. Aber zum einen eignet sie sich dafür nicht gut, weil der Auslöser zum Filmen an einer blöden Stelle sitzt und man weder mit filmen beginnen noch es beenden kann ohne zu wackeln. Die Fotos mit meinen Smartphone (Samsung S 7) finde ich auch nicht schlechter, von daher war sie überflüssig.1501073674236
  • Mein Tablet mit Hülle und Tastatur, weil es so zum Laptop wurde und ich damit ganz prima meinen Blog, an meinem Krimi (der vermutlich doch nie fertig wird)  schreiben und E-Mails beantworten kann. Außerdem war es meine Schnittstelle zu meinem bevorzugten Streamingdienst. Ich habe mir die zweite Staffel einer meiner Lieblingsserien (Body of proof) vorher gekauft und wenn mir mal die Decke auf den Kopf fiel, geschaut.1501073754011
  • Meine (wechselnden) Tischnachbarn, denn so ein bisschen Kommunikation brauche ich dann doch auch.

Gefehlt haben mir meine Malsachen, ich hätte hier gerne  gemalt, aber die ganzen Sachen hätten nicht in meinen Koffer gepasst. Ich habe mir hier zwar noch Öl-Pastellkreide gekauft, aber so richtig meins ist das nicht und das Ergebnis sieht schon sehr nach Kinderbildern aus. Also habe ich dann einfach ein bisschen mehr fortografiert. Ich habe nämlich eine Galerie entdeckt, die einem hiesigen Maler gehört, der Foto-Mal-Collagen macht, eine Technik, die ich auch sehr gerne mal ausprobieren möchte.

Der Wiedereinstieg ins normale Leben in unserer Familien-WG wird sicher nicht ganz einfach, habe ich hier doch ausschließlich um mich gekreist. Ich werde mich wohl erstmal wieder daran gewöhnen müssen, auf andere einzugehen, Rücksicht zu nehmen und nicht mehr alles tun zu können, was mir gefällt. Aber ich freue mich jetzt auch richtig auf mein normales Leben in meiner kleinen Chaos-Familie.

Letztendlich hat sich Experiment gelohnt, ich hatte nämlich ganz schöne Ängste vor einer Zeit, wenn ich vielleicht doch mal alleine leben muss und nicht mehr arbeite. Ich bin mir jetzt sehr sicher, ich schaffe das, ohne depressiv zu werden. Wichtig ist dabei, glaube ich, dem Leben Struktur zu geben und Interessen zu haben.

Liebste Grüße

Ela

Schietwetter auf Usedom

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Heute lasse ich mal wieder in erster Linie Bilder sprechen, es ist nämlich so richtig schönes Schiiiiiietwetter. Schön, weil ich Sturm und hohe Wellen so mag, den Regen nehme ich in Kauf. Meine Anwendungen waren heute blöd verteilt, morgens Anwendungen und dann eine lange Pause bis zum Abschlussgespräch (ich fahre aber erst Sonntag).

Ich habe es auch am Vormittag mit dem Rausgehen probiert, aber da war der Regen einfach zu schlimm und so habe ich es gerade mal bis zur Post geschafft. Aber am Nachmittag hatte der Regen dann soweit nachgelassen, dass ich mich getraut habe und ich habe den Gang über die Seebrücke und den Strand sehr genossen, das Eis im Ponte Rialto war auch sehr lecker und neben den Fotos, Lohn für die kalte Nase.











Liebste Grüße

Ela

Tag 358-361: Chillen mit Piraten

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Der Titel musste einfach sein, auch wenn in Wirklichkeit erst das Chillen und dann die Piraten kamen. aber lass mich am Anfang beginnen:

Warum mache ich mich so rar

Ich werde nicht schwindeln, Zeit habe ich hier nun wirklich genug und so aufregend, dass das echte Leben das virtuelle vergessen lässt, ist es hier auch nicht. Die Gründe sind andere. Zum einen hasse ich es, wenn Serien (ich sehe meinen Blog jetzt mal als Serie) zu Ende gehen, ich habe schon ganz oft, letzte Staffeln nur nicht angeschaut, weil es eben letzte sind und mir fehlen hier nur noch vier Folgen. Ich weiß, alles Blödsinn, aber …

Der andere Grund, wenn die Luft auf Sylt auf mich wie Champagner wirkte, mich wacher, lebhafter und energiegeladen machte, so wirkt das Ostseeklima eher wie Valium auf mich. Ich bin immer müde, schlafe nachts locker acht Stunden und oft am Tag noch mal zwei oder drei. Nun könnte man glauben, die Medis sind schuld, aber die habe ich ja in Berlin auch genommen. Aber mein Blutdruck geht hier trotz Sport und Pipapoh in den Keller, beim letzten Messen 100/60.

