Leben

Mitmach-Blog: Solls für mich rote Rosen regnen?

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Gerade habe ich im Mitmach-Blog diesen Beitrag zum Thema der Woche 44/17: Was ich will gepostet:

Als ich das Thema der Woche las, fiel mir ganz spontan dieses Lied der wunderbaren Hildegard Knefein, ein Text der mich sogar als Teenie schon berührt hat. Mir war sofort klar, ich muss etwas damit schreiben, weil der Text eine Menge mit mir zu tun hat, aber lest und oder hört selbst:

Für mich solls`rote Rosen regnen

Mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,

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Tag 326-328: Update

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Du merkst, ich mache mich rar, aber derzeit ist auch soviel los …

Erstmal ist meine Mum noch im Krankenhaus, ich mag das nicht. Irgendwann scheine ich von der Tochter zur Mutter mutiert zu sein und möchte immer beschützen. Doof, ich weiß und dabei geht es ihr auch schon viel besser. Außerdem kostet die  Rennerei ins Krankenhaus ganz schön Kraft.

Vorgestern habe ich erfahren, dass meine Jugendfreundin Elke – ich hatte immer den Plan, sie mal anzurufen – gestorben ist und nun bleibt es wohl bei den flüchtigen Facebook-Kontakten der letzten Jahre. Irgendwie macht mich das traurig, sie war genauso alt wie ich, leidenschaftliche Reiterin, hatte zwei Kinder Anfang 20 und ich sehe seit der Nachricht immer meine Elke mit 15, 16, 17 vor mir, voller Leben und voller Träume.

Natürlich mache ich auch viel mehr, als ich darf und mein Rücken meckert ganz schön. Darum habe ich mir für heute einen ganz ruhigen Tag allein für mich vorgenommen.

Nebenbei gibt es aber auch gute Nachrichten:

Ich habe mir 2 Paar neue Schuhe gekauft, 😉 bequem und hübsch und meine REHA ist durch 🙂

Ein Problem habe ich unterschlagen, allumfassende Unlust …

Liebste Grüße 

Ela

Tag 303/4: Aus alt wird neu

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Wahrscheinlich habt ihr euch schon gewundert, wo ich stecke? Es war der Farbtopf bzw. die Fugenmasse.

Bei uns gibt eigentlich schon immer, aber mindestens seit 45 Jahren einen Küchenhocker/Beistelltisch, einst aus rohem Kiefernholz. Irgendwann in den 70igern hat meine Mum ihn erstmals verschönert, er wurde blau und bekam eine Korkplatte.

Warum er immer bleiben durfte, irgendwie war er immer zu gebrauchen und sei es nur im „könnte“-Status. Daraus wurde dann Gewohnheitsrecht und er war kreuz und quer durch Deutschland bei uns.  So auch im Dezember und nun stellten wir fest, genauso ein Tischen braucht unsere Terrasse. Besonders ansehnlich war er allerdings nicht mehr.

Also versuchte nun ich mich als Beauty-Doc. Aus den kleinen Blauen sollte ein Mädchentisch mit viel Pink, Glamour und ein bisschen Shabby werden.

Es funktionierte eigentlich ganz gut. Gebraucht habe ich, nach dem Abpulen des Korks:

  • Sandpapier zum Aufrauen
  • Pinke und weiße Acrylfarbe
  • Einen Schwamm und einen Pinsel (für schlecht zugängliche Stellen) zum Auftragen
  • Lack für Außen
  • 2 Mosaiknetze (der Tisch ist 30×30 cm)
  • Mosaikkleber
  • Fugenmasse 
  • Gefäß zum Anrühren
  • Silberglitzer
  • Spachtel zum Auftragen
  • Schwamm zum Abwaschen

Der Zeitaufwand hielt sich in Grenzen und das Endergebnis gefällt uns sehr 🙂

So nun wisst ihr, womit ich beschäftigt war.

Im Einsatz:


Liebste Grüße 

Ela

Tag 295: Zeit, wo bist du geblieben, wo willst du hin

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Diesen Beitrag habe ich ursprünglich im Mitmach-Blog veröffentlicht

Manchmal wache ich morgens auf, erschrecke mich und denke „Scheiße Mädchen, du bist 56“ und irgendwie kann ich es selbst nicht glauben, das kann nicht sein, wo sind nur all die vielen Jahre hin?.

