Braucht Frau 37, viele, viel mehr oder Klamotten ohne Ende?

Lena ist eine alte Freundin, im Moment ist sie auf dem Minimalismus-Trip. Sie hat sie von der Capsule Wardrobe gehört , die besagt, Frau bräuchte nicht mehr 37-45 Teile im Schrank. Schuhe, Taschen, Unterwäsche sowie Sportbekleidung zählen nicht dazu.. Diese 37+x Kleidungsstücke sind immer für eine Saison gedacht. 4 × 40 =160. Ist das wenig? Habe ich mehr? Ganz so ist es natürlich nicht, denn Sinn der Sache ist es nicht für jede Saison, komplett unterschiedliche Teile zu haben. Die Garderobe soll nur jeweils angepasst werden, beispielsweise werden die Frühjahrs-Shirts im Sommer durch Tops ersetzt. Nicht nur die Anzahl der Kleidungsstücke ist Thema der Capsule Wardrobe. Weitere Kriterien sind: Finde deinen Style und dein Farbschema. Da würde es für mich kniffelig, habe ich einen bestimmten Stil? mein Farbschema ist bunt und manchmal auch nicht. Kleidung ist Stimmungssache. Ich habe nur eine Regel: meine Garderobe muss in 3 m Kleiderschrank und eine Unterbettschublade (dort finden im Sommer die reinen Wintersachen Platz und umgekehrt) passen.

Sabine, auch eine Freundin, verlangt Freiheit für ihre Garderobe, sie will besitzen was die Kreditkarte hergibt. Wenn es ihr Freude macht, bitteschön! Schade , dass sie trotzdem ständig am Verzweifeln ist, weil sie NICHTS zum Anziehen hat und weil das Geld nicht mehr für Urlaub reicht.

Sandra hingegen braucht mehr, findet sie ein Kleid schön, wird es in allen verfügbaren Farben gekauft. Sie sagt, es beruhigt sie, für jede Gelegenheit gerüstet zu sein.

Ein schwieriger Fall ist Susanne, sie schmeißt nie was weg und hat (zuviel) Geld. Natürlich besitzt sie ein Ankleidezimmer. Ob es ihr Schutzschild vor den Gefahren der Welt ist oder ihre Ritterrüstung, hinter der sie ihre empfindsame Seele versteckt oder ihre Einsamkeit?

Zu welcher Kategorie gehöre ich? Zur ersten und letzten schon mal nicht, eins scheidet aus, weil ich dazu nicht strukturiert genug bin/sein will und zuviel Geld habe ich (leider) auch nicht 😉 Irgendwo dazwischen liegt meine Wahrheit. Ich sortiere problemlos und gerne aus, aber es gibt einfach Kleidungsstücke, die ich sehr liebhabe. Ich shoppe gerne und baue Outfits. Wie oben schon gesagt, die rote Linie sind 3,5 m Kleiderschrank und eine Unterbettschublade.

Wie hältst du es? Bist du der Shopoholic, die Minimalist*in oder langweilt dich Mode gar?

xo Ela

Tag 36 – Ist Weniger mehr?

Heute ist mir ein riesengroßer Stein von der Seele geplumpst, weil ich zwei dienstliche Themen, die mich seit Wochen beschäftigt haben, als erledigt weglegen konnte. Irgendwie ist es doch immer wieder schön, etwas geschafft zu haben.

Ein anderes Thema, dass mich nun schon seit geraumer Zeit beschäftigt, ist unsere anstehende Renovierung, die schon lange nötig gewesen wäre, die wir aber aus vielerlei Gründen immer vor uns hergeschoben haben. Nun wollen wir es im November tatsächlich angehen. Ehrlich gesagt, graust mir davor, weil es viel ist und wir auch Handwerker beschäftigen müssen, weil ich zwei ganz zauberhafte linke Hände habe ;). Fremd, die in meinem Heim werkeln, das gefällt mir nicht so wirklich. Aber als ob das nicht genug wäre, stellt man, erst wenn so etwas ansteht fest, wie viel Mist man eigentlich im Laufe der Zeit so angesammelt hat. Mirhat dieser Gedanke dann einen anderen förmlich aufgedrängt: Muss das denn so sein?

Vor ein paar Tagen habe ich in Lilies Diary einen interessanten Artikel zum Thema Minimalismus gelesen. Ich habe lange darüber nachgedacht, aber festgestellt, für mich wäre der Minimalismus nichts. Schon allein, weil ich mich damit ja selbst unfrei machen, mich in eine Schublade pressen würde. Nein, ich möchte genauso wenig Minimalist wie Maximalist (gibt es den?) sein.

Ich erzähle euch auch, warum. So gehören zum Minimalismus doch die Tiny-Häuser, die Leben auf winzigstem Raum bedeuten. Dabei kam mir meine Studentenbude von einst in den Kopf, wie habe ich es gehasst, so wenig Platz zu haben, alles auf kleinstem Raum machen zu müssen. Los geht es damit, ich schlafe bei offenem Fenster, aber ich lebe im Winter nicht bei offenem Fenster. Als müsste ich entweder nachts schwitzen, weil den ganzen Tag geheizt wurde oder am Tag frieren, weil … Außerdem habe ich eine äußerst sensible Nase, ich mag nicht mal offene Küchen, weil mich der Essengeruch im Wohn- und noch mehr in einem Schlafraum extrem stört.

Genauso ist es mit dem Kaufen, ich bin sicherlich keine Shopping Queen, ich will und brauche kein Ankleidezimmer, ich träume nicht mal davon. Aber wenn ich Lust habe, will ich mir was kaufen dürfen. Und manchmal, gerade im Urlaub, kaufe ich auch ganz gerne mal die eine oder andere Sinnlosigkeit, einfach aus Spaß an der Freude.

Trotzdem hat das Thema bei mir gefruchtet, ich würde gerne reduzieren. Vor einiger Zeit habe ich mal in einem anderen Artikel zu dem Thema gelesen, man solle sich beim Ausmisten bei jedem Artikel zwei Fragen stellen:

Brauche ich die Sache?

Liebe ich die Sache?

Und nur wenn man eine davon positiv beantworten kann, bleibt die Sache, ansonsten geht sie.  Ein drittes Kriterium lautet: „Ich weiß es nicht“, dann wandert die Sache in die Kiste „Vielleicht“, schaut man sie dann sechs Monate nicht an, landet sie in der Entsorgung, wie alle die anderen Dinge, die nicht eine der oben genannten Vorgaben erfüllen.

Ich habe mir fest vorgenommen, das durch zu ziehen. Wie ich mich kenne, bestimmt nicht immer konsequent, aber Mühe werde ich mir geben. Euch halte ich natürlich auf dem Laufenden.

Bis morgen
eure

Ela