Tag 235 – Es geht in die Verlängerung

Teil 12 meines REHA-Tagebuches

Ab morgen bin ich in der Verlängerung und damit beginnt leider auch schon die letzte Woche auf dieser gerade auch im Winter so tollen Insel. Inzwischen fühle ich mich schon fast wie zu Hause und mit den Sylterinnen kann man richtig viel Spaß haben (siehe unten).

Zwischenzeitlich hatte ich allerdings einen Rückfall und damit verbunden eine kleine Krise. Es war einfach so frustrietend, hatte ich doch wieder richtig dolle Schmerzen und verbrachte damit das vergangene Wochenende weitgehenst sclechtgelaunt im Bett.

Gestern habe ich dann mein Programm ziemlich intensiv durchgezogen und es geht mir schon wieder viel besser. Ein Gespräch mit meinem (sehr tollen) REHA-Doc brachte dann die Auflösung, ich habe mit meinen Strandspaziergängen wohl einfach übertrieben. Es sagt, für so eine Wirbelsäule wie meine ist das Laufen im Sand zu anstrengend und sie wehrt sich dann mit Schmerzen. Wenn ich unbedingt an den Strand will (Ja!!!!!!!), muss ich langsam steigern. Okay, Botschaft ist angekommen. Dafür darf ich gerne täglich in die Muckibude (Yeah ;)).
Die Anwendungen sind hier echt toll, allerdings mache ich ja hpts. auf Einzelkämpfer, kann also sowas wie: Sport am Strand, Pilates, Wirbelsäulengymnastik gar nicht beurteilen.

Nur das Bewegungsbad habe ich inzwischen in kleiner Gruppe mit zwei super netten Sylterinnen und einem genialen Therapeuten, der es versteht das Programm in viel Spass zu verpacken. Gestern bin ich vor lauter Lachen mehrfach von meinem Brett gefallen und machte fröhlich gluck-gluck. 

Gestern Abend waren M. und ich noch mal bummeln, schön war es und die Pizzeria Mio kann ich  nur empfehlen. Sehr lecker!!! Besonders das Eis … hmmmm

Heute Nachmittag kommt meine Mum und ich hoffe, auch sie kann die Woche hier genießen. Nun ist sie da und das ist so schön.

Liebste Grüße 

Ela

Tag 229 und 230 – Weiter geht es

Teil 11 meines REHA-Tagebuches

Das Wichtigste zuerst: Ich wurde verlängert, nein keine Sorge, aus meinen knappen 170 cm sind nicht 180 oder mehr geworden. Im REHA-Jargon heißt das, dass mein Aufenthalt hier um eine Woche verlängert wurde. Grund dafür sind die tollen Fortschritte, die ich hier mache und meine Motivation … Tusch. Welch Wunder, ich will die Krankheit möglichst bald hinter mir lassen.

Ich bleibe gerne noch ein bisschen hier und werde auch motiviert bleiben. Allerdings bekomme ich am Dienstag Gesellschaft von meiner Ma und deshalb auch ein neues Zimmer, dieses ist nun wirklich zu klein.

Mein Stunden … ähhhh …Therapieplan ist diese Woche doof. Ich habe meine Anwendungen über den ganzen Tag verteilt. Es gibt Pausen, aber die sind zu kurz um etwas zu unternehmen. 

Aber gestern Abend war ich dann doch, zusammen mit M. in Westerland. Das war lustig, wir haben draußen gesessen. Dabei war es eigentlich saukalt. Aber Heizstrahler und so Tischkamine helfen. Ich wundere mich immer wieder, wieviel in Westerland auch im Februar los ist. Dämlich war es trotzdem draußen zu sitzen, die Kälte von unten war eben doch da und heute habe ich wieder ziemliche Rückenschmerzen. Daher liegen der Pferdebalsam und ich auch schon im Bett.

