abcEtüden textwoche 14-20 – Geschichten aus der alten Villa –

Im Moment habe ich so richtig Bock zum Schreiben und in die abcEtüden bin ich ja schon lange verliebt und jetzt im Urlaub, den ich Dank Corona Zuhause verbringen muss, habe ich ja genug Zeit. Ich habe beschlossen aus meinen abcEtüden eine Geschichte in Fortsetzungen zu machen.

Lale und die alte Villa, Teil 1

@pixabay

Die Steine waren verwittert, die Holzrahmen der Fenter, einst weiß, jetzt schmutzig grau und die ehemals elegante doppelflüglige Eingangstür aus Zedernholz, war mit tausend Sprüchen und Grafitis besprüht, aber mit der Messinglampe, deren Glas und Glanz schon lange fehlten, wirkte sie trotz allem noch auf eine ganz eigene Weise eindrucksvoll. Alt war sie und groß, die Villa, bereits von weitem strahlte sie Leere und die Abwesenheit jeglichen Lebens aus, wäre da nicht noch der Vorgarten, den sich inzwischen unendlich viele knallgelb blühende Forsythien erobert hätten, die neben dem Wein, der am Haus rankte doch irgendwie vom Leben zeugten. Uralt war sie und geheihmnisvoll, es war spürbar, dass schon lange niemand darin gelebt hatte. Was würde sie darin vorfinden, denn laut des Notars gehörte die jetzt ihr. Ihre Patentante, die letzten Jahre in einem Seniorenheim an der Küste lebte, hatte sie ihr, neben ihrem Vermögen, mit der Auflage, mindestens ein Jahr darin zu leben und einem dicken Brief, vererbt. Der Sonnenuntergang tauchte das alte Haus in weiches Licht, jetzt wirkte es wie ein Märchenschloß. Endlich gab Lale sich einen Ruck, ging zur Eingangstür und schloss sie mit dem altmodisch großen Schlüssel auf. Jetzt stand sie in der riesigen Eingangshalle, in der die Staubpartikel nach einer eigenen Choreographie zu tanzen schienen. Von den Wänden blickten dunkel gekleidete Herren, deren Blicke alles andere als warm waren auf sie herab, wahrscheinlich die Vorfahren von Tante Tusnelda. Rasch ging sie weiter in den Salon, indem die Zeit vor 100 Jahren – so schien es – angehalten worden war, mit der roten Plüschgarnitur, den schweren Schränken aus dunklem Holz. Und kalt war es hier drinnen, sie würde hier bestimmt erfrieren. Da, waren das da oben Schritte? Quatsch, ermahnte Lale sich, gleich würden noch weiß gewandete Geister durch die Luft fliegen. Gut, dass sie alleine war, mit ihrem laut pochendem Herzen machte sie sich ja lächerlich. Aber stop, was war das? Tap, tap, tap, langsam näherte sich das Geräusch Tap, tap tap, Lale brauchte ihre ganze Selbstbeherschung um nicht laut schreiend davonzurennen. Tap, tap, tap, ein grauer Kopf kam um die Ecke, es war eine Katze, die nun kläglich miauend um ihre Beine strich. Erleichtert beugte sich Lale zu dem Tier, strich sacht über dessen Rücken und sagte: “ Na du, du bist wohl ein hungriges Gespenst“ und musste über ihre eigene Dummheit lachen. (383 Wörter)

Fortsetzung folgt …

Disclaimer

Sonnenuntergang, warm, fliegen
Forsythien, lächerlich, erfrieren

Diese  5 Begriffe in dieser Woche von Corly und Elke H. Speidel und von müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr bei der Lieben Christiane auf „Irgendwas geht immer“. Bei ihr liegt auch das Copyright für die Illustration, die ihr hier als Beitragsbild seht.