Strauss, oh graus und rosa Wolken

Es war gestern doch erst, als ich mit 17, Strauss als Bundeskanzler verhindern und Männer in Anzügen für den Bundestag verbieten lassen wollte. Ich hatte so unendlich viele Träume, ich wollte nie mehr besitzen, als in zwei Koffer passt, ich wollte einen Job, der mich um die Welt führt oder aber nach Hollywood und einen Oscar gewinnen, kurz hatte ich sogar mal daran gedacht Prinz Charles zu ehelichen und irgendwann die Queen zu werden . Nur ein paar Jahre später sah es wieder anders aus, meine große Liebe und ich waren schon eine Weile zusammen, träumten von Hochzeit und Kindern, ich wollte Germanistik und Philosophie studieren, die Welt besser machen. Ganz kurz darauf war er ausgeträumt der Traum, der Mann war weg, ich sehr traurig und mindestens genauso wütend und setzte beruflich auf Nummer Sicher. Ist das alles wirklich schon so lange her, dass es mir scheint, es geht um eine andere, eine Fremde?

Große Abenteuer im Trabbi

Mit dreißig machte ich mich dann endlich wirklich auf zu einem großen Abenteuer, ich ging in den Aufbau Ost. Die vielleicht aufregendste, aber auch arbeitsintensivste  Zeit meines Lebens begann, wir, mein Kollege und ich, der nicht immer Kollege blieb, fuhren im Trabbi oder Wartburg durch alte Alleen, graue Dörfer, aßen Soljanka oder Wurstgulasch, wir entdeckten unterirdische Bunkeranlagen, waren in Honeckers Regierungsmaschine, feierten in einer russischen Kaserne. Ich verliebte mich nicht nur in meinen Kollegen sondern auch in Potsdam (diese Liebe blieb).

Mama und Bayern

Mein Kollege wurde mein Geliebter, mein Mann und machte mir das größte Geschenk meines Lebens, meine Tochter. Die Liebe war groß, hielt dem Alltag aber nicht stand, ich ging zurück nach Braunschweig. Aber schon bald merkte ich, hier war es zu klein für mich geworden und wieder brach ich  auf, diesmal gen Westen und im Gespann mit Mutter und Kind. Meine Karriere fing an Fahrt aufzunehmen, ich interessierte mich für Frauenpolitik, war engagiert und wurde gefördert.  Aber wieder kam es anders, ein Todesfall zwang mich für einige Jahre nach Bayern (da wollte ich eigentlich nie hin). Ein paar Jahre später ging ich schweren Herzens, denn ich hatte mich ins Allgäu verliebt, wieder mit Mutter und Kind im Gepäck, nach Berlin, dort begann für mich so richtig die Zeit als Eislaufmama im (Synchron-) Eiskunstlaufzirkus, Auch das war eine tolle Zeit, ich km in Orte, wo ich ohne den Sport niemals gekommen wäre, begann für für zwei Fach-Zeitschriften zu schreiben, lernte die Stars der Szene kennen.

Wohin führt der Weg?

Ich verstehe es nicht, wie kann es sein, warum ist das alles (bis auf die eine Zeitschrift) Gestern? Ich fühle mich nicht, als würde ich innerhalb der nächsten 10 Jahre in Pension gehen. Ich habe noch immer noch einen Kopf voller Träume und eine faltenfreie Seele, wenn auch einen angeschlagenen Körper.

Manchmal muss ich daran denken, dass mir, wenn ich viel Glück habe, vielleicht noch 25 gute Jahre bleiben. Ich sehe es an meiner Mama, dass das Alter nicht wirklich lustig ist, viele Einschränkungen mit sich bringt und – was ich wirklich furchtbar finde – der Mensch nicht mehr für voll genommen wird, er ist lebendig und scheint doch schon außerhalb zu stehen. Manchmal sprechen Leute (z.B.) Ärzte mit mir, obwohl meine geistig super fitte Mutter neben mir sitzt.

Das macht mir Angst, genau wie die Zeit, die im gleiche Maße schneller wird, wie ich langsamer. Trotzdem bin ich auch gespannt auf alles was da noch kommen mag. Werde ich ein paar meiner Träume noch verwirklichen, eine Zeit am Meer und/oder unter südlicher Sonne leben, wie ich es mir wünsche, reisen malen und schreiben oder kommt es doch wieder ganz anders?

Liebste Grüße

Ela

Tag 287: Leben hälst du noch was bereit?

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Wann fängt es eigentlich an, das man sich fragt: War das schon alles? Kommt da noch was?

