Tag 354: Kennst du Miedzyzdroje?

Gepostet am Aktualisiert am

Nein? Na, dann vielleicht Misdroy, eines der ältesten, ehemals preußischen Seebäder? Ich war heute dort und muss sagen, es war ein wunderschöner Tag. Ich hatte ja ein bisschen Sorge, so ganz allein, ein Sonntagsausflug nach Polen. Diese Sorge hätte ich mir  komplett sparen können, ich habe einmal mehr festgestellt, ich mag meine Gesellschaft. Ich habe mich nicht allein gefühlt, sondern nur selbstbestimmt.


Auf den Weg gemacht habe ich mich per Boot, um genau zu sein mit der Adler-Vineta, heute Früh um 9:20 Uhr von der Seebrücke. Erst sah es so aus, als käme gleich ordentlich was vom Himmel, aber dann entschloss sich die Sonne einfach mal den ganzen Tag ihr Bestes zu geben und so war schon die Bootsfahrt  ein Genuss.



Misdroy (der Einfachheit nenne ich den Ort im Text so), hat ebenfalls eine ganz tolle und lange Seebrücke, von der als wir gerade anlegten ein echtes Piratenschiff mit sehr lustigen Touristen losfuhr. Mir fiel direkt auf, dass die Polen etwas mit Engländern gemein haben, die Kälteunempfindlichkeit. Als ich ankam war es noch recht frisch, so 15-16 Grad, das hinderte die Polen aber nicht in Badebekleidung das Piratenschiff zu entern. Ich hingegen löste mich erst nach und nach von Strickjacke und Parka. Auf der Seebrücke geht direkt die Post ab, Musik, Cocktailbars, Eisdielen, Saftbars und … und … jede Menge fröhliche Menschen.

Ich glaube, in Polen isst man noch viel lieber als bei uns, ich weiß nicht, ob ich je solch eine Sammlung von Lokalen unterschiedlichster Coleur auf einen Haufen gesehen habe wie in Misdroy. Sogar einen Döner gab es, der aber nicht Istanbul hieß, sondern Berlin, warum wohl? Der letzte Abschnitt (oder der erste) der Seebrücke stammt noch aus dem 19. Jahrhundert, wirklich schön, darin und darum befinden sich in erster Linie … ja, richtig … Restaurants, Imbisse, Cafes und Eisdielen. Aber es gibt auch ein paar Geschäfte und Kioske. Sofort fiel dem kundigen Auge auf, dass die Klamotten zum Teil richtig schön sind.

Als ich rauskam war ich erstmal fast erschlagen von all den vielen Menschen, die über die Promenade spazierten, shoppten, lachten und sich amüsierten. Viele Polinnen sind nicht nur sehr attrakraktiv, sondern auch chic. Wie machen die das nur bei dem vielen Essen? Die Promenade ist eigentlich mehr ein Park, in dem es ein breit gefächertes Vergnügungsangebot gibt, von Spielhallen über Luftballons bis zu Autoscouter gibt es quasi alles. Wunderschön fand ich einige der alten Villen im Zuckerbäckerstil, leider war nicht herauszufinden, was sie für eine Geschichte haben und der richtig Park ist einfach herrlich. 


Ich beschloss erstmal einen kleinen Rundgang zu machen, überall im Ort gibt es die Mischung, elegante Hotels, Apartementhäuser, Bretterbuden und schöne alte Villen. Wobei Bretterbude noch nichts über das Aussehen aussagt, denn teilweise sind sie wirklich sehr liebevoll herausgeputzt und der grüne Daumen scheint hier in den Genen zu liegen.





Nachdem ich ein bisschen Geld getauscht hatte, beschloss ich, dem Rat der besten Tochter zu folgen und ins Hotel Aurora essen zu gehen. Das Restaurant heißt Miramare und der Tipp war Gold wert. Ich habe für kleines Geld einfach phantastisch in sehr angenehemen und elegantem Ambiente geschmaust. Für ein köstliches Entrecoat mit hausgemachten Süßkartoffel-Pommes und Salat habe ich gerade mal 66 Zloty (16,50 €) bezahlt, dafür dürfte man in einem vergleichbaren deutschen Restaurant bestimmt mindestens 29-35 € zahlen.


Nach einem ebenfalls sehr leckeren Cappuchino setzte ich meine Ortstour fort und kaufte mir noch eine tolle Bluse, den obligatorischen Magneten für unseren Kühlschrank und setzte mich ein bischen in den Park, mein Bein tat inzwischen richtig doll weh und auch die Füße moserten.



Bevor es nach 6,5 Stunden wieder aufs Schiff ging, machte ich noch einen Einkehrschwung in eines der Cafes auf der Seebrücke und aß eine Baisertorte zum Niederknien, nicht wie bei uns, unten Teig, dann Obst, dann Baiser sondern erst Baiser, dann eine lecker Sahne mit Greschmack, in meinem Fall noch Blaubeer und oben dann nochmals sehr fluffiges Baiser.
Die Rückfahrt war auch wieder schön, es hat gerade richtig geschaukelt und die Ela machte ein Nickerchen 😉



Liebste Grüße

Ela

Tipp: Restauant Miramare im Hotel Aurora

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2 Kommentare zu „Tag 354: Kennst du Miedzyzdroje?

    geistesgewitter sagte:
    10. Juli 2017 um 11:21

    Natürlich ist es schön, Reisen oder Ausflüge mit der Familie oder Freunden zu unternehmen. Aber ich habe – ebenso wie Du – auch die Erfahrung gemacht, dass man allein und ohne (bekannte) Gesellschaft eine solche Reise auf ganz besondere Art genießen kann.

    Gefällt 1 Person

      365tageimleben geantwortet:
      10. Juli 2017 um 17:18

      Du hast recht, es ist anders, intensiver? Vielleicht weil man sich mehr Gedanken macht, genauer beobachtet?

      Liebste Grüße Ela

      Gefällt 1 Person

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