abc Etüden 40.17

Einmal mehr hat die liebe Christiane zu den abc Etüden eingeladen und natürlich bin ich dabei, auch wenn ich erstmal googeln musste, ob es sowas wie eine Honigpumpe  überhaupt gibt und wenn ja, was das ist. Die Regeln sind einfach, man schreibt unter Verwendung von drei vorgegebenen Wörtern in höchstens 10 Sätzen eine shortest Short Story. Die Wortspende kommt diese Woche von Fädenrisse, es sind die Begriffe:

Interpol,
Trabantenstadt,
Honigpumpe.

 Gestalterisch wird Christiane unterstützt von Herrn Textstaub, der uns jede Woche die schönen Grafiken schenkt und die abc Etüden ins Leben gerufen hat.


 Summ, summ und weg bist du



Jo saß auf dem Dach der kleinen Hütte an den Wiesen und war froh, dass es den Schornstein gab, hinter dem er wenigstens etwas Schutz fand, „Verdammt warum war das nur so anders als in den Trabantenstädten, in denen er sonst unterwegs war und wo es tausend Möglichkeiten gab, sich unsichtbar zu machen?“, dachte er  und der Gefanke  machte ihn nervös, sehr nervös.

Aber wie hatte er auch ahnen können, dass er mit dem simplen, kleinen Auftrag so gelinkt würde  und ihm sogar Interpol auf den Hals hetzen würde, nur ein paar Papiere sollte er aus dem Hotelzimmer in diesem Edelschuppen klauen und aufs Land zu seinem Auftraggeber bringen, was war schon dabei?

Und nun schienen alle, nicht nur Interpol, hinter ihm her zu sein, was waren das nur alles für Leute, die ihn jagden, wo er jetzt doch eigentlich mit leichtverdienten 100.000 auf jedes Pferdchen in Baden-Baden setzen wollte, dass ihm gefiel, aber halt, was waren das für Geräusche, waren ihm seine Verfolger schon so nah?

Ihm war klar, wenn er nicht ganz schnell und gründlich verduften würde, wäre er eigentlich schon tot, denn diese Typen kannten mit Sicherheit keine Gnade und er wusste nunmal was in den Papueren stand und damit hatte er im Grunde sein Todesurteil unterschrieben.

Aber so einfach würde er, Johannes Brettschneider, es den Schweinen nicht machen, also mustte er sich was einfallen lassen, aber erstmal musste er nachdenken und vielkeicht gab es ja in dem Schuppen etwas, was ihm helfen konnte.

Er hatte Glück, nachdem er sich an der Rückwand runtergelassen hatte und sich wunderte, was da für Minihäuser, zu groß für Vögel und zu klein für Menschen,  um die Hütte standen, fand er ein leicht zu knackendendes Schloss.

Aber was für ein Mist, in der Hütte gab es weder essbares, noch andere Klamotten oder ein Telefon und plötzlich schien es überall zu  summen, vorne, hinten, seitlich, oben und unten, Bienen, unendlich viele Bienen und nun wusste Jo auch, was das komische Ding da ìn der Mitte war, eine richtig große Honigpumpe.  

„Was für eine gequirlte Sch***“ dachte Jo bis sein Blick auf den Imkeranzug, der da hinten in der Ecke hing, fiel, damit könnte er es  durch den Garten bis zur Bahnlinie schaffen und wenn dann an dem Übergang ein Güterzug hielt, könnte er vielleicht drauf klettern.

Und tatsächlich, sein Plan ging auf, seine Verfolger, diese Schisser, hatten Angst vor Bienchen und fragten nur aus sicherer Entfernung, ob er, der vermeintliche Imker, einen Mann gesehen habe, was er verneinte und sie noch einlud, seine Tierchen anzusehen, man waren die schnell wieder in sicherem Abstand.