Ich weiß nicht mehr wann mir diese Frage das erste Mal durchs Hirn geisterte,  aber ich glaube, so um die 40. Natürlich weiß ich, sie ist absolut unnütz, bringst nicht und trotzdem, mit jedem Jahr das man älter wird, drängt sie sich mehr auf. Blödsinn! Bullshit! Egal wie alt oder jung man aktuell ist, kann noch ganz viel passieren oder gar nichts mehr. Vielleicht war ja morgen gestern? Aber wie sagt meine 83-jährige Mutter so schön: Die Wahrscheinlichkeit (das nichts mehr kommt) steigt mit der Zeit.

WVermutlich hat es damit zu tun, das man schon soviel kennt und erlebt hat. Natürlich ist es zum Beispiel noch immer aufregend und schön verliebt zu sein, aber man weiß doch genau, auch diese Schmetterling landen irgendwann. Genauso ist es mit Liebeskummer, klar tut er weh, aber ich weiß, es wird auch wieder besser. Man stellt sich nicht mehr bei jeder Reise vor, dass sie das Leben verändern wird, das große Abenteuer bringen wird. Es ist nur noch eine Reise und mit etwas Glück eine schöne. Daher hat wohl jeder Mensch so Momente, in denen einfach alles eingefahren erscheint, als hätte das Leben nichts mehr in petto. Man ist eine gefühlte Ewigkeit in seiner Beziehung, man braucht gar keine Frage mehr zu stellen, die Antwort kennt man eh schon.  Im Job hat man alles schon erlebt, die Illusionen verloren. Als Single hat man begriffen, Mr. Right ist doch eher Herr Vielleicht oder man kann es eigentlich auch gleich sein lassen. Zum Mond werden wir genauso wenig fliegen, wie Milliardär werden.

Also ist das wirklich alles? Nein, wäre meine Antwort. Vielleicht ist nicht mehr alles neu, aber dafür intensiver und mit jedem Jahr Leben, dass ich gelebt habe, kann ich die kleinen Momente mehr schätzen. Außerdem weiß man ja nie und zweitens sind doch wir unseres Glückes Schmied.

Im Fernsehsessel warten nun mal nur Abenteuer aus zweiter Hand, genauso wie zwischen Buchdeckeln. Also los, Leute! Komfortzone verlassen und den berühmten ersten Schritt tun,  etwas wagen, Neues ausprobieren und dann einfach mal schauen. Außerdem hat es das Leben bis jetzt immer wieder glänzend verstanden, mich zu verblüffen und wenn nicht das Leben, schaffe ich das gelegentlich auch ganz allein. Vieles ist Zufall, Glück, Pech, aber am Ende stellen wir die Weichen selbst.

Liebste Grüße

Ela

Tag 152 – Guter November

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November, viele Freunde hat er wohl nicht, dazu macht er die Menschen zu traurig. Verständlich, das Grün und die bunten Farben verschwinden, durch diverse Feiertage  (an denen man aber aber nicht frei hat) wird man mit der Vergänglichkeit konfrontiert, die Tage sind kurz, die Sonne scheint selten und überhaupt das Wetter …

Ich mag ihn trotzdem oder gerade deshalb. Keine Sorge, jetzt kommt nicht die Nummer mit dem Tee und dem Buch. Teetrinkerin bin ich nicht und mein Kindle wirkt lange nicht so heimelig wie ein Buch.

Aber ich mag es durch knisterndes Laub zu laufen, freue mich über die Kastanien am Boden, die bunten Beeren und die glitzenernden Pfützen. Mir gefällt der Wind, sogar der Regen passt.

Ich erinnere mich auch gerne an die Menschen, die nicht mehr bei uns sind, denke an die schönen Momente mit ihnen und freue mich, dass sie in meinem Leben waren, auch wenn ich traurig bin, dass sie es nicht mehr sind.

Woher komme ich, wohin werde ich gehen? Fast zwangsläufig kommen auch diese Fragen hoch, aber sind ich nicht auch die wichtig und notwendig, von Zeit zu Zeit? Wir sind nun mal vergänglich und niemand weiß , ob der Tod nur einfach der Ausschalter ist oder der Beginn von etwas Neuem. Was ich glaube? Keine Ahnung, mal so, mal so. Ich hoffe natürlich, es geht weiter, aber glauben tue ich wohl eher an den Ausschalter. Ob mir der Gedanke keine Angst macht? Doch natürlich, aber die Angst wird weniger , wenn ich den Gedanken gelegentlich zulasse und akzeptiere, dass ich (wahrscheinlich ) endlich bin.