Ich verspreche, egal was da komme, ob schlafend oder wachend, die (vorerst) letzten vier Tage werde ich auf jeden Fall schreiben!

Ein neuer Hut am Strand

Gestern war endlich mal so richtig tolles Strandwetter und das sogar den ganzen Tag, also beschloss ich ihn auch an demselben zu verbringen, zudem der eigentlich geplante Ausflug nach Kolobrzeg (Kolberg) eh gecancelt wurde, weil nur ich mich angemeldet hatte. So zog ich dann gestern früh los und kaufte mir einen Sonnenhut. Was sein muss, muss sein!

Chillen am Strand

Gibt es eigentlich etwas Entspannenderes als am Strand zu sein? Ich glaube nicht, ich beschloss, wenn schon, denn schon und mietete mir einen Strandkorb. Auch mal schön, ein Strandkorb für mich allein, Platz und keine Ellbogen, die nicht zu mir gehören. Noch dazu hatte mir Amazon gerade einen neuen Band einer sehr kitschigen und ebenso spannenden Buchreihe (Schwestern des Horizonts) auf mein Kindle gesendet und so  durfte ich mich auch noch 150 Jahre zurückversetzen und nach Australien auswandern. Aber am Strand kann man darüber hinaus ja auch so herrlich schauen, fremden Gesprächen lauschen (ich weiß, das tut man nicht, macht aber Spaß), süße kleine (und manchmal nervige) Kinder beobachten, Muscheln sammeln. Und ich habe mich getraut, ich war im Meer schwimmen, auch wenn es kalt (17°) war. Aber nachdem die zwei Grazien (siehe Foto unten) sich auf den Weg gemacht hatten und wirklich reingingen, dachte ich mir „Ela, das schaffst du auch!“, nun gut, lange war es nicht, aber doch ein bisschen schwimmen und einmal „Toter Mann“machen. Anschließend habe ich dann genüßlich ein Weilchen auf dem Bauch im warmem Sand geträumt und mich trocknen lassen, ja ich gehöre zu denen, die selten gleich den Badeanzug wechseln). Dann habe ich noch Bockwurst (Boah, wie lange war das her?) und Schoko-Rote Grütze-Kuchen am Strandkiosk gegessen, um dann mein Buch zu beenden.

Hilfe Piraten

Schon seit drei Tagen lief ein sogenanntes Piraten-Spektakel in Heringsdorf, eigentlich wollte ich ja nicht hin, weil ich zu alt bin, es mir zu blöd erschien, aber nach zuviel Sonne war ich fällig und praktischerweise war es gegenüber der Klinik, also machte ich mich nach dem Abendessen auf den Weg und traf dort noch Mitpatienten. 7,50 € Eintritt kostete der Spaß, es war ein bisschen wie Mittelaltermarkt, aber doch auch ziemlich nett. So gab es auf einer kleinen Bühne lustige Possen und später auf der großen ein Konzert mit einer ziemlich bekannten Instrumental-Band Paparello, um ehrlich zu sein, war das nicht wirklich meins, ich brauche einfach ein bisschen Gesang, aber nett war es trotzdem, der Lead-Geiger hat sich sowas von echaufiert.  Ich war ja heute Abend nicht allein unterwegs und so blieb ich, auch weil ich gerne noch die Feuershow mit Feuerschlucker und Co. sehen wollte. Insgesamt war es ein vergnüglicher Abend und am Ende wurden wir noch von allen Darstellern mit Kerzen hinaus geleitet.


Insgesamt war es ein total schöner Tag, dafür regnet es heute und die Luft ist zum Schneiden, daher bin ich heute meiner derzeitigen Lieblingsbeschäftigung nachgegangen und habe? Richtig geschlafen! Morgen geht es dann weiter mit dem Kurbetrieb ….

Liebste Grüße

Ela

Tag 355: REHA-Update

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Ich habe ja manchmal das Gefühl, so langsam etwas zu nerven mit meinen gesundheitlichen Malessen. Aber da ich die erneute REHA ja auch angekündigt habe, werde ich doch berichten.