❤-lichst

Ela

Ist Lächeln gefährlich❓

Schreibe ich über Corona oder lass ich es? Die Entscheidung finde ich echt schwierig. Natürlich mache ich mir meine Gedanken, was ist, was wird sein? Andernfalls wäre ich wohl eine totale Ignorantin. Auf der anderen Seite prasselt schon soviel Corona auf uns ein, dass man sich am liebsten, die Ohren zuhalten würde. Daher versuche ich ganz bewusst nicht nicht ständig mit der Pandemie zu beschäftigen, ich schaue die Nachrichten und eventuell noch das Special und dann ist es auch gut.

Ich bin sehr brav, halte mich an alle Vorgaben. Ich habe gerade Urlaub und bin froh darüber, weil ich mir Sorgen um meine 85-jährige Mutter mache. Ansonsten habe ich großes Vertrauen in mein Imunsystem. Was mich selbst wundert ist, dass ich keine Angst habe und von jeglicher Panik weit entfernt bin.

Schon als Kind – ich war nicht gerade eine begeisterte Schülerin – habe ich immer mit Kuchhusten- oder Masernkindern gespielt. Das war total bekloppt, ich weiß, aber ich war ca. 10 Jahre alt und tatsächlich habe ich mich nie angesteckt. Nur die Windpocken bekam ich, natürlich in den Ferien und als wir in den Urlaub wollten.

Verlassen kann man sich darauf nicht, daher ist #abstandhalten und #zuhausebleiben ja auch so wichtig.

Ein wenig wundere ich mich, wie gut ich die Einschränkungen aushalte und inzwischen sogar das positive sehe. Ewig waren meine Familie (wir wohnen zusammen) uns nicht mehr so nah, wir reden, diskutieren, lachen und schauen gemeinsam fern. Ich komme endlich mal dazu sämtliche Schränke auszumisten. Ich backe unser Brot selbst und werde meine Terrasse frühlingsschön machen. Wie schön ist es doch ist, mal wieder in Ruhe ein Buch zu lesen und Musik zu hören. Ich schreibe in einer Tour und bin mir selbst zu langsam.

Klar bin ich auch traurig, gerade jetzt, würde ich eigentlich, in einem wunderschönen Hotel in Binz einen Cocktail auf den Urlaubsanfang trinken. Morgen früh würde ich einen langen Strandspaziergang machen. Es ist echt Sch***, aber hey meine Lieben und ich sind (noch) gesund, wir werden hoffentlich nicht in existenzielle Nöte geraten. Sehr froh bin ich auch, nicht allein zu leben und auch dafür, dass wir uns so gut verstehen.

Dankbar bin ich aber auch, all den Menschen, die gegen die Seuche und damit für uns kämpfen. Ich hoffe so sehr, uns bleiben italienische Verhältnisse erspart und dafür bleibe ich gerne Zuhause.

Was mich hingegen anko**t, ist die offenbar allgemein verbreitete Auffassung, das Lächeln das Infektionsrisiko signifikant erhöht, denn ob draußen oder drinnen, es lächelt kein Mensch mehr. Dabei wäre das in Zeiten, wo wir Abstand halten müssen doch der kürzeste Weg um den anderen zu vermitteln: Alles wird gut und du bist nicht alleine.

In diesem Sinne:

Lächelte und Die Welt verändert sich!

(Buddha)

❤-lichst

Ela

abcEtüden 12. und 13. Schreibwoche

Was für Zeiten, es ist gar nicht so einfach, sich in diesen Zeiten auf etwas anderes als Corona zu konzentrieren, aber ich möchte dieser Seuche keine Gewalt über mich geben und darum werde ich versuchen, so lockig und flockig, wie nur möglich zu schreiben.