Manchmal gebe ich mich auch der Wehmut hin, denke über mein Leben nach, über verpasste Gelegenheiten , geplatzte Träume,  falsche Wege und Entscheidungen. Dem Gedanken „Was wäre gewesen wenn …“.

Irgendwann lande ich dann bei der Erkenntnis, dann wäre ich nicht ich, hätte meine Tochter nicht, es hätte all die tollen Momente nicht gegeben und ich finde, alles war gut, so wie es war.

Liebste Grüße

Ela

 

Tag 29 -Ich bin NICHT neidisch!!!

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Es ist merkwürdig, seit ein  paar Wochen bekomme ich auf  Facebookanfragen, von alten (Schul-)Freundinnen, die ich seit gefühlten Ewigkeiten und auch real sehr lange nicht gesehen habe. Erst habe ich mich gefreut und dann habe ich mich gewundert. Was sind das nur alles für tolle Frauen mit spektakulären Leben?

Angefangen hat es mit Lisa, sie habe ich wohl vor ungefähr 35 Jahren das letzte Mal gesehen, als wir unsere Abi-Zeugnisse bekamen. Damals war Lisa ein sehr ruhiges Mädchen, ich habe ehrlich gesagt kaum Erinnerungen an sie, nur noch, dass sie immer nett und freundlich war. Wir hatten wohl nie viel miteinander zu tun. Nun erfahre ich von Facebook, inzwischen hat sie nicht nur einen Doktor, sie arbeitet auch mehrfach preisgekrönt in der Führungsetage eines großen internationalen Pharmaunternehmens. Noch dazu ist sie sportlich sehr aktiv, tut Gutes, ist glücklich verheiratet, hat Kinder und ist Oma. Als ich das gelesen habe war ich erstmal ganz starr vor lauter Ehrfurcht undwar sehr beieindruckt.

Die zweite die aus der Versenkung auftauschte war Susi, sie kenne ich nicht aus der Schule, sondern von einem gemeinsamen Hobby und unseren Töchtern. Aber auch sie habe ich lange nicht gesehen, so seit 15/16 Jahren. Außerdem hatten wir beide den gleichen Beruf, hatten wohlgemerkt. Sie hat nämlich, so schrieb sie mir, irgendwann umgesattelt, hat der Sicherheit Tschüß gesagt und ist inzwischen erfolgreiche Geschäftsfrau. Die Tochter ist Musical-Darstellerin und hat dies in den USA studiert. Susi scheint immer noch sehr nett zu sein, aber sie wollte mit mit telefonieren. Ich telefoniere aber gar nicht gerne und darum habe ich ihr bis heute nicht geantwortet ….

Zuletzt flatterte die Anfrage von Angelika ins Haus, mit ihr war ich richtig dicke. Wir kannten uns auch von Kind und Hobby, aber schon länger. Wir haben damals viel miteinander gemacht, uns oft besucht und ihre Tochter hat bei uns Urlaub gemacht.  Dann auf einmal, wir hatten gerade verabredet, sie besucht uns Ostern, war Funkstille. Das war wohl so 1998 und seitdem habe ich nichts mehr gehört. Heute nun die Nachricht, sie macht eine Weltreise auf ihrem Segelboot. Mein erster Gedanke (ich weiß, nicht nett): „Was, die mit ihrem dicken A***“ Angelika hatte ein ziemlich gebärfreudiges Becken. Weltreise, da schluckte ich doch dreimal und musste mich aktiv erinnern, dass ich kein neidischer Mensch bin. Dann war ich irritiert, damals war sie die absolute Pferdefrau und fühlte sich am wohlsten im Stall. Jetzt also auf einem Boot im Atlantik. Zum Glück fiel mir dann ein, dass ich sicherlich nicht in einem Segler über die Weltmeere fahren möchte, nee dazu bin ich viel zu sehr Schisser.

Trotz allem fühle ich mich gerade ein wenig als spießiger Looser, der schön brav sein bürgerliches Leben führt. Meine Mutter, vernünftig wie sie ist, unterbrach meine Welle des Selbstmitleids mit den Worten:“Wer weiß, du kannst doch nicht dahinterschauen“.

Recht hat sie, weitermachen …

Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Ich will auch, ich will mehr, ich will immer noch!

Moment des Tages: