TAG 153 – Gedankenkarussel

Was liebe ich es ganz früh am Morgen, in diesen Stunden zwischen Nacht und Tag, wachzuwerden und das Karussel meiner Gedanken beginnt sich zu drehen, erst langsam, fast träge und dann immer schneller und schneller.

Sie haben ihre ganz eigene Magie, diese Stunden, selten sieht man klarer, nie ist man verletzlicher, der Schutzpanzer für einen neuen Tag ist noch nicht zugeschnallt und die Dinge wirken größer, als sie es sind. Besonders häufig erlebt man diese Stunden in Zeiten der Anspannung,  nichts ist größer als der Wunsch nach traumlosem Tiefschlaf, aber daraus wird nichts. Mit einem kleinen, unbedeutenden Gedanken erwacht frau, aber dabei bleibt es nicht, aus einem Gedanken werden viele, sie vermehren sich rasend, schießen durch den Kopf, werden groß und bedrohlich: „Kann ich  bewältigen was da auf mich zukommt? Wie werde ich es schaffen?“ Das Herz schlägt schneller, es kloppft on den Ohren, an Schlaf ist nicht mehr zu denken. 

Ich erinnere mich an eine lange vergangene Zeit großen Liebeskummers, da überfiel mich nein Alleinsein regelrecht, packte mich mit scharfen Klauen und zerriss mein Inneres. Ähnlich in Zeiten der Trauer, in Endlosschleife drehte der Gedanke „Nie mehr“ durch meinen Kopf. Aber auch (Selbst-)Zweifel können sich zu wahren Bergen aufbauen: “ Tue ich das Richtige? Was wäre gewesen wenn? Lag es an mir? Bin ich okay, wie ich bin?“

Derzeit sind meine Gedanken weniger epochal, sondern eher etwas panisch: „Was ist noch zu erledigen? Mist, das habe ich vergessen. Wo lassen wir die Fotokiste? Wie und wann brauchen wir einen Handwerker? Welche Vorhänge passen? Funktioniert ein Waschtrockner? Werde ich rechtzeitig wieder fit?“

Freunde werden diese Stunden und ich wohl nicht, obwohl und das ist die gute Nachricht, nie bessere und größere  Ideen entstehen, Dinge sich fügen und Gedanken sich klären.

So und und nun mache ich das Licht wieder aus und hoffe noch auf eine Mütze Schlaf …

Liebste Grüße

Ela