Übrigens gehe ich jetzt auch zur Ergotherapie und da darf ich malen! Ach macht das wieder Spaß. Das fertige Werk bekommt ihr natürlich zu sehen 😉

Liebste Grüße 

Ela

Tag 227 – Ela singt La La

Teil 10 meines REHA-Tagebuches

Es zeigte sich , das Petrus und ich derzeit keine guten Kumpels sind und so sind Keitum und ich gestern buchstäblich nicht warm miteinander geworden. Dabei mag ich den Ort nit seinen alten Friedenhäusern, dem Wattenmeer und den romantischen Bauerngärten eigentlich, auch wenn er mir un den letzten Jahren etwas zu snobby geworden ist.

Kinozeit

Was tut man an solchen Tagen? Genau, man geht ins Kino. Das tat ich auch und Petrus konnte mich mal, denn diesen Film hätte ich mir auch in einem Freiluftkino bei Ostwind und Regen angesehen. Ich glaube, sogar dann wäre mir dabei warm geworden.

Schwer zu raten ist es nicht, ich war im

La La Land

Sehen wollte ich diesen Film schon, weil ich wissen wollte, wie es ein Film schafft, ganze 14 Oscar-Nominierungen zu erhalten und damit mit den bisherigen Spitzenreitern  Alles über Eva (1950) und dem legändären Titanic (1997) gleichzuziehen und mehr Golden Globes einzuheimsen als je zuvor ein Film, nämlich sage und schreibe 7.

Jetzt verstehe ich es und die Antwort lautet: Back to the Roots. Mit diesem Film wird an die Zeiten als Hollywood noch groß war angeschlossen.  In den letzten Jahren waren viele Filme entweder unsagbar dämlich, albern, brutal, schweinisch oder unverständlich. La La Land ist nichts davon und zeigt, dass zwei Hände, die sich finden, tausendmal sexier sein können als der ausgefallenste und akrobatischte Akt.

Mich erinnert La La Land  an die alten Streifen mit Fred Astaire und Ginger Rogers oder vielleicht noch mehr  an Grace Kelly und Frank Sinatra. Aber ich muss sagen Ryan Gosling sieht viel besser aus als Frankie Boy.

La La Land erzählt die Geschichte von Mia  und Seb, einer jungen Schauspielerin und einem Jazzpianisten, beide träumen vom großen  Erfolg , sich finden und …

Den Song City of Stars bekomme ich einfach nicht mehr aus dem Kopf und einmal mehr fiel mir auf, ich mag Jazz.

Emma Stone und Ryan Gosling liefern grandiose Leistungen ab und haben mein Herz berührt. Mir haben aber auch einfach die Bilder gefallen und die zauberhaften Kleider. Ein Film zum Träumen.

Ich glaube, ich gehe nochmal rein …

Tag 225 (2.0) und 226 – Sylter Splitter

Teil 9 meines REHA-Tagebuchs

Freitag, Petrus und ich

Freitag wäre eigentlich toll gewesen, aber Petrus und ich waren echt mies drauf. Das Wetter war dermaßen schlecht, es war kalt, nass und ziemlich windig.

Außerdem hat mir mein Doc hier neue Tabletten verpasst, damit ich von den „drogen“ runterkomme. Ich nehme noch Tramal und da ist Morphin drin. Ist schon etwas schade, denn das waren endlich mal Tabletten, die ich vertragen hatte. Leider ist es mit dem neuen Medikament nicht so, mir war den ganzen Tag übel, ich war kurzatmig, mein Herz raste (aber nicht, weil der Doc so gut aussieht) und meine Asthma fand es ebenfalls doof. Machen konnte ich erstmal nichts, da es ein 24 Stunden-Medikament ist. Also versuchte ich das alles zu ignorieren. Aber hinzu kam der Ärger über mich, gestern hatte mein Chaef angerufen und um einen Telefon-Termin gebeten, der nun am frühen Nachmittag stattfinden sollte. Im Nachhinnein ärgerte ich mich, dass ich ihm nicht gesagt habe, dass ein Aspekt einer erfolgreichen REHA der Abstand vom Alltag ist und ich dieses Gespräch lieber führen würde, wenn ich wieder in Berlin bin. Wie sich später heraussrtellte hätte ich damit völlig recht gehabt. Es ging im Grunde nur darum, mich mehr oder minder unterschwellig zu drängen, möglichst bald wieder im dienst zu sein.

