Leben

Dieser Moment

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Weisst du noch, wann du das letzte Mal so richtig glücklich warst. Und damit meine ich nicht, den als du ein tolles Geschenk, einen Heiratsantrag bekommen, eine tolle Reise gemacht oder in der schweren Klausur 15 Punkte geschafft hast.

Nein ich meine den Augenblick des Glücks ob des Glücks. Wenn durch deinen Körper Champagner statt Blut zu pulsieren scheint, wenn der Alltag und jede Sorge nicht mehr vorhanden sind, wenn es keine Rolle mehr spielt, ob du reich oder arm, ja, krank oder gesund bist. Nichts ist mehr wichtig, außer dieser eine Moment in der Ewigkeit, in dem du aufhörst zu denken und nur noch bist, glücklich eben. Du kannst ihn um keinen Preis zwingen, herbei wünschen, denn er ist.

Ich kann mich gut an meinen letzten dieser unendlich kostbaren Augenblicke erinnern, er ist viel zu lange her und doch zerre ich von diesem Wimpernschlag der Ewigkeit.

Damals ging ich ganz allein, im kalten Winter am Strand entlang, schrie in die Gischt und wusste, ich bin und auch warum und wofür.

Ich wünsche euch, meine lieben Leser, einen besinnlichen Karfreitag.

Liebste Grüße

Ela

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Wir waren mal drei

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Früher, also als ich jung war, noch keine 20, hatte ich zwei beste Freundinnen mit denen ich ständig unterwegs war tags wie abends.

Beide waren Pferdenärrinen und ich im Grunde auch, nur durfte ich wegen meines Rückens nicht mehr reiten. Aber durch sie durfte ich zumindest bei den Pferden sein, sie striegeln und füttern.

Abends hatte wir unsere Lieblings Disco zum Abtanzen, unser Stammlokal und unseren Griechen.

Elke brachte mir (sie versuchte es) Gitarrespielen bei, ich half ihr beim Englischlernen und Ute wäre fast mal meine Geschäftspartnerin geworden, ich wollte damals Tourismus studieren und zusammen planten wir ein ganz besonderes Reisebüro.

Beide waren sehr schöne Mädchen, Elke sah aus wie die junge Brigitte Bardot und Ute war auch eine von diesen wirklich schönen Blondinen. Ich war etliche Zentimeter kleiner sls beide und ein mittelblonder Lockenkopf.

Wir drei waren ein tolles Team und hatten jede Menge Spaß. Irgendwann trennten sich unsere Wege, wir flogen in verschiedene Himnelsrichtungen aus und der Kontakt wurde seltener und seltener, immer plante ich, dies zu ändern, anzurufen und ein Treffen zu organisieren. Aber es kam nie dazu , es war so vieles wichtiger.

Vor einigen Jahren erreichte mich die Nachricht, Ute ist tot. Verstorben mit 39 an einem Herzinfarkt beim Friseurbesuch.

Elke fand ich schließlich bei Facebook wieder, wir schrieben ab und zu, wir wollten uns unbedingt mal treffen. Aber wir hatten ja Zeit, es eilte nicht.

Vor einem halben Jahr schrieben ihre Kinder auf Facebook: Unsere Mama verstarb nach langer und schwerer Krankheit.

Nun bin nur ich noch über und fühle mich ein bisschen verloren und allein gelassen. Trotz des wenigen Kontakts fehlen sie mir. Auch wenn das objektiv nicht stimmt, ich habe meine Familie und tolle Freunde. Aber nun gibt es nur noch eine Freundin, die mich in jung kannte und keine mehr die mit mir jung und verrückt war.

Außerdem fühlt man natürlich auch wie die Einschläge näher kommen …

Nie wieder!

Liebste Grüße

Ela

Kleines Update … fast …

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… hätte ich geschrieben Bulletin, aber das erschien mir nun doch etwas übertrieben. Wahscheinlich hängen euch meine ganzen Krankenstandmeldungen eh zum Hals raus, mir auch 😉

Aber stellt euch vor ich weiß nun, was mich im November/Dezember so völlig aus den Socken gehauen hat. Um es kurz zu machen: Ich habe mir bei meinem Sturz anscheind nicht nur das Außenband gerissen sondern auch eine Sehne an der Hüfte angerissen, wodurch sich dann die Sehnen an der Hüfte und deren Ansätze böse entzündet haben und das hat leider keiner der Ärzte bemerkt. Dabei habe ich die Entzündung im Körper ja deutlich gespürt: kaputte, trockene Lippen, schlapp, aber zuhören ist nicht. Aber erst ein MRT brachte es ans Licht (denn ich hatte ja keine Ahnung), als alles schon wieder fast vorbei war.

