Tag 46 – Ein Held oder einfach ein Mensch?

Gepostet am Aktualisiert am

Ich möchte heute die Geschichte von Gestern erzählen, weil sie mir wichtig scheint.

Meine Mutter hatte mal wieder einen Arzttermin, da sie den stets vollen öffentlichen Verkehrsmitteln noch nicht gewachsen ist, nahmen wir ein Taxi.

Der Taxifahrer schien nebenbei Entertainer zu sein, erzählte erst von seinem Nebenjob als Stadtführer in einer Stadt in Brandenburg und dann viele  Witze. Ich mag keine Witze, aber ich muss zugeben, diese waren schon lustig, wenn auch etwas versaut. Darum kann ich sie hier leider auch nicht wiederholen, aber einen habe ich mir gemerkt Wow, jetzt kann ich Zwei!

Meine Mutter war beeindruckt von soviel Fröhlichkeit und sagte ihm das auch. „Ach wissen Sie, was bleibt denn außer Fröhlichkeit, nachdem was ich im letzten Jahr erlebt habe. An meinem 70. Geburtstag stellte mein Enkel fest, dass ich so gelb bin“, erzählte er, „da ich in letzter Zeit auch immer müde war, ging ich zum Arzt.“

Einen Tag später lag er auf dem OP-Tisch, Bauchspeicheldrüsenkrebs! Der wohl gefährlichste, 4 cm war der Tumor. Die Ärzte entfernten neben dem  Krebs auch Teile von Magen, Darm und … Damit nicht genug, am nächsten Tag platzte ihm die Bauchdecke, also alles von vorn. Mir schoß durch den Kopf, dass seine Chancen wohl nicht gut sind, was der Fahrer dann auch bestätigte, 95 % sterben daran. Im Januar war er zur Kontrolle, die ganze Bauchdecke war voller Metastasen, inoperabel. Er bekam eine Chemo, im April war er krebsfrei, jetzt steht die nächste Untersuchung an. Er glaubt Brokkoli und Schwarzkümmel unterstützen ihn in seinem Kampf  und im nächsten Januar kommt ein neues Medikament auf den Markt. Ich fragte ihn, wie er das aushält und, dass ich ihn sehr mutig finde. Seine Antwort: „Was bleibt mir denn außer Humor und die Gewißheit, ein halbes Jahr habe ich bestimmt noch“. So sehen für mich Helden aus.

Nach dem Arzt saßen wir nochbin einem süßen, kleinen Cafe (Cafe Ma) und sprachen noch lange über ihn und natürlich fassten wir gute Vorsätze …

Bis morgen
eure

Ela

Gedanke des Tages:

Nicht die großen Dinge machen einen Helden aus!

Tipp des Tages:

Cafe Ma am Senefelder Platz, ein kleines süßes Cafe, auch mit Plätzen unter schattenspendenden Bäumen. Die Inhaberinnen machen alles selbst. Es gibt lauter leckere Kleinigkeiten. Leider kein Internet-Eintrag. 

Zitat des Tages:

Mut ist, wenn man Angst hat und es trotzdem tut

Foto des Tages

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4 Kommentare zu „Tag 46 – Ein Held oder einfach ein Mensch?

    Anna sagte:
    24. Juli 2016 um 16:39

    Ein Gänsehaut-Post. Und das meine ich positiv. 😉

    Gefällt 1 Person

    Smamap sagte:
    24. Juli 2016 um 18:34

    Man muss den Mann echt bewundern. Mein Dad hatte das Gleiche, und dann noch 4 Wochen zu leben. Ja, dieser Krebs ist das Heimtückischste, was es gibt. Wenn er entdeckt wird, ist es meist schon zu spät.
    Ich weiß nicht, ob es ein Muster ist, aber sowohl dieser Mann, wie auch mein Dad wussten gut damit umzugehen.

    Gefällt 1 Person

      365tageimleben geantwortet:
      24. Juli 2016 um 19:20

      Mir nötigt das riesigen Respekt ab, wenn ein Mensch soviel Stärke besitzt. Es tut mir sehr leid für deinen Vater.
      Ela

      Gefällt mir

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