Seit er im Güterwagon saß, ging es Jo viel besser und er überlegte, was er am besten mit den Papieren machen sollte, welche Zeitung würde am meisten zahlen für den Beweis, dass der amerikanische Präsident Ronald Stumpf unter fortgeschrittenem Alzheimer litt und so weilte Jo gerade in Gedanken an einem Karibikstrand mit einem Drink in der Hand und in jedem Arm ein süßes Hula-Girl, als ihn die Kugel mitten ins Herz traf …

Na gefällt sie dir, meine Story?

Liebste Grüße

Ela

Tag 292: abc Etüden 19.17 – Alles und nichts

Auch diese Woche gibt es wieder abc Etüden, die  Christiane ins Leben gerufen hat und die ich richtig liebgewonnen habe, weil die Wortspenden meine Fantasie zum Blühen bringen.  Diese Woche stammen sie von Jaecki Lindenau aus Berlin und sie lauten:

  • Meer
  • Kind
  • Mensch

Die Aufgabe lautet diese Wörter in maximal 10 Sätzen zu einer „Kürzest“-Geschichte zu verarbeiten. Die Illustrationen stammen wie immer von lz. (vormals Blog textstaub/lz, jetzt Analog-Atelier ludwigzeidler.de

Alles und nichts

Sophie fühlte sich schlecht,  gestern hatte sie ihre Mutter beerdigt.

Immer wenn es ihr nicht gut ging, hatte sie das Gefühl, sie müsse ans Meer fahren, weil sie dort die Ewigkeit spüren konnte und in deren Angesicht, war nichts mehr so bedeutend, wie es ihr nur Stunden früher erschienen war.

Sophie mutierte wieder zum Kind, sie fühlte sich wie ein kleines Mädchen, frei und unbeschwert, als sie barfuß durch die Brandung lief.

Dabei wusste sie inzwischen kaum noch, wie sich Freiheit anfühlt, ihre Mutter war nicht nur ein schwieriger, nein auch ein bösartiger Mensch gewesen.

Sophie war treu und so blieb sie an Mutters Seite, die niemanden je für gut genug für sie befand und zu krank war, um alleine gelassen zu werden, sagte sie jedenfalls, über dieses Spiel wurde Sophie 20, 30, 40, …

Erst vor kurzem hatten sie wieder gestritten über das Leben und Geld, davon hatte ihre Mutter zuviel und Sophie nichts, wieder wurde ihr klar gemacht, dass sie ohne ihre Mutter ein Nichts wäre.

Dann war da diese Nacht gewesen, Mama hatte wieder einmal über Herzbeschwerden geklagt, Dr. Behring, der Hausarzt, tätschelte ihrer Mutter die Schulter und verabreichte ein Beruhigungsmittel.

Eine Stunde später schlief ihre Mutter und schnarchte mit offenem Mund und dann lag da dieses Kissen, häßlich war es, sie konnte es noch nie leiden, dann hatte sie es in der Hand, wie wusste sie selbst nicht,aber am Ende war es so einfach.

Sophie blickte über den Strand und da kam auch schon David der junge und hübsche Partner von Dr. Behring strahlend und mit offenen Armen auf sie zu, er war es der den Totenschein unterschrieben hatte, ihm war sie gut genug, nun hatte sie alles und Mutter nichts.

ENDE

Liebste Grüße

Ela

Tag 236 + 237 – Krimistimmung „Foto der Woche“

Seit Jahren der erste „anständige“ Nebel für mich. Als phanasievoller Mensch, fiel mir sofort der Krimi, den ich seit 100 Jahren schreiben will, ein. Ich, in Konkurrenz zu Mama Carlotta, als Miss Marple von Sylt 😉

Es schien, als schaute sie auf das wilde, unberechenbare Meer, dass aber mehr zu hören und zu ahnen war, im dichten Nebel. Ihr langes blondes Haar wehte aus dem blau-/weiß gestreiften Strandkorb. Ihre leeren Augen würden das Meer jedoch nie wieder sehen und die häßliche …