Junger Mann im Frühling

Er war nicht eifersüchtig, kein bisschen, Iwo denn, wo käme er denn da hin. So ein Prachtstück von Mann, wie er, kann doch jede Frau haben, na gut vielleicht nicht ganz jede. Es war doch unbegreiflich, ja lächerlich, dass ausgerechnet sie nicht mit ihm ausgehen will. Glücklich könnte sie sich preisen, dass er sich mit ihr verabreden will. Was glaubt sie denn, wer sie ist? Gleich würde er Hanna, die begehrteste Frau der Gemeinde anrufen, die würde sich die Finger lecken, ganz bestimmt. Und in Gegenwart von Sibel erfrieren die Männer doch bestimmt reihenweise, so kalt wie sie war. Seine Oma hätte gesagt: „Kalt wie Hundeschnauze“. Wenn bloß ihre Augen nicht so dunkel und tief wären, dass man in Ihnen versinken kann und dann dieser Mund, der zum Küssen wie geschaffen schien. Klug war sie auch noch und Humor hatte sie, wenn er mal ganz ehrlich war, wurde ihm eher sehr, sehr warm in ihrer Gegenwart. Gab ein echter Kerl denn so schnell auf? Nee, bestimmt nicht, lacht nicht bekanntlich der am besten, der zuletzt lacht? Sie würde schon noch kapieren, dass er der Richtige für sie war und nicht dieser Schwachmat. Eilig nahm er seine Jacke und klaute ihr den größten Strauß Forsythien, den er finden konnte. Fast schüchtern legte er die Blumen zusammen mit einer neuen Einladung und laut pochendem Herz vor ihre Tür. (217 Wörter)

Die Etüden Regeln

  • Forsythien
  • erfrieren
  • lächerlich

Diese  3 Begriffe in dieser Woche von der lieben Elke H. Speidel müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr bei der Lieben Christiane auf „Irgendwas geht immer„. Bei ihr liegt auch das Copyright für die Illustration, die ihr hier als Beitragsbild seht.

❤-lichst Ela

Kommentare zugelassen, trotzdem nicht möglich, was tun❓❓❓

MailIch habe Kommentare ausdrücklich zugelassen, aber trotzdem kann man nicht kommentieren, was soll ich nur machen❓ Falls man auch diesen Beitrag nicht kommentieren kann, schickt mir eure Tipps bitte per Mail an:

365tageimleben@email.de

Vielen Dank

❤-lichst Ela

Zu spät oder genau richtig❓

Vor einiger Zeit, auf dem Höhepunkt der Wechseljahre schrieb ich mal einen recht wehmütigen Blogbeitrag (nicht hier) über die Dinge, für die es nun zu spät ist. Eine Leserin schrieb mir in einem Kommentar, dass es nie zu spät sei. Ich fand das in meiner damaligen Gemütslage echt blöd, denn ich würde einfach nie mehr jung sein, kein Kind mehr bekommen können, keine Berufswahl mehr starten, nicht mehr in weiß heiraten können, ….

Fast 10 Jahre später

Zum Glück habe ich meine damals leicht depressive Stimmungslage hinter mir und bin zu meiner 3/4-voll Mentalität zurückgekehrt und liebe mein Leben jenseits der Memopause.

2010

Natürlich gibt es ein paar Dinge, für die es zu spät ist, ob objektiv oder subjektiv. So werde ich tatsächlich kein Kind mehr bekommen, auch wenn es medizinisch vielleicht sogar möglich wäre, aber dafür hoffentlich irgendwann Enkel. Definitiv werde ich auch nie mehr den ersten Kuss bekommen (schade eigentlich, den bekam ich nämlich von meinem schwulen Freund), nie mehr den ersten Sex haben (macht nichts, er wurde später deutlich besser), kein Abi mehr machen (Gott-sei-Dank), u.s.w.

Mein Leben hat sich in den vergangenen 10 Jahren sehr verändert und ich habe ganz schön schwere See hinter mir, wurde von Krankheit, Verlusten und Umbrüchen ganz schön gebeutelt. Meine Mutter wurde pflegebedürftig und sitzt inzwischen im Rollstuhl.Mein bester Freund nahm sich das Leben. Beruflich hatte ich eine Chefin, wie ich sie wirklich niemandem wünsche.

2020

Trau dich und greif zu

Aber und das ist wichtiger, ich habe was möglich war verändert, alles andere durchgestanden und das beste draus gemacht.