Aber viel wichtiger, es geht steil aufwärts. Ich mache fleissig Physiotherapie und habe dafür einen super Therapeuten gefunden, der junge Mann hat wirklich goldene Hände. Die richtigen Medis haben die Entzündung vertrieben.

Ich bin noch schnell müde und erschöpft, aber jeden Tag wird es besser. Ich merke richtig wie die Kraft zurückkehrt und ich wieder Interesse an Mode und all den netten Oberflächlichkeiten bekomme. Auch die Freude am Schreiben hat sich zurückgemeldet.

Jetzt mache ich noch weiter fleißig Physio, gehe brav jeden Tag raus, fast bin ich wieder die Alte und bald kann ich auch wieder im Büro.

Darum ist nun auch Schluss mit den Bulletins und es kommen wieder „richtige“ Posts. Versprochen!

Liebste Grüße

Ela

Mitmach-Blog: Solls für mich rote Rosen regnen?

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Gerade habe ich im Mitmach-Blog diesen Beitrag zum Thema der Woche 44/17: Was ich will gepostet:

Als ich das Thema der Woche las, fiel mir ganz spontan dieses Lied der wunderbaren Hildegard Knefein, ein Text der mich sogar als Teenie schon berührt hat. Mir war sofort klar, ich muss etwas damit schreiben, weil der Text eine Menge mit mir zu tun hat, aber lest und oder hört selbst:

Für mich solls`rote Rosen regnen

Mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,

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Tag 326-328: Update

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Du merkst, ich mache mich rar, aber derzeit ist auch soviel los …

Erstmal ist meine Mum noch im Krankenhaus, ich mag das nicht. Irgendwann scheine ich von der Tochter zur Mutter mutiert zu sein und möchte immer beschützen. Doof, ich weiß und dabei geht es ihr auch schon viel besser. Außerdem kostet die  Rennerei ins Krankenhaus ganz schön Kraft.

Vorgestern habe ich erfahren, dass meine Jugendfreundin Elke – ich hatte immer den Plan, sie mal anzurufen – gestorben ist und nun bleibt es wohl bei den flüchtigen Facebook-Kontakten der letzten Jahre. Irgendwie macht mich das traurig, sie war genauso alt wie ich, leidenschaftliche Reiterin, hatte zwei Kinder Anfang 20 und ich sehe seit der Nachricht immer meine Elke mit 15, 16, 17 vor mir, voller Leben und voller Träume.

Natürlich mache ich auch viel mehr, als ich darf und mein Rücken meckert ganz schön. Darum habe ich mir für heute einen ganz ruhigen Tag allein für mich vorgenommen.

Nebenbei gibt es aber auch gute Nachrichten:

Ich habe mir 2 Paar neue Schuhe gekauft, 😉 bequem und hübsch und meine REHA ist durch 🙂

Ein Problem habe ich unterschlagen, allumfassende Unlust …

Liebste Grüße 

Ela

Tag 303/4: Aus alt wird neu

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Wahrscheinlich habt ihr euch schon gewundert, wo ich stecke? Es war der Farbtopf bzw. die Fugenmasse.

Bei uns gibt eigentlich schon immer, aber mindestens seit 45 Jahren einen Küchenhocker/Beistelltisch, einst aus rohem Kiefernholz. Irgendwann in den 70igern hat meine Mum ihn erstmals verschönert, er wurde blau und bekam eine Korkplatte.

Warum er immer bleiben durfte, irgendwie war er immer zu gebrauchen und sei es nur im „könnte“-Status. Daraus wurde dann Gewohnheitsrecht und er war kreuz und quer durch Deutschland bei uns.  So auch im Dezember und nun stellten wir fest, genauso ein Tischen braucht unsere Terrasse. Besonders ansehnlich war er allerdings nicht mehr.

Also versuchte nun ich mich als Beauty-Doc. Aus den kleinen Blauen sollte ein Mädchentisch mit viel Pink, Glamour und ein bisschen Shabby werden.

Es funktionierte eigentlich ganz gut. Gebraucht habe ich, nach dem Abpulen des Korks:

  • Sandpapier zum Aufrauen
  • Pinke und weiße Acrylfarbe
  • Einen Schwamm und einen Pinsel (für schlecht zugängliche Stellen) zum Auftragen
  • Lack für Außen
  • 2 Mosaiknetze (der Tisch ist 30×30 cm)
  • Mosaikkleber
  • Fugenmasse 
  • Gefäß zum Anrühren
  • Silberglitzer
  • Spachtel zum Auftragen
  • Schwamm zum Abwaschen

Der Zeitaufwand hielt sich in Grenzen und das Endergebnis gefällt uns sehr 🙂

So nun wisst ihr, womit ich beschäftigt war.