Das ich auf Usedom, in Heringsdorf bin, wisst ihr ja schon, dass es komplett anders ist, als Sylt im Januar und damit in der absoluten Nebensaison, kann man sich denken.  Aber auch davon abgesehen sind die Unterschiede groß.

Herauskristallisiert hat sich, dass das Essen eindeutig viel besser ist, bis jetzt hat es mir (leider) immer geschmeckt. Leider, weil ich schon zugenommen habe. Anwendungen habe ich recht wenige, was schade ist, denn fast alle, die ich hatte, waren echt gut. Hier herrscht anscheinend großer Personalmangel, ich habe kaum mal mehr als 2-3 Anwendungen und manchmal auch nur eine. Anscheinend fallen diese Woche die Rückenschule und die Wirbelsäulengymnastik komplett aus, was mir wirklich leid tut. Beides war echt gut, ehrlich gesagt, fühlt es sich hier eher an, wie eine Art Wellnessurlaub, was ja auch nicht schlecht ist. Aber ich bin halt hier um wieder fit zu werden.

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Da werde ich wohl Eigeninitiative entwickeln müssen, zusätzlich zum freien Schwimmen, zur MTT (Medizinische Trainings Therapie) und in die Sauna gehen müssen, denn mit ein bisschen KG und ein paar Massagen wird es nicht getan sein.

Hatte ich eigentlich von meinen Bändern erzählt? Ich weiß es nicht mehr, aber jedenfalls sind fast alle Bänder im rechten Bein überdehnt oder gezerrt (die Statik hat sich durch die OP verändert), das tut leider beim Laufen echt weh. Den Arzt, dem eh jeglicher Durchblick zu fehlen schien, wollte diese Beschwerden nicht so recht zur Kenntnis nehmen. Er riet mir zu einer Salbe (die mit der unsäglichen Werbung, wo die Oma nur geliebt wird, wenn sie durch die Salbe fit ist) und erklärte mir, man könne das tapen, aber nicht in der Klinik und er wollte mir eine Kniebandage bestellen. Bekommen habe ich HEUTE die Salbe, man tapt hier und Bandage habe ich keine bekommen.

20170710_213047Ela ist ja nicht doof, darum habe ich mein Fast-Fräulein-Doktor und You Tube befragt, beide rieten mir zum Tapen, ich dachte mir: Selbst ist die Frau  und tapte. Inzwischen ist es etwas besser geworden, nun habe ich morgen den zweiten Arzttermin und bin sehr gespannt, was er sagt. Aber mein Physiotherapeut ist wirklich gut, es muss ein Bild für die Götter gewesen sein, als er mitten in der Halle vor mir auf den Knien lag (Nein, beim Antrag sind wir noch nicht ;)) und mir eine Massage für das Band vom Knie bis zum Knöchel zeigte. Nur hat er leider diese Woche Urlaub.

 

Die Mit-Patienten bei mir am Tisch habe ich kaum kennengelernt, sie gehen immer früh und ich eher spät zum Essen. Mit einem sehr von sich überzeugten, älteren Soldaten habe ich mich ab und an unterhalten. Etwas skurril und sehr sparsam. Morgen müssten zwei neue am Tisch sitzen, ich bin schon gespannt.

Natürlich gefällt es mir trotzdem, ich mache das beste draus und unternehme viel, zwinge mich zu längeren Spaziergängen und habe mir noch einge Ausflüge vorgenommen. Usedom und Heringsdorf sind ja wirklich schön, auch wenn Petrus ausgesprochen launisch ist.

So, das war es erstmal wieder …

Liebste Grüße

Ela

Tag 354: Kennst du Miedzyzdroje?

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Nein? Na, dann vielleicht Misdroy, eines der ältesten, ehemals preußischen Seebäder? Ich war heute dort und muss sagen, es war ein wunderschöner Tag. Ich hatte ja ein bisschen Sorge, so ganz allein, ein Sonntagsausflug nach Polen. Diese Sorge hätte ich mir  komplett sparen können, ich habe einmal mehr festgestellt, ich mag meine Gesellschaft. Ich habe mich nicht allein gefühlt, sondern nur selbstbestimmt.


Auf den Weg gemacht habe ich mich per Boot, um genau zu sein mit der Adler-Vineta, heute Früh um 9:20 Uhr von der Seebrücke. Erst sah es so aus, als käme gleich ordentlich was vom Himmel, aber dann entschloss sich die Sonne einfach mal den ganzen Tag ihr Bestes zu geben und so war schon die Bootsfahrt  ein Genuss.