Meine Mutter ist noch immer pflegebedürftig und daran wird sich wohl leider auch nichts mehr ändern, das ist vielleicht am schwersten zu akzeptieren, trotzdem sind wir uns heute so nah wie lange nicht, wohnen zusammen und versuchen, es uns schön zu machen, ich habe das große Glück, dass meine Mutter ist geistig fit. Selbst habe ich sozusagen buchstäblich einen Stock verschluckt, 2019 wurde quasi meine gesamte Wirbelsäule versteift. Aber hey, ich kann wieder 10 und mehr Kilometer gehen und habe keine Schmerzen mehr. Meinen Dienstposten habe ich gewechselt, habe jetzt einen Chef, der in Ordnung ist. Meine Tochter hat sich zu einer wunderbaren Frau entwickelt, steht (gut) auf eigenen Füßen. Wir wohnen seit drei Jahren mitten in Mitte und ich liebe es. Hier ist immer was los, verlasse ich das Haus bin ich mitten im kunterbunte Leben, gehe ich auf die Terrasse bin ich in einer wahren Idylle und höre die Vöglein zwitschern.

Veränderung beginnt im Kopf

Das Geheimnis ist, glaube ich, die innere Einstellung, wenn man glaubt, alles ist möglich, ist es das irgendwie auch. Gerade bin ich dabei meinem Berufsleben eine neue Richtung zu geben. Ich kandidiere für unseren Personalrat, ist die Wählergunst mit uns,wird es neue Aspekte und Perspektiven geben, darauf freue ich mich

Neustart mit fast 60

Ende des Jahres ist der runde Geburtstag und habe gerade das Gefühl, alles geht noch, sämtliche Wunder können mir noch begegnen. Ich freue mich auf die nächsten 10 Jahre und auf das was mir begegnen wird, auf all die Möglichkeiten, die vor mir liegen, die Chancen, die sich bieten werden.

Mein Fazit:

(Fast) alles ist (noch) möglich, es liegt an uns und liebe Unbekannte, du hattest recht, für (fast) nichts ist es je zu spät❗

❤-lichst eure Ela

abcEtüden Woche 10/11 – Das bessere Ende der Welt❓

Kann man anders, wenn man dieses Bild vom Sonnenuntergang sieht? Bei mir jedenfalls meldete sich sofort die alte Romantikerin zu Wort, dazu noch diese Worte, da musste ich mitmachen.

Das bessere Ende der Welt?

Hatte sie schon einmal so etwas Schönes gesehen? Sie war sie tatsächlich nicht oder müsste sie das einfach nur kitschig finden? Eigentlich war sie doch eher der rationale Typ und nun saß sie hier auf einem Poller am Ende der Welt oder besser gesagt, am südlichsten Punkt der USA und sah mit feuchten Augen in diesen so schönen Sonnenuntergang. Schade nur, dass sie hier nicht alleine war, diese vielen, lauten Touristen nervten ganz schön. Schon morgen wäre dieser Blick Vergangenheit, sie würde nach einem ganzen Jahr wieder nach Hause fliegen. Ihre Zeit als Granny Au Pair war vorbei und Theresa wusste, sie würde die Wärme, die Sonnenuntergänge, natürlich die Kinder und ja die Freiheit älter zu sein, aber sich nicht so benehmen zu müssen, schrecklich vermissen. Hier lebte man sein Leben bis zur Neige. In Deutschland würde sie wieder die Mitsechzigerin sein, die sich altersentsprechend verhalten sollte, als wäre ihr klar, dass das was da noch käme, der Abgesang wäre`, der Anfang vom Ende.

Aber sie muss ja nicht fliegen, die Senatorin hatte ihr angeboten zu bleiben, weil sie so gut mit der schwer pubertierenden Carol und dem 8-jährigen Ryan zurecht kam wie keine vor ihr. Die Bedingungen waren fantastisch, aber sie würde ihre Tochter so vermissen. Andererseits führte Anabel ihr eigenes Leben. Was sollte sie nur tun, was war richtig? Da war auch noch Ralph, ihr persönliches Wunder, der sie altes Mädchen tatsächlich zu lieben schien und auch ihr Herz schlug schneller, wenn… Der rote Ball, der da jetzt im Meer versank, würde ihr wohl keine Antwort geben. Das musste sie schon selbst entscheiden.

abcEtüden – Wörter und Regeln

Die Wörter dieser Textwochen 10/11-2020 kommen von Corly’s Blog „Corlys Lesewelt„, es sind:

Sonnenuntergang
warm
fliegen.