Im Einsatz:


Liebste Grüße 

Ela

Tag 295: Zeit, wo bist du geblieben, wo willst du hin

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Diesen Beitrag habe ich ursprünglich im Mitmach-Blog veröffentlicht

Manchmal wache ich morgens auf, erschrecke mich und denke „Scheiße Mädchen, du bist 56“ und irgendwie kann ich es selbst nicht glauben, das kann nicht sein, wo sind nur all die vielen Jahre hin?.

Strauss, oh graus und rosa Wolken

Es war gestern doch erst, als ich mit 17, Strauss als Bundeskanzler verhindern und Männer in Anzügen für den Bundestag verbieten lassen wollte. Ich hatte so unendlich viele Träume, ich wollte nie mehr besitzen, als in zwei Koffer passt, ich wollte einen Job, der mich um die Welt führt oder aber nach Hollywood und einen Oscar gewinnen, kurz hatte ich sogar mal daran gedacht Prinz Charles zu ehelichen und irgendwann die Queen zu werden . Nur ein paar Jahre später sah es wieder anders aus, meine große Liebe und ich waren schon eine Weile zusammen, träumten von Hochzeit und Kindern, ich wollte Germanistik und Philosophie studieren, die Welt besser machen. Ganz kurz darauf war er ausgeträumt der Traum, der Mann war weg, ich sehr traurig und mindestens genauso wütend und setzte beruflich auf Nummer Sicher. Ist das alles wirklich schon so lange her, dass es mir scheint, es geht um eine andere, eine Fremde?

Große Abenteuer im Trabbi

Mit dreißig machte ich mich dann endlich wirklich auf zu einem großen Abenteuer, ich ging in den Aufbau Ost. Die vielleicht aufregendste, aber auch arbeitsintensivste  Zeit meines Lebens begann, wir, mein Kollege und ich, der nicht immer Kollege blieb, fuhren im Trabbi oder Wartburg durch alte Alleen, graue Dörfer, aßen Soljanka oder Wurstgulasch, wir entdeckten unterirdische Bunkeranlagen, waren in Honeckers Regierungsmaschine, feierten in einer russischen Kaserne. Ich verliebte mich nicht nur in meinen Kollegen sondern auch in Potsdam (diese Liebe blieb).

Mama und Bayern

Mein Kollege wurde mein Geliebter, mein Mann und machte mir das größte Geschenk meines Lebens, meine Tochter. Die Liebe war groß, hielt dem Alltag aber nicht stand, ich ging zurück nach Braunschweig. Aber schon bald merkte ich, hier war es zu klein für mich geworden und wieder brach ich  auf, diesmal gen Westen und im Gespann mit Mutter und Kind. Meine Karriere fing an Fahrt aufzunehmen, ich interessierte mich für Frauenpolitik, war engagiert und wurde gefördert.  Aber wieder kam es anders, ein Todesfall zwang mich für einige Jahre nach Bayern (da wollte ich eigentlich nie hin). Ein paar Jahre später ging ich schweren Herzens, denn ich hatte mich ins Allgäu verliebt, wieder mit Mutter und Kind im Gepäck, nach Berlin, dort begann für mich so richtig die Zeit als Eislaufmama im (Synchron-) Eiskunstlaufzirkus, Auch das war eine tolle Zeit, ich km in Orte, wo ich ohne den Sport niemals gekommen wäre, begann für für zwei Fach-Zeitschriften zu schreiben, lernte die Stars der Szene kennen.

Wohin führt der Weg?

Ich verstehe es nicht, wie kann es sein, warum ist das alles (bis auf die eine Zeitschrift) Gestern? Ich fühle mich nicht, als würde ich innerhalb der nächsten 10 Jahre in Pension gehen. Ich habe noch immer noch einen Kopf voller Träume und eine faltenfreie Seele, wenn auch einen angeschlagenen Körper.

Manchmal muss ich daran denken, dass mir, wenn ich viel Glück habe, vielleicht noch 25 gute Jahre bleiben. Ich sehe es an meiner Mama, dass das Alter nicht wirklich lustig ist, viele Einschränkungen mit sich bringt und – was ich wirklich furchtbar finde – der Mensch nicht mehr für voll genommen wird, er ist lebendig und scheint doch schon außerhalb zu stehen. Manchmal sprechen Leute (z.B.) Ärzte mit mir, obwohl meine geistig super fitte Mutter neben mir sitzt.

Das macht mir Angst, genau wie die Zeit, die im gleiche Maße schneller wird, wie ich langsamer. Trotzdem bin ich auch gespannt auf alles was da noch kommen mag. Werde ich ein paar meiner Träume noch verwirklichen, eine Zeit am Meer und/oder unter südlicher Sonne leben, wie ich es mir wünsche, reisen malen und schreiben oder kommt es doch wieder ganz anders?

Liebste Grüße

Ela