Hilfe! Bin ich alt?

In Österreich formieren sich ganz wunderbare und mutige Frauen und demonstrieren gegen den Rechtsruck in Politik und Gesellschaft. Toll, oder? Angefangen, so der Text, hat es mit 10 Omas mit roten und rosa Strickmützen. Wenig später sind es schon 250 Frauen 55 plus in der Bewegung „Omas gegen Rechts“. Irgendwann fällt der Begriff „alte Frauen“.

Ich bin tief beeindruckt, aber etwas nagt an mir, es sind die „alten Frauen“, die“Omas“. Mir ist eingefallen, ich bin ich mit meinen 57 scheine ich zu den „alten Frauen“, den „Omas“ zu gehören. So großartig ich die Bewegung finde, so trifft mich die Wortwahl doch mitten ins Herz. Noch nie habe ich mit mir den Begriff „alt“ assoziiert und eine „Oma“ bin ich tatsächlich (noch) nicht. In mir fühlt sich nichts alt und ich glaube auch nicht, dass ich so aussehe oder mich so anfühle.

Was macht einen Menschen alt? Ich glaube ja, es ist die Resignation, das sich reinfinden, die Abwesenheit von Träumen. Nichts davon trifft auf mich zu, ich gebe nicht auf, glaube noch immer an Wunder, vielleicht sogar an „ihn“ und die Träume in meinem Kopf bleiben ungezählt. Bin ich also doch nicht alt?

Nachdenklich sitze ich – es geht mir nicht aus dem Kopf – abends beim Abschminken vor dem Spiegel, schaue in mein Gesicht, sehe die kleinen Fältchen um Augen und Mund, die Wangenkontur ist nicht mehr ganz so straff. Muss ich nun losrennen, wie eine andere mir bekannte Blogger-Kollegin, und mir die Wunderspritzen mit Hyaluronsäure und Botox holen, werde ich dadurch wieder jung oder verliere ich mich nur?

Nein mein Gesicht bleibt (vorerst) wie es ist und ob ich nun alt bin oder nicht, liegt wahrscheinlich im Auge des Betrachters. Außerdem sollte ich wohl endlich mal kapieren Alter ist kein Schimpfwort, aber Aufstehen gegen Unrecht, das ist jung!

In diesem Sinne

Liebste Grüße

Ela

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7 Kommentare zu „Hilfe! Bin ich alt?

  1. Ein Problem ist der Begriff „Oma“. Oma ist die Bezeichnung einer verwandtschaftlichen Beziehung wie jede andere auch, es wird aber verwendet um eine nicht junge Frau zu bezeichnen und das ist eigentlich ärgerlich …..

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  2. Meine Haarpracht ist seit meinem 18. oder 19. Lebensjahr systematisch auf Rückzug bedacht, was manchen Mann eventuell zum verzweifelten Konsum bzw. zur häufigen Applikation diverser das Haar-Wachstum anregender Substanzen führen könnte. Doch ich gebe da nichts drauf, ich altere in Würde. Mit 42 habe ich immer noch mehr Haare als kahle Stellen, sollte der Rest irgendwann beschließen, sich zu verkrümeln, wandle ich halt auf den Spuren von Captain Picard (Patrick Stewart) — es gibt Schlimmeres… 😉

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