Diese  3 Begriffe müssen in einer Geschichte in der maximal 300 Wörtern verwendet werden dürfen. Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Alles weitere findet ihr bei der Lieben Christiane auf „Irgendwas geht immer„. Bei ihr liegt auch das Copyright für die Illustration, die ihr hier als Beitrsgsbild seht.

Viel Spaß beim Lesen und Mitmachen❣

ELA

Für Frauen ab 50

Ich oute mich mal als Leserin von Googelneuigkeiten. Es gibt dort auch regelmäßig Tipps für Frauen ü50, was ich eh schon mal doof finde. In meinen mittlerweile 59 Jahren weiß ich ziemlich genau, was ich tragen kann und was ich besser lasse. Außerdem entscheide ich das und nur ich! Zudem es „die“ Frau ü50 genauso wenig gibt wie „die“ Frau ü20, 30 oder 60 oder 80 (ihr solltet mal meime Ma mit 85 sehen), wir sind unterschiedlich und bunt. Es gibt ü50 genauso kleine, große, dünne, dicke, weiße und schwarze Frauen wie in jeder anderen Altersgruppe. Aber gut, bis jetzt habe ich diese Beiträge einfach schmunzelnd, manchmal auch leicht verächtlich ignoriert.

Bis mir heute echt die Hutschnurr hoch ging, bei folgender Überschrift:

Frauen ab 50: Diese Sneaker-Modelle stehen ihnen besonders gut

(Grazia-Magazin)

Leute geht es noch, es geht um Schuhe, noch dazu um flache geschlossene Schuhe. Was haben die bitte mit dem Alter zu tun. Mal gesetzt der Fall, ich hätte richtig schlimme Schrumpelfüße im Dörrobststil (hab ich nicht!!!), kein Mensch würde das in Sneakern sehen. Im Gegenteil, sie wären echt gut verpackt. Oder wollt ihr jetzt entscheiden, ob ich einen ugly, einen glossy oder einen im Tennislook trage? Wenn ja, warum??? Glaubt ihr wirklich, dazu brauche ich euch?

Aber halt, ich glaube, ich verstehe es, ihr von der Redaktion wollt uns klar machen, dass genau ihr die richtige Zeitung seid für uns Frauen ü50 seid und wir euch dringend unsere Knete bringen sollen. Aber was mache ich, wenn ich im Dezember 60 bin. Darf ich dann gar keine Sneaker mehr tragen, sondern nur noch Gesundheitschuhe? Aber halt, die trage ich such jetzt schon manchmal, weil sie echt bequem, gesund und heutzutage auch chic sind. Und keine Sorge, wenn ich ruer Heft als Ü60igerin nicht mehr lesen darf, das ist gar nicht schlimm, weil ich es jetzt schon nicht lese 😉

Lachen ist besser als ärgern, in diesem Sinne rufe ich als echtes Girl der 60iger mit einer Hippieseele: „Freiheit für meine Füße❗❗❗

Ela

ABC-Etüden 02.03.20

Lange ist es her, aber in dieser schlaflosen Nacht habe ich Lust auf die ABC Etüden.

Die Worte lauten:

Skiurlaub
mickrig
kommandieren.

Die Worte kommen von der lieben Christiane, ihr Blog heißt: Irgendwas ist immer.

In einem Text, einer Geschichte, die aus von maximal 300 Wörtern (ohne Überschrift und Erklärung) bestehen darf, müssen die jeweiligen Worte benutzt werden.