Aber zurück zum Vormittag, mei n erster Termin hieß Wirbelsäulengymnastik, die einer meiner Lieblings-Therapeuten machte, ein junger hübscher Mann, der noch dazu was von seinem Fach versteht und ziemlich witzig ist. Trotzdem musste ich anschließend leider diese Therapie absetzen lassen, weil man mit fast 40 cm Metallstab im Rücken einfach viele der Übungen nicht machen kann. Ich hatte Glück, mein Doc war auch da und verstand das sofort. Jetzt soll ich wohl stattdessen Pilates machen, also schau ich mir das dann auch noch an.

Es folgte die Einzelinhalation, die wenig spektakulär ist, bis vielleicht auf den ebenfalls ausgesprochen hübschen jungen mann, der uns die Mundstücke verpasst. Danach kam direkt die herrliche Sandliege, davon habe ich schon erzählt. Nach dem Essen, es gab porchiertes Fischfilet, ich dachte schon mit Grauen daran, aber es war echt lecker. Den Abschluss des Therapietages bildete die Progressive Muskelentspannung, die mir sehr gefällt, sie entspannt mich tatsächlich sehr.

Nun hatte ich frei, jedenfalls als ich den oben genannten Telefontermin  mit meinem Chef erledigt hatte. Was nun? Eigentlich hätte ich mich am liebsten ins Bett gehauen, geschlafen und gelesen. Mein Bein tat mir weh und ich war das erst Mal hier, mies drauf. Ich rappelte mich aber auf und fuhr nach Wennigstedt mit dem Ziel zurückzulaufen (2 km ca.). Ich komme nicht dagegen an, dieser Ort sagt mir so gar nichts. Er ist irgendwie so borniert, schlimmer als Kampen, finde ich.  Aber ich war auch nicht wirklich fair, welcher Ort ist bei sehr trüben Wetter und Regen schon schön? Ich habe dann noch Kaffegetrunken und bin angesichts der Tatsache, dass es inzwischen goß, wieder zurückgefahren.

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Am Abend lernten wir dann zwei neue Tischgefährten kennen, außßer M. und mir sind nämlich alle weg. Die Jungs machen aber einen netten Eindruck. Abendliches Geratsche und „hochklassiges“ Fernsehen und schon wieder war ein Tag rum.. Am Ende stelle ich fest, ich hatte meine Tabletten gegen die Nervenschmerzen im Bein heute gar nicht genommen … also selbst schuld.

Samstag ist heute frei Tag

Heute habe ich keine Therapien, auch das ist mal schön und so bin ich frei. Mit meiner Lieblings-Tischgefährtin M., mit der ich mich gut verstehe, machte ich mich zu einem Ausflug auf, auch wenn es anscheinend wieder regnet  und regnet und… bääääh … Wieso lügt diese blöde Wetter-App eigentlich immer, sie behauptet, hier ist strahlender Sonnenschein … und was ist? Schietwetter!

Erstmal müssen wir nach Westerland und dort eigentlich umsteigen, aber wir haben Glück, unser Bus wird da zur Linie 2 nach Hörnum und genau da wollen wir auch hin. Unterwegs überlegen wir kurz, ob wir nicht am legendären Sansibar aussteigen und auf Promi-Schau gehen. Aber der Blick gen Himmel, hält uns von einem Marsch durch die Dünen ab. Also bleiben wir bis Hönum- Mitte sitzen, viel gibt es da in Mitte, um ehrlich zu sein, nicht. Aber wir haben ja Beine und damit laufen wir zum Hafen, der schon sehr nett und maritim ist, aber in dieser Jahreszeit und bei immer stärker werdendem Regen recht tot ist.

