Tag 54 – Schöne neue Arbeitswelt?

Gepostet am Aktualisiert am

Wenn ich mich durchs Internet klicke, lese ich immer wieder von der schönen, neuen Welt des Arbeitsalltags. Freie Einteilung der Arbeitszeit, aufgabenorientierte Zeiteinteilung, Selbstbestimmung, …

Im Alltag scheint das noch nicht angekommen zu sein, weder irgendeiner meiner Bekannten (außer er ist sein eigener Chef) kann so arbeiten und ich schon gar nicht. Noch immer gilt der Acht-Stunden-Tag, die 30 Minuten Mittagspause sowie 30 Tage Urlaub (manchmal auch weniger). Merkwürdig nur, die Flexibilität zu Gunsten der Arbeitgeber ist selten ein Problem. Mein Boss jedenfalls hat sich noch nie beschwert, wenn ich statt meiner bezahlten 35, 50 Stunden gearbeitet habe und ich durfte sie ja auch „abbummeln“.  Wobei dabei ist die Flexibilität dann schon wieder so eine Sache und funktioniert nur, wenn es (ihm) passt.

Wäre eine Öffnung in beide Richtungen nicht sehr viel sinnvoller? Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir an Tagen, wo rein gar nichts los ist, den Popo platt sitzen soll und an anderen, wo die Hütte dampft, bloß nicht die erlaubten 40 Stunden Mehrarbeit überschreiten darf? Da gibt es doch genügend Ideen, wie das Jahresarbeitszeitkonto oder aber auch die Aufgabenorientierung, das Home-Office, im Grunde ist es doch nur wichtig, dass der Job erledigt wird. Manche Dinge könnte ich auch genauso gut oder besser (weil mehr Ruhe) von Zuhause erledigen. Darf ich aber nicht, sagt die Vorschrift, wenn ich das denn wollte, müsste ich erstmal einen langen und ermüdenden Antragsweg bewschreiten, müsste meine besonderen Gründe darlegen, mit „Popo plattsitzen“ käme ich da vermutlich nicht weit.

So ähnlich ist es auch mit der Verantwortung, warum gibt man den Mitarbeitern nicht einfach mehr Verantwortung für ihr Handeln, fördert Talente und lässt sie eigenverantwortlich(er) arbeiten. Ich bin sicherlich ein Fan des Vier-Augen-Prinzips, aber nicht der endlosen Kontrollen, die in erster Linie demotivierend wirkt, zumal dabei eigentlich gute Ideen ganz schnell verpuffen.

Ich bin selbst eine ganz kleine Chefin, aber ohne  Angst vor Machtverlust, weil ich Teamplay wirklich toll finde und nicht das Gefühl habe schlechter zu sein, weil (auch) andere gut sind. Ich habe es schon erlebt ,dass Menschen, die Verantwortung für ihr Handeln tragen, wesentlich besser und effektiver arbeiten. In meiner Chefin-Funktion „darf“ ich gerade an einem Konflikt teilhaben, den es vermutlich nicht gäbe, könnte man den Betroffenen mehr Handlungsspielraum geben.

Realistisch betrachtet, werde ich wohl nicht mehr an der schönen, neuen Arbeitswelt partizipieren, denn bis sie mal im Alltag angekommen ist, werde ich hoffentlich ganz eigenverantwortlich meinen Ruhestand genießen können.

Bis morgen
eure

Ela

 

Zitat des Tages:

Verantwortliche Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter!

Foto des Tages

Man darf ja mal träumen …

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