Quelle: Pixabay bearbeitet von Christiane

Ruth, die langen Ski und die alten Knochen

Was war das bloß wieder für eine abstruse Idee gewesen, in ihrem Alter einen Skiurlaub zu machen? In einer Zeitung hatte sie gelesen, es wäre nie zu spät für einen Langlaufkurs und das Langlaufen wäre so gesund. Je oller, je doller und nun stand, besser, sie versuchte auf diesen – wenn man sie fragte – viel zu langen und zu schmalen Skiern zu laufen, ließ sich von einem nicht mal attraktiven Skilehrer, der noch nie was von Empathie gehört hatte, rum kommandieren. Ihr taten schon jetzt sogar die Muskeln und Gelenke weh, von denen sie nicht mal geahnt hatte, dass sie sie hatte. Genau waren sie und ihre Knochen über 80, da halfen auch die Sauna und das mickrige Kaminfeuer abends in der Hotellobby nicht. Entschlossen besann sich Ruth“wat mut, dat mut“ und nahm den Hügel in Angriff, es wäre doch gelacht, wenn sie nicht herunterkommen würde. Gedacht, getan, es kribbelte im Bauch, was für ein Gefühl, aber was machte der Schneeberg nur drunten, mitten im Weg und warum bitte, haben die Dinger keine Bremse? Hiiiiiiilfe!!! Das Glück war mal wieder mit den Dummen,der Fuß war nur verstaucht. Und hier, warm eingepackt, auf einer Liege auf der Sonnenterrasse, gefiel ihr der Urlaub entschieden besser. (204 Wörter).

💋💋 Ela

Anti Aged ihr noch oder lebt ihr schon?

Irgendwie ist es schon verrückt, finde ich. Am liebsten würden wir alle in bester körperlicher und seelischer Verfassung uralt werden, aber ohne zu altern. Denn nichts anderes bedeutet ja >Anti Aging<, nicht altern. Dabei passiert das doch vom Tag unserer Geburt an, jede Sekunde, Minute und Stunde unseres Lebens. Hören wir damit auf, sind wir tot. So einfach ist das!

Du sagst, so sei das doch nicht gemeint, vielmehr wünschen wir uns, unser Körper möge ein langes Leben lang wie mit 20 bleiben: in Topform, beweglich und fit, die Haut glatt und faltenfrei, die Erdanziehung siegt nicht, alles bleibt schön straff und prall. Natürlich soll unser bestmöglicher Zustand konserviert werden und nicht die Pubertätspickel oder die Haut mit Sonnenbrand.

(@geralt/Pixaby)

Das klingt zu schön um wahr zu sein? Ihr müsst jetzt tapfer sein, ist es nämlich auch. Egal was uns Jane Fonda und andere scheinbar nur an Jahren gealterte Promis so erzählen. Egal wie fantastisch sie auch aussehen mögen, es ist nicht die teure Creme, das Serum, das Vitamin oder Spurenelement. Viel eher dürften da begnadete Schönheitschirurgen, knallharte Fitnessübungen und super Filter im Spiel sein.

Versteht mich nicht falsch, ich glaube nicht, dass man nichts tun kann, nur geschehen Wunder äußerst selten. Den Alterungsprozess verlangsamen kann man, aber das hat seinen Preis, ab hier wird es – selbst bei den besten Genen – ungemütlich. Denn um dieses Ziel zu erreichen muss Frau/Mann hart an sich arbeiten: Konsequente Pflege mit täglicher Reinigung, Gesichtspflege und -massagen sind Pflicht , viel Sport, Kraft und Ausdauer müssen sein, ausreichender Schlaf, kein Rauchen, wenig Alkohol, sehr gesundes Essen, möglichst wenig Zucker, kein rotes Fleisch, keine Gewichtsschwankungen u.s.w.

Auch ich möchte gerne hübsch bleiben, in einem gut funktionierenden Körper und vor allem verbunden mit einen gesunden Geist. Der Jugend hinterher rennen, will ich hingegen nicht. Wenn ich morgens ein neues Fältchen entdecke, begrüße ich es und freue mich, wenn es in mein Gesicht passt. Knirschen die Knie, dann mache ich ein paar Knienbeugen, halte ich nicht mehr durch wie mit 20, dann ist das halt dem zunehmenden Alter geschuldet.