 Aber mich zieht es zum Leuchtturm (auf die stehe ich), M. trottet, lieb wie sie ist, mit. Mit ihm kann ich mich anfreunden, groß, rot/weiß in einem kleinen Wäldchen, so soll es sein. Er ermutigt uns weiter zu laufen in Richtung Südkap

So sieht es also aus am südlichsten Zippfel der Insel, der Starnd ist wirklich schön, wie die ganze Küstenlinie. Doch nun fängt es an zu schütten und daher ist es ein Glück, dass das Südkap auch eine Surfschule und ein kleines Lokal mit Heizstrahlern (!!!) ist. Dort können wir uns zumindest aufwärmen und (zunächst) erfolglos versuchen uns über Whatsapp zu verbinden. Endlich – nach einer sehr leckeren Portion Sahnehering mit Bratkartoffeln – wird der Himmel heller und wir können weiter. Was soll ich sagen, wir treten aus der Tür und die Sonne bricht durch. Wenn Engel reisen und so 😉 Jetzt zieht mein Freund der Leuchtturm noch viel schöner aus.

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Trotzdem steigen wir am Hafen wieder in den Bus um unsere Reise in Rantum wieder zu unterbrechen, in meinen Augen einer der schönsten Orte der Insel. Mir gefällt die Dünenlandschaft mit den darauf trohnenden, reetgedeckten alten und jungen Häusern so gut. Noch viel schöner ist allerdings der Strand und die ihn umschließende traumhaft schön Küste mit Dünenbergen- und Tälern, die vorgelagerten Sändbänke und der eunendlich weite Himmel. Wir genossen das ganze auf einer Bank über dem Strand mit dem Gesicht in der Sonne, ein goldener Tag.

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Das ist ähhh wäre meins 
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Ist das ein Traum?

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Kapiert … daher kommen die pinken Pullis

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Der Altar der ganz modernen Kirche, ganz schlicht, aber sehr schön

Beschlossen haben wir unseren Tag im Cafe Wien bei einem köstlichen Stück Torte. Den für den Abend geplanten Kinobesuch haben wir wegen akuter Reizübeflutung verschoben.

Liebste Grüße

Ela

Tag 224 – Die Seele „rehat“ mit

8. Teil meines REHA-Tagebuches

Jeden Tag zu beschreiben, welche Anwendungen ich hatte, würde mich langweilen und euch vermutluch erst recht.

Aber von meiner Frau N. muss ich doch berichten, sie ist hier meine Physiotherapeutin für Einzelanwendungen. Früher hat sie mit Neurologie-Patienten gearbeitet und davor in einer Skolioseklinik (YEAH). Es ist anstrend bei ihr, fordernd und manchmal schmerzhaft, aber jedes Mal, wenn ich bei ihr war, bin ich gefühlt ein Stückchen weiter.

Aber überhaupt mache ich meiner Meinung nach, riesen Schritte in Richtung Gesundheit. Das machen aber nicht nur die (sehr guten) Anwendungen, sondern bestimmt im gleichen Maße die Tatsache, dass ich wieder Hoffnung schöpfe.

Ich weiß noch, als ich in der Weihnachtswoche da an meinem Schmerztropf in der  Klinik lag, hatte ich das Gefühl, so richtig wird das nicht wieder, jetzt fängt das Alter an und ich müsse mich wohl damit abfinden. Auch nach der OP, als es mir eigentlich schon viel besser ging, aber mein rechtes Bein seinen Dienst einfach nicht richtig tat, wollte dieses Gefühl nicht weichen. Ich hatte wirklich schon gerechnet, wie und ob ich meine Fixkosten decken könnte, wenn ich nicht mehr arbeitsfähig werden würde. Mein Aussehen war mir sowas von schnurz, eigentlich hätte ich mich am liebsten nur noch in meinem Bett verkrochen und die Bettdecke über den Kopf gezogen.

Dann kam ich hierher und ehe ich meinen Koffer auch nur anrührte, quälte ich mich unter Schmerzen ans Meer, an den langen leeren Strand und der kalte Wind wehte irgendwie die Mutlosigkeit davon. Genau von diesem Zeitpunkt an ging es tatsächlich aufwärts. Hier werden einem die alltäglichen Beschwernisse ja völlig abgenommen und in den acht Tagen ist mir in der Klinik noch kein unfreundlicher Mensch begegnet.Irgendwie habe ich hier begriffen, warum und mit welchem Ziel der „Alte Fritz“ Sans Sousi gebaut hat, er wollte einen Ort zum unbeschwert sein, eben einen Ort ohne Sorgen. Genau so ein Ort ist hier für mich, der Alltag mit seinen Hansterrädern ist weit und ich könnte den ganzen Tag grinsen, wahrscheinlich habe ich davon demnächst einen Muskelkater.

