Alle Frauen telefonieren gerne?

Das höre ich immer wieder. Wer kennt sie nicht die Geschichten von der Dauertelefoniererin, vom notwendigen zweiten Anschluss, vom glühenden Telefon. Und jeder kennt wohl mindestens eine/einen dieser Gattung.

Telefoniere ich gerne?

Eindeutig nein, ganz im Gegenteil. Das  war auch noch nie anders, selbst lange vor der digitalisierten Welt habe ich im Zweifelsfalle lieber einen Brief geschrieben. Ach, was waren das für Zeiten? Ich hatte viele Brieffreunde, einen in Südkorea, eine in  Kalifornien und eine in der DDR. Jeder Brief war spannend ind ersehnt, anders als ein belangloses Gefällt mir bei Facebook oder eine Grinsesmilie. Langes Telefonieren war eh nicht drin, jede Minute kostete  und wer hätte sich damals schon ein Telefongespräch nach Übersee leisten können?

Vielleicht liegt es daran, dass wir unser erstes eigenes Telefon bekamen als ich dreizehn war.  Solange liefen wir, wenn es pressierte,  150 m zur nächsten Telefonzelle. Alles andere erledigte man persönlich oder eben per Brief. Als wir dann endlich eines hatte, war es für Notfälle reserviert und es durfte nie mehr telefoniert werden, als in der Grundgebühr enthalten war.

Wie ist es mit beruflichen Telefonaten?

Natürlich muss ich im Job telefonieren, was ich auch nicht ganz so lästig finde, denn in der Regel geht es da ja um einen kurzen Informationsaustausch. Damit kann ich gut leben.

Bitte „kein Ohr abkauen“

Wirklich wahnsinnig machen mich die Dauertelefonierer, die sich nur mal wieder melden wollten und dann reden, reden, reden, kein Ende finden und nicht mal merken, dass man schon lange ausgestiegen ist und nur noch ab und an ein hmmm, stimmt oder ja einstreut. Diese Leute rufen auch garantiert immer dann an, wenn ich gerade etwas sehen, lesen oder machen will. 

Was war ich glücklich, als die Messenger-Dienste erfunden wurden. Das mag ich schon viel lieber, da glühen zumindest die armen Ohren nicht. Aber selbst da bin ich nicht ständig aktiv, denn auch diese lustigen Bildchen, Videos oder Fotos von fremden Leuten finde ich ziemlich nervig. Ich bin in einer einzigen WA-Gruppe ind das ist schon fast zuviel.

Wie geht man mit dieser Unlust um?

Ich, inzwischen sehr offen. Warum soll ich meine Freizeit mit etwas verbribgen, dass ich nicht leiden kann? Alle wissen, ab 19.00 Uhr gehe ich nicht mehr ans Telefon und auch vorher bin ich nur dazu bereit, wenn es sich aufs Notwendige beschränkt. Natürlich gibt es ein paar Menschen für die ich eine Ausnahme mache, beispielsweise meine Mutter, die mit den neuen Medien nicht umgehen kann und will. 

Wie haltet ihr es mit dem Telefonieren?

Liebste Grüße 

Ela