Ich liebe das Leben und möchte gerne sehr alt werden, auch wenn ich ein paar Abstriche machen muss, aber solange ich mich mit mir und meinem Körper wohl fühle, nehme ich gerne auch das eine oder andere Zipperlein hin.

Mein Fazit 🤫

Anti Ageing: Nein❗ Healthy Ageing: Ja❗ … Ich altere, also bin ich (noch)❗ In diesem Sinne, auf die (vielen) kommenden Jahre❗❗❗ 🎉

💋💋 Ela

Reisebericht: Weihnachten 🎄 in Garmisch, (not) Singing in thr Rain und ein Rollstuhl

*enthält werbung durch orts- und/oder namensnennung, unbeauftragt und unbezahlt*

2018 haben wir das Weihnachtsfest auf Usedom verbracht und es hat uns Dreien so gut gefallen, dass es uns auch dieses Jahr weg vom heimischen Herd zog.

Garmisch-Partenkirchen ist unser Ziel

Garmisch, die Eisbahn

Garmisch haben wir auserkoren, weil es gut mit der Bahn (nur einmal umsteigen) zu erreichen ist und weil es zwar in den bayrischen Alpen und am Fuße des höchsten deutschen Berges, der Zugspitze mit gut 3.000 m liegt, aber der Ort eben ist. Wenn man wie wir mit einem Rollstuhl unterwegs ist, hat dieser Umstand einen hohen Stellenwert. Meine Mum (im Rollstuhl) und ich fuhren vor und blieben eine Woche, meine Tochter hatte leider nur fünf Tage. Mit dem Mobilitätsservice der Deutschen Bahn, der bei uns immer gut funktionierte, ist das Reisen mit der Bahn unkompliziert. Man meldet telefonisch die Reise an und meldet sich dann am Reisetag am vereinbarten Treffpunkt. Von dort wird man bis zum Zug begleitet und der Rollstuhl wird mit dem Fahrer mittels einer Hebebühne in den Zug gehoben. Dort gibt es in der zweiten Klasse spezielle Rollstuhlplätze und in der ersten sucht der Mitarbeiter einen geeigneten Platz. Am Zielort wartet dann wieder jemand und begleitet einen ggf. Zum Anschlusszug. So war es auch bei uns und da hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis, in Bsyern gibt es barrierefreie Regionalzüge, in die man ohne jegliches Hilsmittel einfach einfahren kann. Nach einer pünktliche und angenehmen Fahrt kamen wir kurz nach 14.00 Uhr im Hotel an.

Anreise

Hotel Zugspitze

Unsere Entscheidung für das Hotel Zugspitze fiel wegen seiner zentralen und doch ruhigen Lage, dem Preis-/Leistungsverhältnis und der barrierefreien Zimmer.

Besonders gut haben mir und meiner Tochter der Wellnessbereich mit Spa, Schwimmbad, Whirlpool und verschiedenen Saunen gefallen. Er ist sehr schön gestaltet und hat sehr schöne Liegen. Leider, leider ist er nicht barrierefrei und nur über eine recht steile Trepoe zu erreichen.

Wir wurden nicht enttäuscht, schon bei der Ankunft fiel uns die liebe- und geschmackvolle Einrichtung und die ebensolche Dekoration auf. Der Mitarbeiter an der Rezeption war sehr freundlich und aufmerksam. Er führte uns im Hotel herum und wir durften uns unseren Platz im Restaurant aus suchen. Leider entschied man später im Restaurant jedoch anders. Unser Zimmer erreichten wir mit dem Fahrstuhl, es war großzügig bemessen, schön eingerichtet und auch der Rollstuhl fand seinen Platz. Nun kann meine Mutter sich im Zimmer noch auf ihren Füßen fortbewegen. Ob der Rollstuhl ins Bad und in die separate Toilette gepasst hätte, kann ich nicht so ganz glauben. Ein kleines Adventsgesteck oder ein kleines Bäumchen hat mir gefehlt, weihnachtliche Stimmung wollte im Zimmer nicht so recht aufkommen. Ansonsten wurde toll für uns gesorgt, die Mitarbeiter waren (fast) alle überaus freundlich, beim Besitzerehepaar spürte man dass es eine Herzensangelegenheit ist und überall im Haus spürte man die liebevolle Hand der Chefin.