Daheim hatte ich mich zuletzt zum Schreiben gezwungen (wie gut, dass ich „365 Tage im Leben“ angefangen hatte), da musste ich ja. Hier dagegen platze ich vor Kreativität, ich könnte ohne Ende schreiben, ich würde gerne wieder malen. Ich unternehme gerne was, ob alleine oder in Gesellschafft, mache Pläne, kümmere mich um mich, finde shoppen wieder klasse und will immer mehr Meer.

Liebste Grüße

Ela

Tag 222 – Shopping Queen am Nordseestrand

7. Teil meines REHA-Tagebuches

Keine Sorge, nicht jeder Tag ist so vollgepackt wie der gestrige, eher wechselt es ab. Heute war z.B. so ein Easy Going-Tag, gegen  Mittag war ich durch mit Inhalation, einer super tollen Physio und meiner geliebten Sandliege. 

Was fängt man mit dem Rest des Tages an? Das Wetter war solala, aber trocken. Mir ging es das erste Mal so gut, dass ich richtig Bock zum Bummeln hatte und ich wollte es alleine tun, ganz für mich.

Daraus wurde ein wunderbarer Nachmittag, soviel verrate ich schon mal. Wenn es mal gut läuft, läuft in der Regel alles gut und so waren auch die Spaghetti Bolognese, die es mittagsgab, aber sowas von lecker.

Gleich danach setzte ich mich in den Bus nach Westerland und ging shoppen (wir Mädels brauchen das ab und an mal und mein letztes Mal mit Genuss war lange her). Und ich muss sagen, der Sale in Westerland ist ausgesprochen lohned (in Berlin wird viel weniger reduziert). Nachdem bereits eine ganz tolle Jette-Bluse als wahres Schnäppchen in meiner Tasche gelandet war, habe ich mich ganz genüßlich ins Cafe Orth gesetzt und „Leute gucken“ gespielt. Das schöne war, dass ich dank der aufgestellten Heizgeräte, der Schafffelle und der warmen Decken dies auch im Januar im Freien tun konnte. Der Kaffee hatte es in sich und das Plätzchen dazu war köstlich. Cafe  Orth hat eine lange und interessante Geschichte, meine Mum erzählt gerne, sie habe dort schon in den 50iger-Jahren Hans Albers (Auf der Reeperbahn …)  getroffen.Eröffnet wurde es aber sogar schon in den wilden 1920iger Jahren. Ich würde gerne mal mehr von den Histörchen lesen.




Anschließend ging es noch ein bisschen weiter mit der erfolgreichen Jagd nach schönen, neuen Klamotten für die hoffentlich bald wieder gesunde Ela. Aber nach zwei Stunden zickte das Bein dann doch und so und war der Entschluss, nun geht ans Meer schnell gefasst. Endlich durfte ich die Westerländer Promenade und den Strand mal fast menschenleer erleben. Ich bin echt begeistert von Sylt im Januar. Dort an der Promende gab es dann auch noch eine leckere heiße Schokolade umd köstlichen Pflaumenstreusselkuchen mit Blick auf die Nordsee. Es war soooo schön.


Zur abendlichen Unterhaltung gab es noch einen sehr interessanten Vortrag „Wunderland Sylter Strand“ von einem noch interessanteren Mann, names Werner Mansen. Nun wird am Sonntag ein Spaziergang von Wennigstedt nach Kampen an der Stelküste  entlang angeboten. Drückt mir mal die Daumen, dass diese Motivation ausreicht um mich bis dahin fit genug zu machen.

