Tag 290: Weder dick noch dünn, einfach ich

Ich war beim Friseur und dort beim Einwirken der Farbe, muss ich dringend in den bunten Blättchen, die ich mir verbiete zu kaufen, schmökern, dort stand unter anderem zu lesen, dünne Models wären out, jetzt kämen richtige Frauen. Klasse, denke ich, und endlich!

XXXS oder XXXL

Dann lese ich und staune, denn um was geht es? Um eine junge Frau, die mit 130 kg und Kleidergrösse 54/56 dabei bei einer namhaften Agentur ist als Model durchzustarten. Wenn ich das dann mit den Models vergleiche, die inzwischen ja so dünn sind, dass sie beim Laufen bestimmt klappern, denke ich, was ein Unterschied. Mir fällt auch ein, ich habe irgendwo gelesen, Size Zero ist out, statt der 32 muss es eine 30 sein. Also so schrecklich out, kann es dann wohl doch nicht sein? Aber schön finden muss frau es ja nicht.

Aber wo bleiben wir, die normalen Frauen?

Komisch denke ich, und wo bleiben Frauen wie du und ich? Von beiden Extremen gleich weit entfernt, nicht super dünn, aber auch nicht dick. Wir Normalo-Frauen mit Kleidergrössen zwischen 40 und 46, mit ein paar Rundungen, (knapp) normalgewichtig mit einem BMI zwischen zirka 26 und 30. Warum  beschleicht mich wieder einmal das Gefühl nicht existent, vergessen zu sein (nur wenn ich mich nicht gerade fett fühle)? Kein Designer, Mode-Journalist, Einkäufer scheint an uns zu denken. Der Witz daran ist, wir sind die Normalen und teilen unser Schicksal mit der Mehrheit aller Frauen in Deutschland.

Lasst uns über die Realität reden, was passiert denn, wenn du beispielsweise mit Größe 42  in die Läden gehst?  In der chicen Boutique steht so ein XXS-Modepüppchen, rümpft ihr Näschen und verkündet: „Ihre Größe führen wir nicht!“ oder wenn die Einnahmen nicht gut sind, versucht sie uns in eine Presswurst zu verwandeln, da sie uns in eine 38 quetscht. Nebenan im Plussize-Shop hat die XXL-Lady im Blick „Was will denn die hier?“ und meine Größe gibt es auch nicht. Wenn es sie denn doch gibt, müsste ich mich in ein entweder in ein Wohnzelt hüllen und kriege meinen Hintern zweimal in die Hose. Im Kaufhaus gibt es meine Größe, juhu, aber entweder sind es die gleichen Modelle wie in XS oder die in XXXL, beides ist nicht zwingend passend und gefallend. In der Bluse aus der dünnen Liga, fühle ich mich wieder wie eine Presswurst: „Nein, ich finde nicht, dass mein Bäuchlein betont werden sollte!“, hingegen in der Hose im gleichen Schnitt, wie für 3X,  fehlt es mir eindeutig an Hüfte und ich bin nur froh, dass ich die Falten nicht im Gesicht habe. Wieso glauben Designer  eigentlich,  mit weniger Taille habe man automatisch auch mehr Po und Bein?

Liebe Designer und Einkäufer …

Es ist eines der letzten Mysterien unsere Zeit, ich kapiere es einfach nicht, warum jammert die Modewelt einerseits über sinkende Umsätze, aber ignoriert andererseits die Mehrheit der Frauen? Denkt ihr, wir werden schon nicht nackt rumlaufen und daher eure schlecht sitzenden Klamotten trotzdem kaufen? Bis zu einem gewissen Grad stimmt das ja leider auch, man sieht nicht viele Frauen meiner Liga mit wirklich gut sitzender Kleidung im Straßen-Alltag, schämt euch! Aber und darüber solltet ihr nachdenken, ich habe mich gerade mit Freundinnen unterhalten, es gibt inzwischen viele Frauen, die nur noch wenig Lust aufs Klamotten-Shoppen und den damit verbundenen Frust haben. Natürlich kaufen sie, aber nur noch das, was sein muss und damit fehlen all die Lust- und Frustkäufe  in eurer Kasse.

Was tun?

Wie es bei den anderen ist, weiß ich natürlich nicht, aber ich bin eigentlich ganz zufrieden mit mir. Klar könnten es an der einen oder anderen Stelle ein/zwei Kilo weniger sein und an genau Zweien 😉 etwas mehr, aber es ist okay. Das Mehr ist als kleine Entschädigung ein prima kostenloser Faltenfüller, polstert auf und hält die Haut schön glatt.

ich
Einfach ich

Den Spaß am Shoppen kann man ja auch  anders finden, es gibt ja noch Schuhe, Taschen, Kosmetik, Schmuck … Oder mach es wie ich, buche einfach eine Reise mehr … Nichts macht so schön, wie Zufriedenheit.

Es würde mich sehr interessieren wie ihr zu dem Thema steht?

Liebste Grüße

Ela

Tag 113 – Bin ich nun kurvig oder doch …

Ich habe gerade in der Mediathek die neue Castingshow The Curvy Supermodel gesehen (der Name ist saudoof). Gut daran finde ich erstmal, dass diese Show vielleicht hilft, etwas in den Köpfen der jungen Frauen zurechtzurücken, damit sie sich vielleicht auch ohne Size Zeero wohl in ihrem Körper fühlen, ihn und damit sich lieben lernen.

Das könnte natürlich mit daran liegen, dass auch ich per Definition mit Kleidergröße 40/42 bei 170 cm wohl kurvig bin. Nun bin ich natürlich auch das eine oder andere Jährchen älter und in einer Zeit groß geworden, als 38 als DIE ideale Größe galt. Klar gibt es Dinge an mir, die ich nicht so toll an mir finde: Meine Beine dürften länger und meine Tailie könnte etwas ausgeprägter sein, aber im Großen und Ganzen komme ich gut mit mir aus. Aber eindeutig ist da auch das Alter ein Vorteil, mit Mitte 50 geht es einfach nicht mehr darum: Wer ist die Schönste im Land. Aber natürlich will auch ich mich attraktiv fühlen und bin genervt von diesem Schönheitsideal: Man (frau) kann nicht dünn genug sein.

Leider ist die Sendung ist für mein Empfinden aber äußerst einfach gestrickt und ganz schön albern. Mich nervt besonders Harald Glöckler unsäglich, ich finde diesen albernen, wenig authentischen Menschen weder sympathisch noch unterhaltsam. Hätte ich nicht auch den Namen Motzu Mabuse gelesen, hätte ich wohl gar nicht eingeschaltet. Diese Frau finde ich nämlich schon bei Let’s Dance klasse.

Ob ich das wieder tue (einschalten)? Ich denke eher nicht, insgesamt fand ich das alles sehr konstruiert und ein wenig langweilig. Trotzdem finde ich die Ansage: Auch Frauen jenseits von Größe 38 sind schön, super und, na klar, wahr!

Bis bald

eure Ela