Tag 111 – Daheme

Heute gings zurück, aber vorher begann mein Tag mit einigen recht wüsten Beschimpfungen auf Facebook, weil man mir übel nahm, dass meine Erlebnisse in Dresden positiv waren und ich sie auch so geschildert habe, aber dazu stehe ich und dabei bleibe ich! Dann wurde die Keule geschwungen, der Vergleich mit 1933. So ein Schmarrn, meine älteste und beste Freundin ist Muslima und ich verabscheue die rechten Tendenzen in unserer Gesellschaft. Aber auch Pauschalurteile und Sippenhaft.

Ich bin heute sowas von ko und habe eigentlich gar nichts mehr gemacht, sondern mir nur noch eine  Stulle geschmiert, was gar nicht so einfach war, weil in meinem Kühlschrank endlich mal die gleiche gähnende Leere herrscht wie sonst nur bei Filmfiguren.

Danach ging es auf mein Sofa und ich stattete Netflix einen ausführlichen Besuch ab. Irgendwie scheint mein Blutdruck total im Keller zu sein, denn ein Nickerchen folgte dem anderen 😉

Bis bald

eure Ela 

Tag 109 – Immer noch Dresden

Gerade fragte eine Freundin, ob es mir noch gut gehe. Ich war total überrascht, weil ich nichts von Demo u.s.w. mitbekommen habe. Zum Glück kommen fast ausschließlich netten Menschen in unser Zelt, viele entschuldigen sich für das Verhalten der üblen Mitbürger. Ich war schon öfter in Dresden und weiß, dass die meisten DresdnerInnen total nett sind.

Oh und ich habe neue Schuhe, die von meinen Füßen besser akzeptiert werden 🙂

Heute Abend waren meine Kollegen und ich noch in der Frauenkirche, die mich – wie immer – tief berührt hat. Das erste Mal habe ich sie mit meinem besten Freund besucht, der leider nicht mehr lebt. Für ihn habe ich wieder eine Kerze angezündet.

Tag 107 – Arbeitsreiches Wochenende in Dresden 

Dieses schöne, lange Wochenende muss ich arbeiten, was ich aber ganz gerne mache. Ich bin in Dresden beim Tag der Deutschen Einheit im Einsatz. Letztes Jahr in Frankfurt hat es Spaß gemacht, besonders die vielen tollen Gespräche.

Ein bisschen mulmig ist mir hier aber auch, ich habe das Gefühl ich bin in einen Hochsicherheitstrakt eingerückt. Auf den Dächern sind Kameras, Richtmikrofone und Scharfschützen. Unglaublich viele Polizeibeamte  sind unterwegs. Ich weiß noch nicht, ob mir das Angst nimmt oder sie nicht eher erzeugt.

Einen Wutbürger durften wir schon erleben …