Liebste Grüße

Ela

Tag 221 – Pickepacke …

Teil 6 meines REHA-Tagebuchs

… voll war dieser Tag. Wahrscheinlich werden, wenn ich wieder in Berlin bin meine Freunde an mir vorbeilaufen und sich fragen, wer diese Frau mit den toll definierten Muskeln ist 😉 Wie gut, dass ich die Nacht davor sage und schreibe 12 Stunden geschlafen hatte!

Aber erst mal ging es ganz sachte los. Am Tisch saß nur der Sportler , manchmal frage ich mich, wann er wohl den ganzenen Sport macht. Ich habe den Eindruck, er sitzt immer am Tisch und vertilgt das halbe Buffett allein. Okay, die Muskeln brauchen Nahrung und außerdem ist er ein Turm, mit meinen 169 stolzen Zentimetern komme ich mir daneben immer vor, wie ein zartes Elflein, wovon ich (leider) in Wirklichkeit sehr weit entfernt bin.  Es saß als ich kam und als ich ging immer noch. 

Ich eilte dann zu meinem ersten Vortrag, zum Glück ist es hier überall ziemlich kalt, sonst hätte Lummerland vermutlich sehr laut gerufen. Denn es ging um Rentenversicherung, Krankenkasse u.s.w. alles für mich von null Interesse, für Beamte gilt das ja alles nicht. Auf meine Frage, wie es denn damit bei Beamten stehe, erntete ich einen mißbilligenden Blick und die Antwort: „Na, Sie müssen sich da doch keine Sorgen machen“. „Schön“, sagte ich, „dass Sie keine Vorurteile haben“. „Ich bin seit über 30 Jahren Beamtin und dies ist meine allererste bezahlte REHA und meine tolle Wirbelsäule habe ich seit meinem zehnten Lebensjahr“ Gedacht habe ich dann noch, dass due meisten Leute hier hingegen ganz regelmäßig ihre REHA bekommen. 

Aber egal, meine Ärger konnte ich dann umgehend im Fitnessstudio loswerden, obwohl schon seit heute früh wurmt mich, dass der Sportler gesagt hat, die eine Stunde bringe doch nichts, ich müsste nicht nur die Übungen dreimal machen, sondern jedes Gerät dreimal (also insgesamt jede Übung neunmal). Aber auch egal, gegen meine Verstimmung half es.

Anschließend hatte ich eine Teilmassage bei einer sehr großen und starken Frau, aber mit erstaunlich sanften Händen. Nach dem Mittag (der Sportler saß als ich kam und ging), dass ziemlich schrecklich schmeckte, trotzdem ich Königsberger Klopse eigentlich liebe. Aber sie sind derzeit wohl verflucht, meine Selbstgemachten neulich waren, glaube ich, noch scheußlicher. Nun folgte ein weiterer Vortrag „Stress und Stressbewältigung“, bitte denkt dran, wenn ihr vor einer wichtigen Prüfung aufgeregt seid, stellt euch 5 Klänge vor, dann wird alles gut, ganz bestimmt.

Bewegungsbad mag ich und ich hatte sogar Einzeltherapie, die war echt toll. Das einzige Problem, ich konnte nicht, wie ich mir fest vorgenommen hatte, meine Haare vor Nässe  schützen, sondern musste Rückenschwimmen. Prima, nur ein Problem, bis zur nächsten Therapie in einem anderen Haus hatte ich ganze 30 Minuten. Ich also in den Bademantel und die Schlappen gesprungen und mit einem Turban auf dem Kopf -so gut das mit einem halb lahmen Bein geht – in mein Zimmer gespurtet, sämtliche Kleidung von mir geworfen und unter die Dusche „Mein Gott ist das kaaaaalt“  Dann zu war sie zu heiß, aber egal, Zähne zusammengebissen und Haare gewaschen (da sage nochmal einer die Curly Girl Methode daure lange). Genau 10 Minuten habe ich gebraucht vom Becken bis zum wieder ankleiden. Nun wurde es schwierig, ich habe starke und lange Locken, wenn ich damit nicht aussehen will, wie ein umgedrehter Wischmop muss ich an der Luft trocknen lassen. Also schnell 5 Minuten andiffust, Tasche umgepackt und mit nassen Haaren und Todesverachtung durch den kalten Wind zum Hydrojet. Aber ich muss sagen, es hat sich gelohnt, sowas will ich haben. Ein Wassebett, dass einen sanft massiert. Es war echt zum Eierlegen.