Misdroy (der Einfachheit nenne ich den Ort im Text so), hat ebenfalls eine ganz tolle und lange Seebrücke, von der als wir gerade anlegten ein echtes Piratenschiff mit sehr lustigen Touristen losfuhr. Mir fiel direkt auf, dass die Polen etwas mit Engländern gemein haben, die Kälteunempfindlichkeit. Als ich ankam war es noch recht frisch, so 15-16 Grad, das hinderte die Polen aber nicht in Badebekleidung das Piratenschiff zu entern. Ich hingegen löste mich erst nach und nach von Strickjacke und Parka. Auf der Seebrücke geht direkt die Post ab, Musik, Cocktailbars, Eisdielen, Saftbars und … und … jede Menge fröhliche Menschen.

Ich glaube, in Polen isst man noch viel lieber als bei uns, ich weiß nicht, ob ich je solch eine Sammlung von Lokalen unterschiedlichster Coleur auf einen Haufen gesehen habe wie in Misdroy. Sogar einen Döner gab es, der aber nicht Istanbul hieß, sondern Berlin, warum wohl? Der letzte Abschnitt (oder der erste) der Seebrücke stammt noch aus dem 19. Jahrhundert, wirklich schön, darin und darum befinden sich in erster Linie … ja, richtig … Restaurants, Imbisse, Cafes und Eisdielen. Aber es gibt auch ein paar Geschäfte und Kioske. Sofort fiel dem kundigen Auge auf, dass die Klamotten zum Teil richtig schön sind.

Als ich rauskam war ich erstmal fast erschlagen von all den vielen Menschen, die über die Promenade spazierten, shoppten, lachten und sich amüsierten. Viele Polinnen sind nicht nur sehr attrakraktiv, sondern auch chic. Wie machen die das nur bei dem vielen Essen? Die Promenade ist eigentlich mehr ein Park, in dem es ein breit gefächertes Vergnügungsangebot gibt, von Spielhallen über Luftballons bis zu Autoscouter gibt es quasi alles. Wunderschön fand ich einige der alten Villen im Zuckerbäckerstil, leider war nicht herauszufinden, was sie für eine Geschichte haben und der richtig Park ist einfach herrlich. 


Ich beschloss erstmal einen kleinen Rundgang zu machen, überall im Ort gibt es die Mischung, elegante Hotels, Apartementhäuser, Bretterbuden und schöne alte Villen. Wobei Bretterbude noch nichts über das Aussehen aussagt, denn teilweise sind sie wirklich sehr liebevoll herausgeputzt und der grüne Daumen scheint hier in den Genen zu liegen.





Nachdem ich ein bisschen Geld getauscht hatte, beschloss ich, dem Rat der besten Tochter zu folgen und ins Hotel Aurora essen zu gehen. Das Restaurant heißt Miramare und der Tipp war Gold wert. Ich habe für kleines Geld einfach phantastisch in sehr angenehemen und elegantem Ambiente geschmaust. Für ein köstliches Entrecoat mit hausgemachten Süßkartoffel-Pommes und Salat habe ich gerade mal 66 Zloty (16,50 €) bezahlt, dafür dürfte man in einem vergleichbaren deutschen Restaurant bestimmt mindestens 29-35 € zahlen.


Nach einem ebenfalls sehr leckeren Cappuchino setzte ich meine Ortstour fort und kaufte mir noch eine tolle Bluse, den obligatorischen Magneten für unseren Kühlschrank und setzte mich ein bischen in den Park, mein Bein tat inzwischen richtig doll weh und auch die Füße moserten.



Bevor es nach 6,5 Stunden wieder aufs Schiff ging, machte ich noch einen Einkehrschwung in eines der Cafes auf der Seebrücke und aß eine Baisertorte zum Niederknien, nicht wie bei uns, unten Teig, dann Obst, dann Baiser sondern erst Baiser, dann eine lecker Sahne mit Greschmack, in meinem Fall noch Blaubeer und oben dann nochmals sehr fluffiges Baiser.
Die Rückfahrt war auch wieder schön, es hat gerade richtig geschaukelt und die Ela machte ein Nickerchen 😉



Liebste Grüße

Ela

Tipp: Restauant Miramare im Hotel Aurora