abcEtüde 17.18.20 – Geschichten aus der alten Villa, Teil III

Mal sehen, was das diese Woche mit der Schreibeinladung wird? Ich stecke mal wieder im Schreibloch fest, was sich ungewohnt anfühlt, nach Wochen (Monaten) mit unbändiger Schreiblust. Es soll wieder eine Geschichte aus der alten Villa werden, da es zur Zeit mein Ziel ist an einer Sache dran zu bleiben.

Die Vorgeschichten:

Teil I

– Teil II

Lale und die alte Villa (Teil III)

@Pixabay

Was sollte Lale nur tun? Die Polizei rufen? Lächerlich, schneller wäre bestimmt niemand zum Gespött der Gegend geworden. So tun, als gäbe es gar nichts? Dann schlottern die Knie und wer weiß was noch, fröhlich weiter. Nachschauen, war da wohl tatsächlich das Klügste, denn mehr Alternativen fielen ihr nicht ein. Also gut, dann los, Spuki hatte sich verdrückt. Lale bewaffnete sich mit einem Teil des Kaminbestecks, dem Schürhaken und schlich die alte knarrende Treppe hoch, ihre Nerven schienen förmlich zu flattern und die Knie waren so weich wie Butter. Auf dem Flur lag ein sicherlich irgendwann einmal kostbarer, jetzt mottenzerfressener Teppich, der ihre Schritte dampfte. Die fast greifbare Stille war bedrohlicher als jedes Geräusch, kaum traute Lale sich zu atmen. An jeder der etlichen Türen hier oben lauschte sie, aber nichts, mutig drückte sie die erste Türklinke an der dicken braunen mit Schmuckelementen versehenen Tür, aber hier stand nur ein alter Schreibtisch aus Nussbaum mit einem passenden Stuhl, ein völlig unspektakuläres Arbeitszimmer, wie es schien. Da, was war das? Wieder ein Weinen? Noch kläglicher, wie sie meinte. Vorsichtig schloss sie die Tür, im nächsten Raum stand lediglich ein, wenn auch wunderschöner gläserner Flügel mit einer Sitzbank und einem Notenständer. Der Raum hinter der dritten Tür barg ein großes, altmodisches Himmelbett, dessen verschlissene Vorhänge geschlossen waren. Vorsichtig mit laut pochendem Herzen und zitternden Händen schlich sich Lale ans Bett und öffnete mit Schwung einen der Bettvorhänge. Das konnte doch nicht wahr sein, in dem Bett … (245 Wörter)

Fortsetzung folgt …

Etüden Disclaimer

Teppich, gläserne, flattern

Diese tollen Begriffe stammen von Myriade und müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen, enthalten sein. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr in der Schreibeinladung der lieben Christiane.

❤-lichst

Ela

abcEtüden 15.16.20 – Geschichten aus der alten Villa, Teil II –

Immer noch Corona und damit im Leerlauf, die Fantasie hat viel zu tun. So darf ich weiter von meiner alten Villa träumen.

Lale und die alte Villa, Teil II

„Guck nicht so jämmerlich, du bekommst ja was und verhungert siehst du nicht aus“ sagte Lale zum grauen Katzentier, das ihr daraufhin einen extra kläglichen Blick aus einem grünen und einem blauen Auge schenkte. Zusammen suchten sie die Küche, sie erinnerte sich nicht mehr, ihr letzter Besuch war 47 Jahre her und sie war 12 gewesen.  „Ah vielleicht hier“ sagte sie als sie in einem schlichten Flur stand und drei weiße Holztüren vor sich sah. Sie spürte das weiche Fell der kleinen Grauen an ihrer Wade, als sie die erste Klinke drückte, aber der Raum war wohl eine Rumpelkammer. Mit der zweiten Tür hatten sie mehr Glück, denn vor ihnen lag die große altmodische, aber gemütliche Küche. Lale war froh, dass der Anwalt sein Versprechen gehalten hatte und die Villa hat saubermachen lassen, der Modder fast eines Jahrzehntes wäre übel gewesen. „Na Spuki, so heißt du jetzt übrigens, dann schauen wir doch mal, ob es hier etwas für dich gibt“. Auch in diesem Punkt war Verlass auf den Anwalt gewesen, es fand sich H-Milch und eine Dose Sardinen und für Lale gab es Käse, Butter, frisches Brot, Mineralwasser und Rotwein. Lecker, der Mann weiß, was gut ist, dachte Lale, davon würden sie eine Weile zehren können. Hungrig wie sie war, setzte sie sich mit Spuki (nur heute!) auf die weiße Holzbank. Was war das? Knarrten da oben gerade Dielen und das andere Geräusch, war das Weinen? Spuki stand nun auf der Bank, machte einen Buckel und schien auf dem Sprung zu sein, bei ihr stellten sich die Härchen an den Armen auf, trotzdem streichelte sie das Kätzchen tröstend und sagte: „Hab keine Angst, meine Kleine, es gibt bestimmt eine vernünftige Erklärung, gleich sind wir ganz mutvoll und schauen nach“.