Wir hatten Halbpension gebucht, was sich für uns als Fehler herausstellte, was aber wohl eher an unserem Gaumen lag, als an der Qualität der Speisen lag. Nein, das Essen war nicht schlecht, nur sind wir einfach nicht Angänger der Nouvelle Cuisine. Wir lieben eher, die neue leichte Küche mit wenig Schnickschnak mit wenig Fleisch, regionalen und saisonalen Gerichten. Aber wir haben um uns herum auch gehört, wie begeistert viele Gäste waren. Leider bereitete auch der Wunsch meiner Tochter nach vegetarischem Essen einige Probleme, immer wieder bekam sie Gelatine haltige Gerichte und sogar eine Suppe mit Fleisch.

Das erste Essen war das, was mir am besten geschmeckt hat.
Ich sehe die langen Zähne, ihr auch?

Wirklich enttäuscht aber waren wir, dass wir den erbetenen Tisch – trotz Zusage – nicht bekamen. Wir wollten gerne in den Frühstücksraum, wo man mitten im Geschehen ist, bekamen aber einen Tisch in der hintersten Ecke des Restaurants, nicht nur, dass man kaum etwas vom Geschehen mitbekam, meine Mutter war gezwungen umzusteigen, sprich sich auf einen Stuhl zu setzen, weil die Armlehnen des Rollstuhls nicht unter den Tisch passten. Wir fühlten uns etwas „abgeschoben“, wegen des Rollstuhls? Leider brachte auch eine Beschwerde beim zuständigen Herrn W. nichts.

Seht ihr, da hinten um die Ecke, war unser Tisch

Trotzdem, um das noch einmal klarzustellen, würden wir gerne wieder im Hotel Zugspitze wohnen, weil es ansonsten super angenehm, freundlich ist und man so herrlich am Kamin oder in der Bar sitzen kann. Nur auf die Halbpension würde ich verzichten..

Am Kamin
Die Longe

Das Frühstück hingegen war gut, die Brötchen knusprig, der Kaffee gut und es gab eine vielfältige Auswahl.

Leider war uns Petrus so gar nicht gewogen, die Sonne zeigte sich kaum und statt des ersehnten Schnees regnete es. Trotzdem verging die Woche schnell.

Garmisch-Partenkirchen

Garmisch ist eine wirklich hübsche Kleinstadt umgeben von den bayrischen Alpen. Im Ort gibt es viele alte Häuser mit der berühmten Lüfelmalerei, schöne Geschäfte, einen wunderbaren Kurpark, der sich im die Weihnachtszeit ins GaPa-Funkelland, ähnlich dem Christmas Garden in Berlin, nur viel kleiner. Wir haben uns aber auch noch die Weihnachtsgala des SC Rissersee angesehen, eine Eiskunstlaufshow, die sehr liebevoll organisiert war, sind spazieren gegangen, haben Cocktails in der Bar getrunken, am Kamin gesessen und waren am letzten Abend noch in einer unterhaltsamen Krimikomödie im Kleinen Theater, davor haben wir sehr gut beim Italiener gesessen. Der Skikurs meiner Tochter war ebenfalls ein voller Erfolg.

Aus Rollstuhlfahrersicht darf man nicht verschweigen, dass die Straßen und Wege in Garmisch ein Problem sind. Es gibt sehr viel holpriges Kopfsteinpflaster und die Straßen sind zum großen Teil in einem erbärmlichen Zustand, Löcher über Löcher, viele Bürgersteige sind an Kreuzungen nicht abgesenkt.

So ähnlich war das Pflaster in der ganzen Stadt

Aber auch unter Berücksichtigung der Wenn’s und Aber’s ist die Woche viel zu schnell vergangen und wir wären gerne noch geblieben.