Nach einer ganzen Stunde Freizeit und halb trocknen Haaren ging es dann zum Abendbrot (der Sportler …) und anschließend hatten die Bekannte und ich uns vorgenommen, noch zu einer Autorenlesung zu gehen. Als wir ankamen (bei uns im Haus) fanden wir einen Zettel vor, es fängt mit einer halben Stunde Verspätung an. Nur wenige Gäste interessierten sich außer uns dafür. Schließlich kam die Autorin, die in einer Parallelwelt mit 50 Stunden-Tagen leben muss. Sie schreibt für fünf Zeitungen und auch noch Bücher, arbeitet in einer Apotheke und vermietet Ferienwohnungen. Tatsächlich waren die Kurzgeschichten sehr lustig, der Krimi sprach mich nicht so sehr an., aber nur, weil ich die Kombination Krimi und Drama nicht mag. Die sehr amüsante Dame heißt Bettina Dethloff und wer Kurzgeschichten von der Insel Sylt mag, ich kann sie empfehlen.

Liebste Grüße 

Ela

Tag 219 – Am siebten Tag sollst du ruhen …

5. Teil meines REHA-Tagebuches 

Gestern war kein guter Tag, mir gings nicht so dolle und das Wetter war scheußlich.

Morgens ging es noch, da habe ich mich – trotzdem mein Bein schon motzte – mit einer meiner Tischgefährtinnen am Strand aufgemacht in Richtung Wenningstedt. Das war  auch wirklich schön, das Licht war so besonders, ein bisschen diesig und verhangen. Fast schon poetisch, leider hatte ich weder Kamera noch Handy mit. Stattdessen haben wir ein paar hübsche Muscheln gesammelt. Das bisschen Niesel störrte nicht weiter.

Irgendwann fing der Weg an sich zu ziehen, aber dann hatten wir es geschafft. M. zuliebe hatte ich eingewilligt, etwas bei Gosch (ich mag es einfach nicht!) zu trinken, man stsnk es da, mein Glück, es hatte trotz offener Tür noch zu. Wir hatten die winzige Schrift an der Tür übersehen und  wurden von einem sehr unangenehmen Menschen äußerst rüde darauf hingewiesen.

Anscheinend hatte alles noch zu und so saßen wir dann bei diesem Schietwetter (nix mehr mit poetisch, nur noch nass und kalt) auf einer Bank … brrr bis uns dann das Hotel Lindner (sehr schön!!!) Asyl und einen Kakao bot.

Aber irgendwann mussten wir zurück, inzwischen goss es und eine Bushaltestelle war nicht in Sicht. Quietschenass und durchgefroren kamen wir zurück in die Klinik. Das Mittagessen war auch nichts, danach muffelte ich so vor mich hin, schlief, schaute auf dem Tablet Scorpion, schlief, telefonierte, ass zu Abend, schaute Scorpion, wollte Tatort schauen, schlief aber wieder ein und dann die ganze Nacht durch.

Guten Morgen, Freunde!

Liebste Grüße 

Ela

Tag 217 –  Muckibude und gesunde Ernährung 

Teil 3 meines REHA-Tagebuches

Heute wird nicht geschwafelt, mir fallen nämlich schon jetzt, kurz vor neun, die Augen zu. Ihr denkt es euch bestimmt schon, heute ist es richtig losgegangen mit den Anwendungen. Gestartet bin ich mit einer Stunde in der Muckibude (feiner: Medizinische Trainings Therapie), was aber aufs gleiche rauskommt. Ihr habe ich den gepflegten Muskelkater zu verdanken, ich hab seit Weihnachten rein gar nichts gemacht. Es folgte Schwimmen und Inhalation. Interessant fand ich die Sandliege, wie es der Name sagt, eine Liege mit warmen Sand, sehr angenehm.