`

Fortsetzung folgt …

Etüden Dicclaimer

Die Bergriffe stammen heute vom Etüdenempfinder Ludwig Zeiler:

Rumpelkammer, mutvoll, zehren,

und müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr bei der Lieben Christiane auf „Irgendwas geht immer„. Bei ihr liegt auch das Copyright für die Illustration, die ihr hier als Beitragsbild seht.

❤-lichst

Ela

Schreiblust oder -last❓

Vor kurzem habe ich bei der lieben Reiseeule einen interessanten Beitrag gelesen, in dem sie erzählt, warum sie in der gegenwärtigen Situation noch immer schreibt. Darüber bin ich auch ins Nachdenken gekommen.

Ich merkte aber schnell, dass sich mir diese Frage einfach nicht stellt, wenn hieße sie höchstens, ob ich weiter öffentlich schreiben will/soll. Es gibt ein kluges lateinische Zitat:

Cogito ergo sum (Ich denke also bin ich)

(Descartes)

Für mich müsste es wohl eher heißen:

Ich schreibe also bin ich!

Tatsächlich fällt es mir schwer, mich an eine Zeit nach dem Kleinkindalter zu erinnern, in der ich nicht geschrieben habe. Angefangen hat es mit Gedichten, von denen es leider keines mehr gibt, weil all meine frühen Schreibergüsse bei einem Rohrbruch ertrunken sind, genau wie die Briefwechsel mit all meinen Brieffreunden. Schade eigentlich … Nach den Gedichten kamen schwülstige Schlagertexte sowie Liebesleid- und freud.

Viele Jahre habe ich nur in mein Tagebuch geschrieben. Dann ging es irgendwann mit den Blogs los, über den Sport meiner Tochter, über die Wechseljahre, über meine Reisen und ganz einfach über mich. Auch ein kleiner Nebenjob kam dazu, weil ich einfach fast der einzige Schreiberling bin, der sich gut mit dem Synchroneiskunstlaufen auskennt.

Aber – geht es jemandem anders? – ich erlebe immer wieder Phasen, da geht gar nichts? Mir fällt partout nichts ein, die Formulierungen sind stümperhaft (finde ich!) und ich bin lustlos. Ich schaffe es dann zwar gerade noch, mich durch einen Wettbewerbsbericht zu quälen, das war es dann.

Ich würde euch jetzt gerne eine tolles Rezept geben das gegen diese Schreibkrisen hilft. Sorry, danach suche ich auch. Leider habe ich noch keins gefunden, inzwischen akzeptiere ich, wenn nichts geht und warte einfach bis wieder Ideen da sind. Mein Tipp ist daher ganz schlicht:

Geduld, sei nachsichtig mit dir!

Auf Dauer könnte ich nie ganz ohne Schreiben leben, es ist für mich wie Essen, ohne geht es nicht, auch wenn ich inzwischen eingesehen, dass wohl nie ein Buch daraus wird. Dafür fehlt mir das Durchhaltevermögen und da ich schneller denke, als schreibe, wird mir schnell langweilig und ich kenne die Story ja schon. Es ist, wie es ist!

P.S. Ich will hier auch nicht die positiven Aspekte von Corona unterschlagen. Seitdem die Ablenkungen weggefallen sind, erlebe ich geradezu einen kreativen Schub.

❤-lichst Ela