Hat der Terror Macht über mich?

Die Rambla in Barcelona, im Dezember 2015 war ich eine knappe Woche in dieser wunderschönen Stadt. Gerade die Rambla gefiel mir mit ihrer bunten und fröhlichen Atmosphäre ganz besonders gut. Die Promenade des Anglais in Nizza, mein Besuch ist schon etwas länger her, aber auch sie bin ich häufig auf und ab gelaufen, weil unser Hotel direkt an ihr und etwas weiter draußen lag. Man kann herrlich vetweilen und mamchmal hat es einen halben Tag gedauert anzukommen. Paris, London und natürlich unser Breitscheidplatz in Berlin. Einer meiner liebsten Weihnachtsmärkte, ich wohne nur zwei U-Bahn-Stationen entfernt. Jedes Jahr besuche ich ihn und liebe es die Stimmen in allen Sprachen palavern zu hören, den Duft nach Glühwein und Waffeln.

Das alles und besonders die positiven Gefühle wollen Terroristen nun kaputt machen, wollen isolieren, Angst machen, uns zwingen, das Leben zu verändern oder zumindest immer ein mulmiges Gefühl zu haben. Letztes Jahr in Dresden war die Absicherung des Festes zum Tag der Deutschen Einheit so gewaltig, dass man nicht mal mit dem Taxi zum Hotel bzw. zum Bahnhof kam. Darum musste ich mit Gepäck und, um mit meinen Kollegen mithalten zu können, im Trimm-Trab zum Bahnhof laufen. Damit fing das Elend mit meinem Rücken so richtig an, da begannen die Schmerzen und die Ausfälle am Bein.

Aber schaffen die Terroristen es, mir meine Lebensfreude zu nehmen, hindern sie mich daran die Dinge zu tun, die ich liebe oder lebe ich in ständiger Angst? Entschieden NEIN! Mich macht das alles sau wütend und ich bin traurig ob all der Opfer, aber mich hindern ja auch keine Flugzeuge, die abstürzen, keine Fußgänger, die im ganz normalen Verkehr ihr Leben lassen. Denn das Leben an sich, ist nun mal leider immer tödlich.

Vor vielen Jahren mit Anfang 20 litt ich für eine Zeit unter Panikattaken, jeden Nachmittag überfiel mich die Angst, in den nächsten Minuten tot umzufallen, abends lag ich im Bett und lauschte auf Unregelmäßigkeiten bei meinem Herzschlag, ich schlief – wenn überhaupt – mit der Überzeugung ein, nie wieder aufzuwachen. Es war eine furchtbare Zeit. Morgens war alles gut, doch dann ging es wieder los. Hand in Hand damit ging eine riesen Flugangst einher, ich hatte Panik ohne Ende, schluckte Pillen, aber flog trotzdem in die USA. 

Irgendwann hielt ich die Angst nicht mehr aus, ich konnte einfach nicht mehr. Ich ging zu einem Arzt, auch bereit nun auch im Alltag Pillen zu schlucken. Mein großes Glück an diesem Punkt war es, auf einen wirklich fähigen Arzt gestoßen zu sein. Er untersuchte mich von Kof bis Fuß gründlichst, machte alle Test und erklärte mich danach für kerngesund. An dieser Stelle brach ich zusammen und bettelte um Psychopillen. Die verweigerte er mir (Gott-sei-Dank), empfahl mir stattdessen Magnesium. Völlig fertig bat ich ihn schließlich, mir doch wenigstens die Versicherung  zu geben, in nächster Zeit nicht zu sterben.

Dann folgte einer der Schlüsselmomente meines Lebens, der Arzt sah mich an und sagte:

Das kann ich leider nicht, das Leben verteilt keine Garantiekarten und wie lange es dauert, weiß niemand. 

Dieser Satz veränderte mein Leben, wie keiner sonst.  Ich kaufte mir ein Buch über Angst, wie man mit ihr fertig wird, lernte Entspannungstechniken und arbeitete -immer den Satz im Kopf – an mir und auch wenn es dauerte, besiegte ich meine Angst, die Panikattaken verschwanden und ich kann auch wieder angstfrei (außer es schaukelt sehr) fliegen. Ich gebe zu hin und wieder gab es nochmal kleine Rückfälle, aber mit meinen erworbenen Techniken bekam ich auch sie schnell in den Griff.

Aus diesem Grund lasse ich mir auch nicht von diesen Scheiß-Fanatikern mein Leben versauen, ich werde einfach weitermachen -und lachen, meine Wege gehen und auf Garantien pfeifen. Es dauert eben, so lange es dauert.

Liebste Grüße 

Ela