Natürlich gab es auch wieder Vorträge, erst einen über die Ernährungsberatung, dem sogleich ein seeeerhr langer über gesunde Ernährung folgte. Als eifrige Leserin diverser Medien konnte er mir nicht viel Neues erzählen. Aber reden konnte der junge Mann, da wäre Dieter-Thomas Heck seiner Zeit echt neidisch geworden. Das war Stakkato (Danke Zeilenende :)), faszinierend!

Natürlich konnte ich mir den Weg zum Meer wieder nicht verkneifen und wurde mit einem Sonnenbad belohnt. Dafür konnte ich dann die Fahrt nach Westerland knicken, ich habe nicht mal mehr den Weg zum Bus geschafft.

Gute Nacht Freunde …

Liebste Grüße 

Ela

Tag 216 -Viele Begrüßungen, ein bisschen Sport und ich

Teil 2 meines REHA-Tagebuches

So oft wurde ich noch nie begrüsst, erst von der Physiotherapie, später von der Geschäftsleitung und zwischendurch von … ist ja auch egal. Vermutlich sollen wir uns willkommen gühlen, tun wor auch,  vor allem aber weil wirklich jeder freundlich ist. Ein bisschen Therapie gab es auch schon, sehr zu meinem Schrecken sollte ich zum Psychosozialen Dienst und fragte mich, ob ich schon was falsch gemacht habe. Ich meine das bisschen Kleckern mit der Roten Beete heute Mittag kann es doch nicht schuld sein? Obwohl der Kellner schien wenig begeistert. Aber zu meiner Erleichterung war es doch nur Physiotherapie in den Räumen des … Dort wurden mit direkt ein paar einfach Übungen für meine schmerzende Hüfte gezeigt.

Mittags durfte ich dann den Doc kennenlernen, obwohl er (wie die meisten Ärzte) eher scharf darauf war meinen Rücken zu treffen, ich bin nämlich auch bekannt als DER Rücken. Nachdem das erledigt war und er uns beide kannte,  konnten wir uns dann aber schnell über meine Therapien einigen. Ganz schön viele übrigens. Auch Hydrojet, ich weiß zwar nicht, was das ist, aber alle schwärmen davon. Bevor es noch zur Einführung in das Gerätetraining ging – *schwitz*, die Wochen der Schonung merke ich jetzt – war ich noch am Meer und es war  fast noch schöner, denn die Sonne schien und der Himmel war blau.

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Dann gab es Futter, die salate abends sind besonders lecker. An unserem Tisch haben wir einen netten Neuzugang, eine Frau aus Karlsruhe, die sage und schreibe 12 Stunden angereist ist. Die meisten Patienten hier sind in den Abteilungen Dermatologie und Atemwegs-Erkrankungen, dafür gibt es wohl nichts besseres als die Nordseeluft und so kommen sie teilweise von weit her.

Aber Lust mit ihr nochmal an den Strand zu gehen hatte ich doch nicht, ich bin einfach platt und eigentlich auch ganz gerne mal allein. Dafür wurde ich dann allerdings am Telefon (liebevoll) geschimpft, nach dem Motto: „Dann beschwere dich aber nicht, dass du immer allein rumläufst“. Das tue ich nie. Ist es eigentlich so ungewöhnlich auch gerne mal für sich zu sein zu wollen. Zuhause habe ich so selten Gelegenheit dazu und hier kann ich mir meine Freizeit wirklich mal nach meinen Wünschen gestalten. Stimmt was nicht mit mir?

Tagsüber ist es eh so, dass wenn man sich nur irgendwo außerhalb seines  Zimmers niederlässt, ist man schon mit irgendwem im Gespräch. Nun hoffe ich auf ein Wochenende für mich, ich will ganz viel ans Meer, ein bisschen shoppen (meine Sportschuhe liegen in Berlin), vielleicht ins Kino (La la Land) und wenn es klappt am Sonntag zum Frühstücken ins Cafe Wien (absolut köstlich).

Also ich freue mich darauf …

Liebste Grüße

Ela